Die Römerstraße wurde schneller fertig als geplant, die Landskroner Straße wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht: Bei Sanierung und Ausbau der Straße wird eine Wasserleitung zum Problem.

Holzwickede

, 29.08.2019, 17:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da bahnt sich was an: Ende vergangener Woche stand ein Teil der Baustelle auf der Landskroner Straße bereits unter Wasser, weil eine Wasserleitung des Versorgers DEW21 geplatzt war. Das sah zum einen spektakulär aus und war zum anderen nicht der erste Platzer: Seit Mitte August wird hier gearbeitet, in der Zeit brach das Rohr bereits fünf Mal.

„Das ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht gut“, sagt Jürgen Busch, Sachgebietsleiter Verkehrsflächen im Kreis Unna. Bislang wurden lediglich auf einer Länge von gut 1,5 Kilometer der Straßenbelag abgefräst und vorbereitende Maßnahmen für die Sanierung und Verbreiterung der Straße vorgenommen.

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Kommt es zu diesem frühen Zeitpunkt zu solch massiven Problemen, kann nicht wie geplant gearbeitet werden. Und wenn sich Holzwickeder in den vergangenen zwei Wochen über Schwerlastverkehr in Seitenstraße gewundert haben: Auch hierfür liegen die Gründe in den Wasserrohrbrüchen. Die Lkw konnten die Baustelle nicht befahren – zum einen, weil sie teils unter Wasser stand; zum anderen, weil sonst weitere Schäden an der Leitung drohten.

Schäden an Wasserleitung: Massive Probleme beim Ausbau der Landskroner Straße

Seit Mitte August wird auf der Landskroner Straße gearbeitet. In der Zeit kam es zu mehreren Wasserrohrbrüchen. © Michael Neumann

Kommunikationsproblem zwischen Kreis und Versorger

Laut Busch wurde der Versorger ordnungsgemäß im Vorfeld über eine sogenannte Leitungsanfrage zum Vorhaben des Kreises informiert und angefragt, ob die DEW im Zuge der Straßensanierung auch die eigene Leitung austauschen wolle. Das sei bereits im Planungsstadium vor gut zwei Jahren passiert, eine Antwort habe man nie erhalten und sei deshalb davon ausgegangen, dass hierfür kein Bedarf herrsche.

Bei der DEW21 sieht man das anders: „Eine entsprechende Anfrage ist nie bei uns eingegangen“, sagt DEW-Sprecherin Jana-Larissa Marx auf Anfrage und fügt an: „Wären wir informiert, hätten wir definitiv die Leitung ausgetauscht.“

Schäden an Wasserleitung: Massive Probleme beim Ausbau der Landskroner Straße

Schon in Sölde ist der Fahrbahnbelag abgefräßt. Die Straße soll von hier startend bergauf gen Hengsen saniert werden. © Greis

Auch zur besagten Transportleitung geht der Kenntnisstand zwischen Kreis und Versorger auseinander. So spricht Busch von einer Gussleitung aus dem Jahr 1912, was wiederum Marx korrigiert: „Das trifft nicht zu.“ Stattdessen würde entlang der Landskroner Straße auf einer Länge von 1450 Metern eine Stahlleitung von 1927 sowie auf einem 250 Meter langen Teilstück eine Gussleitung aus 1954 liegen – die wiederum weise an mehreren Stellen die Schäden auf.

Breiter und ohne Löcher

1,1 Millionen Euro für Sanierung der Kreisstraßen

  • Für die Arbeiten auf Römer- und Landskroner Straße hat der Kreis Unna rund 1,1 Millionen Euro veranschlagt.
  • Diese Summe würde sich laut Sachgebietsleiter Jürgen Busch durch einen etwaigen Austausch der Wasserleitung nicht erhöhen – die Kosten hierfür müsste die DEW tragen.
  • Zu möglichen Kosten wollte sich DEW-Sprecherin Jana-Larissa Marx nicht äußern. Busch geht wiederum von einem Millionenbetrag aus.

Laut der DEW-Sprecherin ist die Leitung momentan außer Betrieb. Die Wasserversorgung gen Hengsen und Opherdicke stellt man derzeit über eine andere Leitung sicher. Der Emscherquellhof sowie die Wohnhäuser an der Quellstraße werden über eine eigens gelegte Notleitung versorgt.

Leitung müsste auf einer Länge von 1,7 Kilometern getauscht werden

Laut Marx ist das eigene Tochterunternehmen Dortmunder Netz GmbH als Netzbetreiber bereits beauftragt, die Schäden an der Leitung vorerst zu reparieren. Ob man die Leitung nun noch ersetze – darüber sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Wenn das passiert, dann würde das aber auf der gesamten Länge von 1,7 Kilometern passieren.

Auch ein Laie kann daraus schlussfolgern, dass der Zeitplan des Kreises für Ausbau und Sanierung der Landskroner Straße bis Jahresende in dem Fall nicht zu halten sein wird. Zudem sagt Jürgen Busch: „Wenn die DEW tauscht, dann steht die Baustelle erstmal still.“

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