„Werden es überleben“: Schloßstuben-Wirtin spricht über den Gastro-Alltag in Corona-Zeiten

dzGastronomie in Holzwickede

Die Corona-Krise hat viele Restaurants schwer getroffen. In den Schloßstuben in Opherdicke kann man wieder vor Ort essen. Die neuen Gastro-Regeln sind für die Betreiber aber eine Belastungsprobe.

Holzwickede

, 22.05.2020, 17:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Abstands-Markierungen auf dem Boden, Spender mit Desinfektionsmittel an der Wand: Im Opherdicker Restaurant Schloßstuben hat sich durch die Corona-Pandemie einiges verändert. Diana und „Easy“ Schott, Betreiber des traditionsreichen Gastronomiebetriebes, blicken voller Sorge auf die Entwicklung in ihrer Branche.

Ein gutes Schnitzel, so ist sich Diana Schott sicher, werden die meisten Menschen auch nach der Krise hin und wieder essen wollen. „Die entscheidende Frage wird dann nur sein, wie viele Gastronomen es noch geben wird“, sagt sie.

Egal ob im Service oder in der Küche: Mundschutze sind in den Schloßstuben für alle Angestellten verpflichtend. Das gilt auch für Koch Sebastian Schneider.

Egal ob im Service oder in der Küche: Mundschutze sind in den Schloßstuben für alle Angestellten verpflichtend. Das gilt auch für Koch Sebastian Schneider. © Carlo Czichowski

Veranstaltungen und Laufkundschaft sind völlig weggebrochen

Wie viele andere Restaurants auch hatten die Schloßstuben in den vergangenen Wochen mit Einbußen zu kämpfen, mindestens eine wichtige Einnahmequelle wird es trotz der Wiederöffnung in den kommenden Monaten weiter nicht mehr geben: Veranstaltungen wie Hochzeiten, Geburtstage oder Jubiläen, zu denen die Schloßstuben oft gemietet werden, werden dort in absehbarer Zeit sehr wahrscheinlich nicht stattfinden können.

Umso mehr konzentriert sich Ehepaar Schott darauf, dass sich ihre Stammgäste trotz zahlreicher Hygiene-Vorkehrungen genauso wohl bei ihnen fühlen wie vorher. Wie Diana Schott erklärt, sind Stammgäste diejenigen, die den Betrieb momentan aufrecht erhalten: „Die Laufkundschaft ist uns völlig weggebrochen“, sagt sie, „und trotzdem sind wir froh, dass wir überhaupt öffnen dürfen.“

Der Biergarten, in dem vor der Krise oftmals Radfahrer vom nahe gelegenen Ruhrtal-Radweg Rast gemacht haben, wird momentan eher weniger besucht. Wer nach wie vor in den Schloßstuben essen geht, der gönnt sich in der Regel im Innenbereich ein Steak oder Schnitzel.

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Die Preise in den Schloßstuben bleiben trotz Corona-Krise unverändert

Und das soll auch weiterhin soviel kosten wie vorher. Die Schloßstuben befinden sich im Vergleich zu anderen vergleichbaren Restaurants nicht im unteren Preissegment: „Ich halte unsere Preise insgesamt für fair. Daran will ich auch jetzt nichts ändern“, sagt Diana Schott. „Wir sind zwar kein Gourmet-Tempel, ein Schnitzel bekommt man bei uns aber auch nicht für 10 Euro“, so die Wirtin. Preiserhöhungen schließt sie entschieden aus.

Andere Dinge können die Schotts aber kaum beeinflussen: Durch die Corona-Krise ist ein erheblicher Teil der Sitzflächen nicht mehr nutzbar. Im Biergarten sind die Tische im behördlich vorgeschriebenen Mindestabstand voneinander aufgestellt. Innen bleibt im ganzen Lokal jeder zweite Tisch frei. Auf ihnen liegen laminierte Hinweisschilder, die darauf hinweisen.

In den Schloßstuben müssen derzeit einige Tische frei bleiben. Das Ehepaar Schott hat an den entsprechenden Stellen kleine laminierte Hinweis-Zettel ausgelegt.

In den Schloßstuben müssen derzeit einige Tische frei bleiben. Das Ehepaar Schott hat an den entsprechenden Stellen kleine laminierte Hinweis-Zettel ausgelegt. © Carlo Czichowski

Service-Mitarbeiter müssen sich jede halbe Stunde die Hände desinfizieren und in eine Liste eintragen

Und auch sonst, so erzählen die Schotts, ist die Situation rund um die ganzen Vorschriften durchaus gewöhnungsbedürftig. Jede halbe Stunde müssen sich Angestellte, die im Service oder in der Küche arbeiten, die Hände desinfizieren und sich anschließend in eine Liste eintragen.

Jede halbe Stunde müssen sich alle in den Schloßstuben Arbeitenden die Hände desinfizieren. Anschließend müssen sie sich außerdem in ein Protokoll eintragen.

Jede halbe Stunde müssen sich alle in den Schloßstuben Arbeitenden die Hände desinfizieren. Anschließend müssen sie sich außerdem in ein Protokoll eintragen. © Carlo Czichowski

Während der gesamten Schicht tragen sie außerdem einen Mundschutz. Gerade beim Aufnehmen der Bestellungen empfinden es die Service-Kräfte als hinderlich. „Wir haben keine Kunden, sondern Gäste“, sagt Diana Schott, „dazu gehört auch, dass man sich am Tisch gerne mal ein Lächeln schenkt. Im Moment bleibt so etwas einfach auf der Strecke. “Das mache die Sache für alle Beteiligten ein wenig unangenehmer, so Schott: „aber wir werden es überleben.“

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Restaurants, Kneipen, Cafés und Eisdielen dürfen wieder öffnen - aber unter strengen Auflagen. Wir nehmen das zum Anlass, uns vor Ort in Holzwickede ein Bild zu machen, wie der Betrieb in Corona-Zeiten läuft. In loser Folge stellen wir heimische Lokale vor.
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