Für 2018 und bis 2022 rechnet die Wasserversorgung mit Investitionen von 3,4 Millionen Euro. Nächstes Jahr wird ein Millionenbetrag deutlich überschritten. Vor allem zwei Posten gehen ins Geld.

Holzwickede

, 04.12.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Durch den Rathausumbau verliert die Wasserversorgung ihren jetzigen Standort neben dem Rathaus am Markt. Das Gebäude wird dem neuen Anbau weichen, die Wasserversorgung zieht nach Opherdicke in das alte Feuerwehrgerätehaus Auf dem Blick 2a.

Zwar soll der Umbau, wo es möglich ist, in Eigenleistung erfolgen. 400.000 Euro werden in 2019 dennoch alleine dafür veranschlagt. Seit September ist das Gebäude im Besitz der Wasserversorgung, muss aber aufwendig umgestaltet werden, um als Betriebs- und Verwaltungsgebäude genutzt werden zu können. Auch entfällt durch die Nutzungsänderung der Bestandsschutz des Gebäudes. Das bedeutet wiederum, neue Auflagen beim Brandschutz sowie der Barriere- und Behindertenfreiheit sind zu berücksichtigen.

Aktuell hat der Bauhof das Gebäude bereits entkernt, auch einige Trockenbauarbeiten sind schon erfolgt. „Die Jungs haben da schon ordentlich losgelegt“, sagt Stefan Petersmann, Betriebsleiter der Wasserversorgung. Er rechnet damit, dass der Umzug im April 2019 erfolgen kann.

Technik in der Kleinschwimmhalle muss erneuert werden

Ein weiterer teurer Posten ist der letzte große Sanierungsschritt in der Kleinschwimmhalle. Hier muss die komplette Technik überholt werden, nachdem zuletzt der Eingangsbereich, Nebenräume und der Hubboden aufgewertet beziehungsweise instandgesetzt wurden. Die Generalsanierung der Badewassertechnik im Technikkeller als auch die Beckenkopfsanierung einschließlich neuer Rinneneinläufe steht für den Sommer 2019 an und bildet den Abschluss der Modernisierung der Kleinschwimmhalle. Hierfür fallen rund 550.000 Euro an.

„Ich habe lange überlegt, das noch ein Jahr zu schieben, aber bei dem derzeitigen Zinsniveau bietet sich ein Darlehen an“, sagt Petersmann. Das beläuft sich auf eine Million Euro, erläuterte er am Montagabend bei der Vorstellung des Wirtschaftsplans der Wasserversorgung im Betriebsausschuss. Kämmerer Rudi Grümme fügte an, dass man derzeit prüfe, inwieweit man für die Sanierungsmaßnahmen ein aktuelles Sportförderprogramm anzapfen könne. Sicher ist, dass für die Sanierung die Schwimmhalle über die Sommerferien hinaus nicht genutzt werden kann. „Vor und nach den Ferien wird der Schulsport davon betroffen sein, aber wir arbeiten an Lösungen und haben ja auch noch das Freibad“, so Petersmann.

Wasserversorgung will in den kommenden Jahren rund 3,4 Millionen Euro investieren

Der Hubboden in der Kleinschwimmhalle wurde in den Herbstferien getauscht. Für 2019 kündigt Bäderchef Stefan Petersmann an, dass die Technik in der Halle überholt wird. © UDO HENNES

Alleine in 2019 sind weitere rund 450.000 Euro für neue oder zu verlegende Leitungen, diverse Erschließungen, neue Hausanschlüsse oder zu modernisierende Anschlüsse vorgesehen. Einen hohen Planungsaufwand erwartet Petersmann vor allem durch den B1-Brückenabriss an der Nordstraße. Hier verläuft eine wichtige Wasserleitung, die im Zuge der Abrissarbeiten verlegt werden muss. Das betrifft übrigens auch Strom- und Gasleitungen. Hier rechnet Petersmann vorsichtig mit Kosten über 50.000 Euro, die durch Straßen.NRW getragen würden. „Nageln Sie mich aber nicht darauf fest“, sagte er an die Ausschussmitglieder gerichtet. Beim A40-Ausbau sei momentan schwer abzusehen, was an Arbeit und Auswirkungen auf die Gemeinde zukommt.

„2019 wird für uns ein Jahr der Projekte“, sagt Petersmann. Das betrifft verglichen mit der Kleinschwimmhalle in kleinerem Maße auch das Freibad Schöne Flöte. Konkret umgesetzt werden soll im kommenden Jahr eine neue Kiosk-Lösung. „Den aktuellen Kiosk bekommen wir vom Kreisgesundheitsamt auch nicht mehr abgesegnet“, sagt Petersmann. Der alte Kiosk soll entkernt und an das Fitness- und Gesundheitszentrum „Fit’n’Well“ zur Nutzung vermietet werden. Ein neuer Kiosk soll neben dem Technikgebäude in einem Container Platz finden. „Bei einer drei- bis viermonatigen Nutzung im Jahr bietet sich das an“, sagt Petersmann, der mit Kosten von rund 20.000 Euro für diese Lösung rechnet. Alle nötigen Leitung seien vor Ort vorhanden. Um die Einrichtung müsse sich wiederum der aktuelle Betreiber kümmern.

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Angedacht ist auch eine Sanierung des Nichtschwimmerbeckens. Hier müsse man noch prüfen, inwieweit das in Eigenleistung zu stemmen ist. Deshalb hielt sich der Bäderchef hier auch mit Kosten zurück. Saniert werden muss in den Folgejahren zudem der Kanal für die Beckenentwässerung, 110.000 Euro sind dafür bis 2021 veranschlagt. In die Instandhaltung und Erneuerung des Rohrnetzes sollen bis 2022 knapp 900.000 Euro fließen. Zusammen mit kleineren Posten wie Werkzeug und neue Technik rechnet die Wasserversorgung für 2019 mit einer Investitionssumme von 1,4 Millionen Euro.

Hinzu kommen Darlehenstilgungen und Verbindlichkeiten aus dem Vorjahr in Höhe von gut 158.000 Euro sowie der Jahresverlustausgleich von rund 224.000 Euro. Der Finanzbedarf für die Wasserversorgung beläuft sich für 2019 demnach auf circa 1,78 Millionen Euro – gut eine Million Euro mehr als im Vorjahr, was die Aufnahme eines Darlehens erforderlich macht.

Der durch die Gemeinde auszugleichende Jahresverlust setzt sich aus den Erlösen und Kosten im Bereich Wasserversorgung und Bäder zusammen. Einem Überschuss von 410.000 bei der Wasserversorgung steht hier ein Minus von 635.000 Euro im Bäderbereich gegenüber. Die Mitglieder des Betriebsausschusses haben den Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes Wasserversorgung Holzwickede am Montag einstimmig bestätigt. Damit geht die entsprechende Empfehlung an den Gemeinderat, der am 13. Dezember zusammenkommt.

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