Vertrocknete Bäume im Bürgerwald: Neue Ideen sind gefragt

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16 Bäume sind allein in diesem Sommer im Bürgerwald vertrocknet. Lässt sich dies künftig verhindern, auch wenn die Sommer immer trockener werden? Einige neue Ideen gibt es schon.

Holzwickede

, 19.10.2019, 14:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Geburt eines Kindes, die Hochzeit der besten Freunde: Die Gründe, aus denen Holzwickedes Bürger im Bürgerwald einen Baum pflanzen, sind freudige Anlässe. 55 Bäume sind allein auf der Fläche neben dem Wertstoffhof auf diese Weise schon gepflanzt worden - und tragen neben ihrer Symbolkraft für den jeweiligen Anlass auch ganz nebenbei zu einem besseren Klima bei. Umso ärgerlicher, wenn diese Bäume dem Klimawandel zum Opfer fallen: 16 Bäume im Bürgerwald sind in diesem Sommer vertrocknet.

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Wochenlang hohe Temperaturen, dazu kaum ein Tropfen Regen: Dass die jungen Eichen, Winterlinden und Bergahorne aufgegeben haben, verwundert nicht, wenn man sich das Wetter des vergangenen Sommers anschaut. Es ist ein trauriges Bild, das der Bürgerwald nach einem weiteren Rekordsommer bietet: Junge Bäume sind vertrocknet und sind nicht mehr zu retten.

Vertrocknete Bäume im Bürgerwald: Neue Ideen sind gefragt

Vertreter der Grünen, der NABU- und der BUND-Gruppe trafen sich gemeinsam mit Bürgern und der Umweltbeauftragten der Gemeinde an einem der insgesamt 16 vertrockneten Bäume im Bürgerwald, um über Lösungen zu diskutieren. © Anna Gemünd

Wären sie zu retten gewesen? Diese Frage stellten die Grünen am Samstag gemeinsam mit einzelnen Bürgern, die Bäume im Bürgerwald gepflanzt hatten. Am Bürgerwald trafen sie sich mit der Umweltbeauftragten der Gemeinde, Tanja Flormann. Die brachte zunächst eine gute Nachricht mit: „Alle vertrockneten Bäume werden ersetzt. Am 3. November werden wir dafür neue Bäume pflanzen.“

„Alle vertrockneten Bäume werden ersetzt. Am 3. November werden wir dafür neue Bäume pflanzen.“
Tanja Flormann, Umweltbeauftragte der Gemeinde Holzwickede
Soweit so gut, doch ein Sommer wie der 2019 oder auch schon 2018 wird sich vermutlich wiederholen - wie lassen sich die Bäume dann retten? Mit eigenen Wassereimern seien sie im Sommer zum Bürgerwald gefahren, um ihren Baum zu gießen, schilderten einige Bürger die Situation. Doch die Kanister vom Auto quer über die Wiese zu schleppen, könne an auch nicht jedem zumuten.

„Es ist tatsächlich das erste Mal, dass wir so viele Ausfälle haben. Unsere Mitarbeiter haben die Bäume gewässert, aber wir kamen einfach nicht hinterher“, bekannte Tanja Flormann. Wassercontainer, wie sie für die Gefahrenabwehr bei Großveranstaltungen in der Gemeinde vorhanden sind, könnten eine Lösung sein „Wir werden prüfen, ob die Möglichkeit besteht, diese auf dem Gelände des Wertstoffhofes aufzustellen, damit auch eine soziale Kontrolle gegeben ist.“ Dann müssten die Bürger, die ihre Bäume gießen wollen, zumindest kein eigenes Wasser mehr von Zuhause mitbringen.

Eine ganz andere Idee kam auf Umwegen vom Neffen von Pfarrer Bernhard Middelanis: Er schreibt gerade seine Masterarbeit über die Bewässerung von Bäumen in klimatisch schwierigen Bedingungen. Durch spezielle Erden ließe sich die Vitalität der Bäume möglicherweise steigern. Auch das könnte ein Option für die Bäume im Bürgerwald sein. Denn „klimatisch schwierig“ ist ihre Situation angesichts der immer trockeneren Sommer definitiv.

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