Wertstoffhof soll ein gerechteres und verständlicheres Preissystem bekommen

dzMüllentsorgung

Ab Sommer möchten GWA und Verwaltung am Wertstoffhof ein neues Preissystem einführen. Ein Problem bleibt dabei aus Sicht von Politikern allerdings ungelöst.

Holzwickede

, 18.03.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gemeindeverwaltung und Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft im Kreis Unna (GWA) wollen ab Januar 2021 ein neues Preissystem einführen, das die Abfallentsorgung am Wertstoffhof übersichtlicher und attraktiver machen soll.

Die Verwaltung reagiert damit unter anderem auf einen Antrag der CDU, die neben der Anpassung der Sperrmüllgebühren auch eine neue Mengenbegrenzung für den Wertstoffhof gefordert hatte.

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In folgenden Punkten soll das Preissystem verändert werden:

  • In Anbetracht moderner Fahrzeugmodelle scheint die Einteilung in „Kofferraum-Größe“ nicht mehr zeitgemäß. Zudem lässt dieser – bislang der Gebührenstaffelung am Wertstoffhof zugrunde liegende – Maßstab keine eindeutige und lineare Preissystematik zu. Das künftige Preissystem soll fair und transparent durch eine Abrechnung nach Volumen erfolgen.
  • Die Mindestmenge liegt weiterhin bei 0,1 Kubikmeter, was ungefähr einem 100 Liter umfassenden Gewebesack oder fünf Bau-Eimern à 20 Liter entspricht. Ab einem Kubikmeter erfolgt die Staffelung linear in 0,5er Schritten.
  • Nach Auffassung mehrere Ratsfraktionen ist das nur bedingt zufriedenstellend, weil es dabei auch in Zukunft auf die Einschätzung des Mitarbeiters am Wertstoffhof ankommen wird. GWA-Sprecher Andreas Hellmich verwies darauf, dass in Ausnahmen die Mengen genau nachgemessen werden können. Das neue System sei insgesamt gerechter.
  • Die Darstellung der Preisliste wird künftig in einem neuen Layout erfolgen. Durch die Verwendung aussagekräftiger und einfach gehaltener Piktogramme soll die Zuordnung von Preisen und Wertstoffen künftig barrierearm und verständlicher sein. Die Grafiken werden durch eine Bezeichnung und wenige textlichen Erläuterungen in Fußnoten ergänzt. Dadurch sollen vor allem Behinderte und Menschen mit Migrationshintergrund besser mit dem System klar kommen.
  • Eine Veränderung der maximalen Abgabemengen hält die Verwaltung nur für den Bereich Sperrmüll für erforderlich. Die restlichen Abfälle können – wie bisher – in haushaltsüblichen Mengen abgegeben werden. Hinsichtlich der aktuellen Mengenbegrenzung für die Abgabe von Sperrmüll liegt Holzwickede mit 0,5 Kubikmetern deutlich im unteren Bereich.
  • Im Rahmen der Überarbeitung des Preissystems sprechen sich GWA und Verwaltung gemeinsam für eine Anhebung der Mengenbegrenzung für Sperrmüll auf drei Kubikmeter aus. Hierdurch können künftig größere Mengen am Wertstoffhof angenommen werden.
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Wegen Coronavirus geschlossen: Momentan sind die GWA-Wertstoffhöfe im Kreis Unna für Privathaushalte geschlossen und nur noch für die kommunale Müllabfuhr und Gewerbebetriebe geöffnet. Die Regelung zur Eindämmung des Virus gilt seit dem 17. März bis auf weiteres.
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