Ein Investor steht parat, aber Politik spielt beim Puzzlespiel der Verwaltung nicht mit

dzEhemaliges Bahnwerk

Die Flächen des einstigen Künstler-Bahnwerks liegen brach. Ein Investor zeigt anscheinend Interesse. Dessen Bedingungen führen zu einem planerischen Puzzlespiel, das die Ortsfraktionen vorerst nicht akzeptieren.

Holzwickede

, 06.02.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 2,75 Hektar groß ist die einstige Fläche von Künstler-Bahntechnik an der Schäferkampstraße. Der vom Eigentümer aufgerufene Preis lag nach Informationen dieser Redaktion zuletzt bei gut 1,25 Millionen Euro. Bekannt ist auch, dass Gemeinde und Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Unna (WFG) mit dem Eigentümer über einen Kauf verhandelten.

Einen Hinweis auf die Zukunft des Geländes gab der Planungs- und Bauausschuss unter der Woche. Hier legte Wirtschaftsförderer Stefan Thiel eine Strategie für benachbarte Flächen im Gemeindebesitz vor. Hinter dem einstigen Künstler-Gelände liegen in Richtung Sölde zwei gemeindliche Flächen – je gut 1,5 Hektar groß.

Eine davon ist als Ausgleichsfläche zum Schutz, zur Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft ausgewiesen und ergänzt das Naturschutzgebiet Sölder Bruch. Zwischen Künstler und dieser Ausgleichsfläche liegt die zweite rund 1,5 Hektar große Fläche, die im Bebauungsplan als Industriegebiet ausgewiesen, aber nicht entwickelt ist.

Vorhandene Flächen sollten umgewidmet werden

Weil die Gemeinde zuletzt eine 0,3 Hektar große Ausgleichsfläche im Eco Port umgewidmet hat, damit hier eine Wasserstoffanlage entstehen kann, muss dieser Ausgleich anderweitig im Gemeindegebiet erfolgen.

Die Strategie der Verwaltung: Man nehme die gut 1,5 Hektar große unbebaute Industriefläche und teile sie. So blieben rund 0,75 Hektar für aktuelle und künftige Ausgleichsmaßnahmen. Die anderen 0,75 Hektar könnten einem Investor für die Künstler-Fläche verkauft werden.

Weil die vorgelegte Strategie explizit erwähnt, dass man diese zusätzliche Fläche einem Investor zum Kauf anbieten könne, lässt sich schlussfolgern: Ein Externer forciert auf dem Künstler-Areal eine gewerbliche Ansiedlung und braucht mehr Platz. Damit wäre die Gemeinde raus aus den Kauf-Verhandlungen.

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Fakt ist: Ein angestrebter Beschluss zur Flächenstrategie wurde im Ausschuss ausgesetzt. Die Fraktionen fürchteten einerseits, dass sich die Gemeinde durch einen Verkauf eigene Entwicklungschancen nimmt – beispielsweise wenn doch irgendwann das Thema West-Tangente nochmals aufploppen sollte.

Zudem wollte man einer Flächenumwidmung nicht zustimmen, ohne nähere Infos zum möglichen Investor zu haben. Die Thematik wird künftig auch den Umwelt- und den Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Demografie beschäftigen. Meint es ein Investor ernst, wird er seine Pläne nicht öffentlich vorlegen. Dennoch hatte Wirtschaftsförderer Thiel auf eine Entscheidung gehofft, um laufende Verhandlungen nicht zu gefährden: „Das bringt uns momentan in eine verzwickte Lage.“

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