Rotnasen gehen leer aus: Am Kreisverkehr in Hengsen zwischen Unnaer und Lichtendorfer Straße wird es in diesem Jahr keinen Karnevalsumzug geben. © Archiv
Fünfte Jahreszeit

Wegen Corona kein Karneval: Dieses Jahr müssen Holzwickeder Jecken Zuhause feiern

Der „allerkleinste Karnevalsumzug“ in Hengsen wird dieses Jahr definitiv ausfallen. Und auch eine weitere Kultveranstaltung des heimischen Karnevals fällt pandemiebedingt flach.

Auf rote Nasen und Konfetti in der Öffentlichkeit werden Holzwickeder Jecken dieses Jahr verzichten müssen: Durch die Coronaschutzverordnung und den anhaltenden Lockdown sind öffentliche Feiern im Rahmen von Präsenzveranstaltungen in diesem Jahr unmöglich.

Zwar gilt Holzwickede ohnehin nicht als Karnevalshochburg. Trotzdem gibt es in der Emscherquellgemeinde aber Veranstaltungen, die inzwischen zur Tradition geworden sind. An Weiberfastnacht sorgt seit vielen Jahren die katholische Liebfrauengemeinde für Programm. Am Karnevalssonntag war zuletzt Hengsen in den Mittelpunkt der jecken Aktivitäten gerückt.

Fällt dieses Jahr aus: Die Weiberfastnacht der kfd-Frauen in Holzwickede. © Archiv © Archiv

Der „allerkleinste Karnevalsumzug“, den Achim Proba vor elf Jahren als Reaktion auf den „kleinsten Karnevalsumzug“ in Unna ins Leben gerufen hat, wird in diesem Jahr das erste Mal ausfallen müssen.

Karneval ist in diesem Lockdown überhaupt nicht möglich

2020 hat Proba im Kreisverkehr zwischen Unnaer und Lichtendorfer Straße mit seinem Leierkasten noch seine Runde gezogen. In diesem Februar wird der Hengsener ihn stehen lassen.

Der Karnevalist verkündete auf Nachfrage sein Bedauern bezüglich der pandemiebedingten Zwangsabsage. Die geltenden Regeln zum Infektionsschutz ließen aber überhaupt keinen Handlungsspielraum zu.

Zu der selben Einschätzung sind auch die Organisatoren der katholischen Weiberfastnacht, die gewöhnlich im Alois-Gemmeke-Haus ausgetragen wird, gekommen.

Keine Weiberfastnacht der Katholiken, dafür kleine Geschenk-Tüten

Das Orga-Team um Stefanie Meier hat sich schon vor vielen Wochen Gedanken zur Frage gemacht, ob man zur Präsenzveranstaltung irgendeine Alternative bieten kann. Auf eine digitale Weiberfastnacht wollen sie jedenfalls verzichten: Stattdessen sollen jene Frauen, die eigentlich die Sitzung besucht hätten, ein kleines Präsent bekommen.

„Wir haben uns überlegt, kleine Tüten zu packen“, sagt Meier. Darin sollen sich karnevalistische Utensilien befinden, die am 11. Februar, dem ursprünglichen Tag der Feier, unter Einhaltung von Abstand und mit Masken verteilt werden.

Abholen können ihn die kfd-Frauen an einem Stand, der im Nachmittagsbereich auf dem Parkplatz der Liebfrauenkirche aufgebaut werden soll. „Einen genauen zeitlichen Rahmen werden wir noch stecken und dann mitteilen“, sagt Meier.

Über den Autor
Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
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Carlo Czichowski
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