Eine Baustelle mit Straßensperrung in der Gemeindemitte sorgt meist für Chaos im Verkehr. Aktuell hat die Baustelle in der Stehfenstraße die umgekehrte Wirkung.

Holzwickede

, 29.10.2018, 16:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht selten reihen sich im morgendlichen Berufsverkehr die Autos und Lastwagen auf der Nordstraße gen Gemeindemitte bis auf Höhe der Nordschule. Abends im Feierabendverkehr folgt das gleiche Spiel – nur in Gegenrichtung bis weit unter der Bahnunterführung hindurch und in die Hauptstraße hinein. Oft ist es auf der Nordstraße einfach zu voll.

Perfekt war das Chaos dann am Montag, den 22. Oktober. Ziemlich kurzfristig hatte die Gemeinde in Absprache mit dem Kreis Unna beschlossen, die Stehfenstraße im Kreuzungsbereich zur Nordstraße komplett zu sperren. Zwar wurden die Unternehmen in der Stehfenstraße noch vor dem Wochenende informiert, rumgesprochen hatte sich die Vollsperrung in der Kürze der Zeit aber anscheinend nicht.

Baustelle in der Stehfenstraße

Vollsperrung bis Mitte November

Die Arbeiten am Kanal in der Stehfenstraße dauern laut Gemeinde noch bis 9. November. Im Anschluss braucht die Straße eine neue Asphaltdecke. Weil der Untergrund Probleme macht, werde man situationsabhängig entscheiden, in welchem Ausmaß die Straßendecke saniert wird. Klar ist laut Uwe Nettlenbusch, Leiter Technische Dienste, jedoch: „Mittelfristig muss die Stehfenstraße saniert werden.“ Vorerst rechnet er damit, dass die Vollsperrung bis Mitte November bestehen bleibt.

So lange die Gemeinde in der Stehfenstraße mit der Sanierung eines Mischwasserkanals beschäftigt ist, bleibt die Vollsperrung bestehen. Die Arbeiten sind noch bis Mitte November angesetzt. Wer regelmäßig nach Holzwickede ein- und ausfährt, dürfte bemerkt haben, dass sich der Verkehr nach dem chaotischen ersten Tag der Vollsperrung entspannt hat.

Große Lkw sind nahezu vollständig aus dem Verkehrsbereich verschwunden. Ihr Weg führt von der B1-Abfahrt über die Chaussee zum Oelpfad und von dort in die Stehfenstraße. „Das ist übrigens die offiziell ausgeschilderte Variante, um in alle Gewerbegebiete der Gemeinde zu kommen, wenn man über die B1 kommt“, sagt Michael Arnold von der Verkehrssicherung im Kreis Unna. Nur: Inwieweit die Lkw-Fahrer diese Empfehlung auch annehmen, ist ihnen überlassen.

Aufgrund der aktuellen Situation stellt sich die Frage: Warum die Stehfenstraße aus dieser Richtung nicht dauerhaft für den Lkw-Verkehr sperren? Das würde die Gemeindemitte entlasten und die Lkw müssten dann über Chaussee und Oelpfad fahren. „Der Grundgedanke ist sehr gut. Und wenn das so einfach möglich wäre, hätten wir das vor Jahren schon gemacht“, sagt der Vorsitzende im Verkehrsausschuss, Frank Lausmann (CDU).

Zwar ist die Stehfenstraße eine Gemeindestraße, das Problem ist aber die Nordstraße. Denn die fungiert als L677 auch als Landesstraße von der B1 bis hoch nach Hengsen und führt dann als L678, L673 und L676 über Geisecke bis nach Rheinen bei Iserlohn. Wie es der Name verrät, ist hier nicht die Kommune sondern das Land für die Straße zuständig. Und weil in der Rausinger Straße ein Rechtsabbiegeverbot für Lkw länger als zehn Meter gilt und auch die Bahnunterführung vielen Lkw ein Limit setzt, bleibt an der Stelle nur die Stehfenstraße. „Eine Ausweichmöglichkeit muss gegeben sein und an der Stelle ist die Stehfenstraße der offizielle Umleitungsweg“, sagt Michael Arnold.

Lkw-Verbot braucht schwerwiegende Gründe

Lkw-Verkehr auf der Nordstraße und damit auf einer Landesstraße verbieten – dafür braucht es schon schwerwiegende Gründe. „Es gibt dort keinen Unfallschwerpunkt, keine schwerwiegende Lärmbelästigung und keine erhöhte Feinstaubbelastung. Wie soll man da sagen: Busse dürfen fahren, aber Lkw wollen wir nicht“, sagt Arnold. Aktuell gilt zwar ein Lkw-Verbot, aber nur in den Nachtstunden. Ein generelles Verbot sei indes schwierig, solange die Straßen durch die Gemeinde Landesstraßen sind.

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Ändern könnte sich das nur durch ein alternative Route. „Deswegen brauchen wir auch die Ostumgehung“, weist Lausmann auf die Pläne zur geplante Umgehungsstraße hin. Dann könne man die Landesstraße durch die Ortsmitte umwidmen. Nord- und Hauptstraße würden dann zu Gemeindestraßen werden und dann könnte die Gemeinde theoretisch den Lkw-Verkehr ausschließen. „Verkehrsrechtlich ist auch das nicht einfach, aber es wäre möglich“, sagt Arnold.

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