Tschüss Toter Winkel: Die Freiwillige Feuerwehr Holzwickede hat ein neues technisches Hilfsmittel, das der stellvertretende Wehrleiter Marco Schäfer (Bild) unserer Redaktion vorgestellt hat: Fünf Fahrzeuge verfügen jetzt über einen Abbiegeassistenten. © Marcel Drawe
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Wie die Holzwickeder Feuerwehr sicher unterwegs und gleichzeitig ein Vorbild sein will

Neue Technik in Autos kann Menschenleben retten. Aus diesem Grund hat die Holzwickeder Feuerwehr fünf ihrer Fahrzeuge aufgerüstet. Profitieren sollen vor allem andere Verkehrsteilnehmer.

Die letzte große Neuanschaffung der Freiwilligen Feuerwehr Holzwickede liegt schon ungefähr ein Jahr zurück. Die neue Drehleiter, die schon bei zahlreichen Notfällen zum Einsatz gekommen ist – und vier weitere Fahrzeuge der heimischen Brandschützer – wurden jetzt mit einem modernen Abbiegeassistenten ausgestattet.

Bei einem Treffen am Gerätehaus Bahnhofstraße zeigen die beiden stellvertretenden Feuerwehrchefs, Marco Schäfer und Peter Höttemann, wie die Geräte funktionieren. Aktiviert werden die Abbiegeassistenten, wenn man das Fahrzeug startet. Was dabei im Vordergrund steht, liegt auf der Hand: „Es geht uns um mehr Sicherheit“, sagt Höttemann.

Neuer Abbiegeassistent: Ab 30 km/h wird er automatisch abgeschaltet

Gemeint ist aber vordergründig nicht die Sicherheit der Brandschützer, sondern vielmehr die von Passanten und Radfahrern, die den Feuerwehrfahrzeugen im Straßenverkehr begegnen. Auf dem Weg zum Einsatz hilft die Technik allerdings nicht viel. Ab einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde wird der Abbiegeassistent automatisch abgeschaltet.

Kleine Kamera, große Sicherheit: Durch den neuen Abbiegeassistenten haben die Brandschützer der Freiwilligen Feuerwehr Holzwickede jetzt fast das gesamte Umfeld des Einsatzfahrzeugs im Blick. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Er soll vielmehr helfen, wenn die Kameraden etwa auf dem Rückweg vom Einsatz sind: „Da ist man manchmal ziemlich erschöpft“, erklärt Marco Schäfer. Besonders die Fahrer tragen eine sehr große Verantwortung, müssen aber auch nach dem Einsatz vor Ort konzentriert bleiben, bis die Einsatzfahrzeuge wieder im Gerätehaus stehen. Da ist ein Abbiegeassistent durchaus hilfreich – zumal er unter anderem den Bereich des Toten Winkels weitestgehend sichtbar macht.

Pflicht gilt erst ab 2024: Die Feuerwehr möchte mit gutem Beispiel voran gehen

Die Neuanschaffung ist aber nicht nur eine große Hilfe, sondern war für die Gemeinde auch ein ziemliches Schnäppchen: Wie Höttemann berichtet, wurden 80 Prozent des Kaufpreises durch Fördermittel bezahlt. Aus der Gemeindekasse sind bei Kosten in Höhe von 1878 Euro (pro Abbiegeassistent) also jeweils rund 375 Euro in die fünf Fahrzeuge investiert worden.

Ein Bildschirm, der ungefähr so groß ist wie die meisten mobilen Navigationsgeräte, zeigt dem Fahrer des Einsatzwagens an, wenn sich zum Beispiel ein Radfahrer im direkten Umfeld befindet. Neben dem Bild blinkt aber auch eine rote Warnleuchte auf, außerdem macht der Abbiegeassistent einen Piepton, den die meisten Autofahrer von einer Einparkhilfe kennen dürften. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Neben dem Ziel für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu sorgen, sieht die Feuerwehr aber auch einen anderen Vorteil: „Wir wollen auch Vorbild sein“, erläutert Schäfer. Ab 2024 seien Abbiegeassistenten bei neuen Fahrzeugen ohnehin Pflicht.

Die Brandschützer wollen ein Zeichen setzen und für das neue Hilfsmittel werben: „Auch wenn das nicht bedeuten soll, dass Radfahrer weniger umsichtig sind“, so der stellvertretende Chef der Holzwickeder Feuerwehr.

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Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
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Carlo Czichowski

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