Westfalen-Tankstelle muss wegen der Lärmschutzwände nach Ausbau der B1 schließen

dzAusbau der B1

Vom Ausbau nicht betroffen oder doch? Die Westfalen-Tankstelle wird nach den Ausbauarbeiten der B1 nicht mehr anfahrbar sein. Pächter Uwe Pier sieht darin eine reine Willkür-Entscheidung.

Holzwickede

, 05.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Uwe Pier ist sauer. Seine Tankstelle muss im Laufe der Ausbauarbeiten der B1 zur A40 schließen. „Eine reine Blödsinnsentscheidung, anders kann ich das nicht sehen“, sagt er wütend. „Reine Willkür.“

Das Straßenbauunternehmen Deges, das mit dem Ausbau betraut ist, hatte bereits verkündet, dass die Westfalen-Tankstelle nach den Arbeiten nicht mehr an die B1 angeschlossen sein wird. Das Aus für die Tankstelle und für Pier.

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Grundstück durch Ausbau nicht betroffen

„Platztechnisch wird uns durch die Arbeiten nichts weggenommen“, sagt der Tankstellenpächter. Das Grundstück, auf dem seine Tankstelle steht, wüde durch die Arbeiten nicht betroffen. Lediglich Lärmschutzwände würde man zwischen der Tankstelle und der Straße hochziehen. Kein Hindernis, wie er findet.

„Das Einzige, was Deges machen müsste, wäre eine neue Auf- und Abfahrt zu meiner Tankstelle zu bauen.“

Deges begründet diese Entscheidung damit, dass „an der künftigen A40 im Tankstellenbereich eine durchgehende Lärmschutzwand zu bauen ist. Öffnungen für eine Tankstelle sind nicht darin vorgesehen.“ Da sei im Planfeststellungsbeschluss geregelt, der den Ausbau der B1 zur A40 zum Inhalt habe, so Karl-Heinz Aukschun, Projektleiter der Ausbaus bei Deges.

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Arbeitsplätze aus Willkür vernichtet

Pier ist sich jedoch sicher: Seine Tankstelle könnte stehen bleiben. Dass er trotzdem schließen muss, empfindet er als eine Willkür-Maßnahme des Bauunternehmens. „Das sind fünf Arbeitsplätze, etliche Ausbildungsplätze und meine Existenz, die hier vernichtet werden.“

Zusätzlich dazu würden durch die Schließung der Tankstelle auch noch Lkw-Parkplätze verloren gehen. „Was macht das für einen Sinn? Es wird immer gesagt, wir hätten zu wenig Lkw-Parkplätze, und hier werden zwanzig vernichtet.“

Geöffnet, solange es geht

Einen Termin, wann er schließen muss, hat er noch nicht bekommen. Ob er solange noch weitermacht? „Ich habe keine Wahl.“ Irgendwovon müsse er ja leben. „Je länger ich aufbleibe, desto besser.“

Trotzdem seien er und seine Mitarbeiter schon lange auf der Suche nach einem neuen Job. „Ich kann ja nicht bis zum letzten Tag warten.“ Die Arbeitssuche gestalte sich jedoch schwierig. „Wir sind alle keine 25 Jahre mehr, dass der Arbeitsmarkt noch für uns offensteht. Ich bin 50 und seit 22 Jahren selbstständig. Das ist nicht einfach. Ich habe bereits 100 Bewerbungen geschrieben.“ Bislang erfolglos.

„Ich bin der Verzweiflung nahe. Meine Tankstelle könnte eigentlich stehen bleiben. Sie stört die Bauarbeiten an keiner Stelle. Ich verstehe diese Entscheidung nicht.“

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