Vandalismus beeinträchtigt das soziale Leben

dzKaputter Fahrstuhl an der Carolinenbrücke

Dass Unbekannte eine Fahrstuhl-Scheibe der Carolinenbrücke zerstörten, sorgt für Ärger. Sauer sind Bürger aber auf die Gemeinde, die sich nicht zum Zeitpunkt der Reparatur äußern kann.

Holzwickede

, 10.10.2018, 14:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass schon wieder ein Fahrstuhl an der Carolinenbrücke nicht funktioniert, trifft all jene, die nicht gut zu Fuß oder mit einem Kinderwagen unterwegs sind, hart. Dass die Gemeindeverwaltung, hier Fachbereichsleiter Uwe Nettlenbusch, aber nicht sagen kann, wann die defekte Glasscheibe ersetzt wird und der Fahrstuhl wieder in Betrieb gehen kann, das bringt manch einen Holzwickeder so richtig in Rage. Insbesondere die Bewohner des Seniorenhauses Neue Caroline und jene, die nebenan in der Anlage des Betreuten Wohnens leben, leiden.

„Das schränkt das soziale Leben sehr ein“, berichtet die Leiterin des Seniorenhauses, Martina Gehring, dass die Senioren, die so gehbehindert sind, dass sie auf gar keinen Fall die Treppen nehmen können, nun an Veranstaltung nicht mehr teilnehmen können. Schnell mal über die Brücke zum Einkauf beim Discounter oder in der Drogerie sei auch nicht mehr möglich. An dem freitäglichen Gang zum Wochenmarkt könnten auch nur die Senioren teilnehmen, die noch gut zu Fuß sind. Der Umweg über die Rausinger Straße und Nordstraße Richtung Gemeindemitte ist für die, die schlecht zu Fuß sind, auch keine Alternative, sagt Gehring. Der Weg ist viel zu lang, führt bergauf. Also müssen die Senioren und Gehbehinderten, müssen die Mütter und Väter mit Kinderwagen auf die Reparatur warten. Wie lange die Reparatur der Glasscheibe beim letzten Mal gedauert hat, weiß Martina Gehring nicht mehr genau. Sie weiß aber: „Es war viel zu lang.“

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Gar nicht lebenswert

„Wir hoffen darauf, dass die Gemeinde die Dringlichkeit sieht“, wünscht sich die Leiterin des Seniorenhauses ein schnelleres Handeln seitens der Gemeindeverwaltung. Und wie dringlich es ist, verstanden diejenigen, die den Mann beobachteten, der seinen Rollator schulterte und die Treppen mühsam erklomm. Von diesem Ereignis berichtete der Redaktion ein Holzwickeder. Von der Möglichkeit, mit einem Fahrstuhl nach unter aber nicht nach oben fahren zu können, berichtete ein weiterer Bürger.

Uwe Nettlenbusch, Fachbereichsleiter Technische Dienste, konnte auch am Mittwoch keinen Zeitpunkt nennen, zu dem die Reparatur erledigt ist. „Eine Firma betreibt die Anlage für die Gemeinde und die Firma ist zuständig“, erklärte Nettlenbusch, dass mehrere Versuche, die Fachfirma zu erreichen, bislang gescheitert seien. „Wir haben da einen fixen Ansprechpartner und warten auf den Rückruf“, so Nettlenbusch.

Im Rathaus gäbe es nunmal keinen Fahrstuhlbeauftragten, deshalb sei die Zuständigkeit „outgesourct“ worden. Nettlenbusch konnte demnach auch nicht die Frage beantworten, ob es sich bei der Glasscheibe um eine Sonderanfertigung handelt und es möglich ist, zur Sicherheit eine solche Scheibe zu bevorraten. So könnte schneller auf Vandalismusschäden reagiert werden.

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