Neues Handy alle zwei Jahre? Holzwickeder Tobias Grimm erklärt, warum man keine Wahl hat

dzHandy-Lebenszeit

Wann ist Zeit für ein neues Smartphone? Kann man das überhaupt beeinflussen? IT-Techniker Tobias Grimm aus Holzwickede erklärt, warum man viele Handys heutzutage nicht mehr reparieren kann.

Holzwickede

, 10.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Smartphone geht nicht mehr an, der Bildschirm flackert oder eine Taste funktioniert nicht mehr richtig. Zeit für ein Neues? Alle zwei bis drei Jahre schaffen sich die Deutschen laut Umfragen im Schnitt ein neues Handy an. IT-Techniker Tobias Grimm aus Holzwickede erklärt, warum einem die Hersteller oft keine andere Wahl lassen.

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Grimm hat in Holzwickede einen eigenen Laden in der Poststraße, an dem er sich um kaputte oder widerspenstige Technik kümmert. Neben Laptops und Rechnern landen bei ihm auch oft Smartphones, Tablets oder Fernseher auf dem Tisch. Bei diesen Geräten könne er aber oft nicht helfen.

„Viele Geräte kann man heutzutage kaum noch reparieren“, sagt Grimm. Ersatzteile fehlen oder sich überteuert. „Ich müsste manchmal nur 20 Schrauben öffnen, ein Teil herausnehmen und durch ein anderes ersetzen, aber es gibt keine Ersatzteile zum Reparieren.“

Teile zu fest miteinander verklebt

Für manche gäbe es Billigwaren, die keine gute Qualität hätte. „Die will ich dann auch nicht einbauen.“ Aber oftmals koste das richtige Ersatzteil des Herstellers samt Einbau schon mehr als ein neues Gerät.

Ein weiteres Problem, dass in letzter Zeit laut Grimm immer mehr zunehme: „Die einzelnen Teile sind manchmal viel zu fest miteinander verklebt.“ Theoretisch, so Grimm, wäre es einfach, viele Smartphones zu reparieren, allerdings würden die Hersteller ihre Bauteile miteinander verkleben.

„Das macht es mir unmöglich. Da kann ich das betroffene Teil oft nicht ausbauen, ohne alles kaputt zu machen.“ Um einen verklebten Akku auszubauen, müsse er den Kleber beispielsweise erhitzen. „Auf 100 Grad. Das hält kein Akku aus.“

Samsung schlechtere Chancen als Apple

„Ich hatte mal einen Kunden, der kam mit einem alten Nokia-Handy zu mir. Da musste ich die Tasten ersetzen.“ Das wäre kein Problem gewesen, so Grimm. Er habe das Handy auseinandergebaut, die neuen Teile eingesetzt und es wieder zusammengebaut. „Das Nokia funktionierte wieder einwandfrei und der Kunde war glücklich.“

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Im Smartphone-Bereich sei das oft nicht möglich. Dabei haben Kunden je nach Hersteller unterschiedlich große Chancen, ob er dem geliebten Handy noch helfen kann. „Bei Samsung sind Reparaturen kaum möglich.“ Zu teure oder nicht verfügbare Ersatzteile. „Da kann ich in 70 Prozent der Fälle nicht helfen.“ Kunden, die ein iPhone besitzen, hätten da schon bessere Chancen. „Da kann ich durchaus noch gute Ersatzteile finden.“ Er vermutet, dass die Hersteller die Leute durch diesen Trick dazu bringen wollen, sich lieber ein neues Handy zu kaufen. „Das ist einfach ärgerlich.“

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