Vandalismus: Löcher in Linde gebohrt und mit Chemikalien gefüllt

Baum an der Goethestraße

Ein oder mehrere Täter haben eine Linde an der Goethestraße mutwillig zerstört: Löcher wurden in den Stamm gebohrt und wohl über einen längeren Zeitraum mit einer chemischen Substanz gefüllt.

Holzwickede

16.08.2018 / Lesedauer: 3 min
Vandalismus: Löcher in Linde gebohrt und mit Chemikalien gefüllt

Die Löcher am Stammansatz sind deutlich zu erkennen. © Gemeinde Holzwickede

Die Verletzungen an der gemeindeeigenen Linde im Abschnitt zwischen Lübecker und Essener Weg sind im Rahmen der routinemäßigen Baumkontrolle bereits im April durch den Bauhof der Gemeinde aufgefallen. Nun zeigen sich die Auswirkungen: Der Baum wird sterben.

Im unteren Stammbereich sind mehrere Bohrlöcher erkennbar, die vermutlich mit einer chemischen Substanz befüllt wurden. Obwohl derartige Fälle zunehmend aus anderen Kommunen bekannt sind, blieb die Gemeinde Holzwickede bislang von ähnlichem Baumfrevel verschont. Die Auswirkungen der giftigen „Impfung“ sind sichtbar: Die Baumkrone der gut 50 Jahre alten Linde ist im Vergleich zu den angrenzenden Bäumen deutlich lichter. Der vorzeitige Blattabwurf lässt auf eine abnehmende Vitalität schließen. Komplette Kronenbereiche sterben nach und nach ab und können eine Gefahr für die Verkehrssicherheit werden.

Chemikalien über längeren Zeitraum eingefüllt

„Die Löcher haben einen Durchmesser von ungefähr zwei Zentimetern und finden sich an mehreren Stellen im Bereich des Wurzelwerks bis in eine Höhe von rund 30 Zentimetern am Stamm. Wir können nur vermuten, dass jemand über einen längeren Zeitraum möglicherweise mit einer Spritze eine schädliche Substanz eingefüllt hat“, sagt der stellvertretende Baubetriebshofleiter Armin Nedomansky. Der Baubetriebshof wird nun mit einen Kronensicherungsschnitt durchführen, damit von der Linde keine Gefahr für Anlieger und Nutzer der Goethestraße ausgeht. In den nächsten Wochen steht der Baum an der Goethestraße verstärkt unter Beobachtung, um vermehrtes Totholzaufkommen und mögliche Astausbrüche frühzeitig zu erkennen.

Nedomansky befürchtet, dass der Baum sich von den Schäden nicht erholen wird. Für die Gemeinde besteht dann nur noch die Möglichkeit, die Linde zu fällen und Ersatz zu pflanzen. Ein Jungbaum wird Jahrzehnte brauchen, um die ökologische Leistungsfähigkeit der kranken Linde zu erreichen. Der Sachschaden liegt in einer Höhe von mehreren Tausend Euro. Die Gemeindeverwaltung hat Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gestellt und hofft auf die Unterstützung der Bevölkerung. Für sachdienliche Hinweise zur Aufklärung des Baumfrevels hat die Gemeinde eine Belohnung in Höhe von 200 Euro ausgesetzt. Nedomansky will niemanden vorverurteilen, aber: „Das macht ja niemand mal eben. Da hat sich jemand aus einem bestimmten Grund Gedanken gemacht, damit der Baum abstirbt.“

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