WFG und Gemeinde bestimmen das Tempo im Eco Port

dzKeine Eile bei der Vermarktung

Der Eco Port befindet sich im steten Wandel, auf vielen Flächen wird gebaut und erweitert. Die Auslastung liegt bei knapp 80 Prozent – Tendenz steigend.

Holzwickede

, 25.08.2018 / Lesedauer: 4 min

19 Gewerbegebiete liegen im Kreis Unna, die noch freie Fläche bieten. Ohne Umschweife sagt Prokuristin Karin Rose für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Unna (WFG): „Die Nachfrage nach Grundstücken im Eco Port ist kreisweit am höchsten.“ Und das obwohl die Flächen südlich des Dortmunder Flughafens mit einem Quadratmeterpreis von 95 Euro ohne Erschließung auch die teuersten verfügbaren Gewerbeflächen im Kreis sind. Noch zumindest. Konkurrenz bekommt der Eco Port aktuell durch die Erschließung des interkommunalen Gewerbegebietes Unna/Kamen, dessen Quadratmeterpreise laut Rose über denen in Holzwickede angesetzt sind.

260.000 Quadratmeter reine Gewerbeflächen bietet der Eco Port. Knapp 60.000 Quadratmeter an Flächen sind noch verfügbar. „Davon sind 11.000 Quadratmeter sicher vergeben, weitere 15.000 so gut wie“, sagt Rose. Zuletzt wurde bekannt, dass die Vipfelgen GmbH mit einer Lagerhalle und Büroflächen von der Rombergstraße an die Gottlieb-Daimler-Straße zieht und von dort Felgen und Kompletträder vertreibt. Zuzug kommt zudem aus Dortmund-Aplerbeck: Die Mitarbeiter der Löwen-Gruppe ziehen ebenfalls in den Eco Port um. Der Hersteller von Spielautomaten plant ein 1200 Quadratmeter großes Gebäude für den Vertrieb und Service. „Die Niederlassung wird Ausstellungsräume, Werkstatt und Büros sowie 50 Parkplätze umfassen“, sagt Löwen-Sprecher Simon Obermeier. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Bingen am Rhein wird sich neben der Fritz Ostermann GmbH (Seifomat) ansiedeln. Ein Baustart ist laut Obermeier noch nicht terminiert.

Ohne eigene Parkplätze für Mitarbeiter und Kunden kann kaum ein Unternehmen planen, dass sich im Eco Port ansiedelt. Wer eine Lücke auf den öffentlichen Parkflächen sucht, braucht unter der Woche Glück, hier ist der Eco Port nahezu ausgelastet. Bereits ansässige Firmen bessern mitunter nach, so baut Rhenus Logistics beispielsweise ein eigenes Parkdeck. Abhilfe soll ab Oktober auch die Testbuslinie schaffen, die Eco Port und Flughafen vom Bahnhof aus bedienen wird. Nicht nur bei der Gemeinde, auch bei der WFG hofft man, dass das Angebot angenommen wird, denn ein öffentliches Parkhaus sei laut Rose nicht umsetzbar. „Die Anbindung an den Bahnhof wird sich verbessern, was auch für die Ausbildung wichtig ist“, sagt Rose. Kleinere Betriebe würden in diesem Jahr erstmalig ausbilden, haben mitunter je bis zu zehn Lehrlinge in der Belegschaft. „Nicht jeder davon ist motorisiert. Die wussten bislang gar nicht, wie sie zu den Standorten kommen. Von daher erhoffe ich mir, dass die Buslinie angenommen wird“, sagt Rose. Sportwagenbesitzer sollen im kommenden Jahr zudem die Gottlieb-Daimler-Straße befahren, ohne Gullideckel ausweichen zu müssen. „Sobald die Flächen vor Ort erschlossen sind, kommt der Straßenendausbau. Das ist für Herbst 2019 geplant“, sagt Karin Rose.

WFG und Gemeinde bestimmen das Tempo im Eco Port

Auf der Gottlieb-Daimler-Straße ist mitunter Slalomfahren angesagt. Weil hier Flächen noch nicht erschlossen sind, wartet man noch mit dem Endausbau der Straße. © Greis

Wichtiges Thema neben Parkflächen und Verkehrsanbindung ist laut Rose auch der Breitbandausbau über Glasfaserkabel, der Anfang des kommenden Jahres umgesetzt werden soll. „Hier wird nachjustiert. Im Herbst 2019 soll jedes Unternehmen einen entsprechenden Anschluss bekommen, das Bedarf hat“, sagt Rose. Unternehmen wie der Logistikdienstleister Rhenus seien darauf angewiesen. „Rhenus betreibt ein ober- und ein unterirdisches Rechenzentrum, die brauchen die entsprechenden Kapazitäten“, sagt Rose. Die Rhenus-Neubauten zur Standorterweiterung, die kurz vor der Fertigstellung stehen, sind für Rose ein Vorzeigeprojekt: „Das hat schon Campus-Charakter, was dort entsteht.“ Bis zu 500 Mitarbeiter sollen im Herbst in den neuen Gebäudetrakten einen Arbeitsplatz finden.

Grundsätzlich habe die WFG, die für die Gemeinde die Flächen treuhänderisch vermarktet, keine Eile bei der Vergabe von Flächen an Firmen. „Wir stehen da in engem und vertrauensvollen Kontakt zur Gemeinde, die sich eigentlich die besten Angebote aussuchen kann“, sagt Rose. Für viele Flächen im Eco Port gäbe es aktuell mehrere Interessenten. „Wir schauen uns mit der Gemeinde nicht nur an, welche Unternehmen anfragen, sondern achten auch auf die Pläne zu den Bauten“, sagt Rose. Der Eco Port biete ein hochwertiges Umfeld, damit das so bleibt, müssten Neubauten auch eine gewisse optische Strahlkraft entwickeln. Ein Vorzeigeprojekt auf einer Fläche von rund 23.500 Quadratmetern soll auch das neue Porsche-Zentrum an der Chaussee werden, dessen Eröffnung für Herbst 2019 geplant ist.

Die meisten Interessenten suchen laut Rose entweder nach Flächen um die 4000 oder um die 10.000 Quadratmeter. Hauptsächlich siedeln sich Dienstleister mit einer hohen Personaldichte an, produziert wird kaum. Im gesamten Eco Port gibt es zudem nur vier Objekte, die über Investoren gebaut wurden und vermietet werden. Das betrifft Gebäude an der Robert-Bosch-Straße und am Rhenus-Platz sowie das Forum an der Wilhelmstraße. „Das war in der Hand eines britischen Fonds, was die Zusammenarbeit nicht einfach gemacht hat. Vor einem Jahr hat ein lokaler Investor übernommen, seitdem geht es dort voran“, sagt Rose. Noch vor fünf Jahren sei die Flächenvermarktung im Eco Port nicht auf dem aktuellen Niveau gewesen. „Da lief es schleppend“, sagt Rose. Das hat sich gewandelt. Die Prokuristin hat noch die eine oder andere interessante Ansiedelung in petto, aber Unternehmen sind mitunter wie Rehe. Mit Ankündigungen müsse man immer vorsichtig sein, um Unternehmen nicht zu verschrecken.

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