Urlaubsguru schickt hundert Mitarbeiter in Kurzarbeit und Homeoffice

dzCoronavirus

Die Folgen der Coronaviruskrise treffen auch den Reisevermittler Urlaubsguru hart. Die Betreibergesellschaft Uniq führt ab Montag Kurzarbeit ein und schickt zudem alle Mitarbeiter ins Homeoffice.

Holzwickede

, 14.03.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Holzwickeder Internetfirma Uniq ist von der zunehmenden Verbreitung der Coronaviren gleich doppelt betroffen. Zum einen will sich das Unternehmen einer Verantwortung für die Gesundheit der knapp hundert Beschäftigten stellen, die üblicherweise in den Büroräumen im Ecoport zusammenarbeiten. Zum anderen ist der Reisevermittler Urlaubsguru als wichtigstes Projekt des Unternehmens stark von den tatsächlichen Einbrüchen am Reisemarkt und von der Verunsicherung der Menschen betroffen.

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Zwei Konsequenzen zieht der Urlaubsguru nun. Mitarbeiter an allen Standorten sollen ab sofort ihre Arbeit aus dem Homeoffice erledigen. Damit will der Urlaubsguru seine Belegschaftsmitglieder schützen und einen Beitrag dazu leisten, die weitere Verbreitung des Krankheitserregers zu bremsen. Aus wirtschaftlichen Gründen meldet Uniq ab Montag Kurzarbeit an. Dies sei die unmittelbare Reaktion auf die geringe Nachfrage nach Reisen.

Wie stark die Reduzierung der Arbeitszeit ausfällt, werde für die einzelnen Tätigkeitsbereiche individuell festgelegt. Wichtige Prozesse im Unternehmen sollen aufrecht erhalten bleiben, erklärte Geschäftsführer Daniel Krahn.

Urlaubsguru will während Kurzarbeit mehr zahlen als vorgeschrieben

Und: Weil das Kurzarbeitsgeld vom Staat nur einen Teil der Verdienstausfälle ausgleicht, wolle das Unternehmen den betroffenen Mitarbeiten in der Kurzarbeitsphase mehr Geld bezahlen als gesetzlich vorgeschrieben. Ziel sei es, dass die Mitarbeiter am Ende des Monats trotz Kurzarbeit ihr geregeltes Einkommen bekommen. Zugleich werde geprüft, unter welchen Bedingungen an den internationalen Standorten in Wien, in Utrecht und auf Mallorca Kurzarbeit eingeführt werden kann.

Unklar ist, für die lange diese Regelungen gelten. „Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich den Normalbetrieb wieder aufzunehmen. Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation, die wir aber hoffentlich gemeinsam meistern werden“, so Krahn.

Gleichwohl ist die gesamte Reisebranche hochgradig abhängig von der weiteren Entwicklung, sowohl von der tatsächlichen Ausbreitung der Krankheit als auch von Maßnahmen, die die betroffenen Länder zum Schutz ergreifen. Erst wenn die Seuche unter Kontrolle ist und sich die Verunsicherung der Menschen gelegt hat, wird auch die Lust aufs Reisen wieder frei ausgelebt werden können. Daniel Krahn geht davon aus, dass die Auswirkungen der Coronakrise das Unternehmen noch länger beeinträchtigen werden.

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