Uniq erklärt Wandel: Urlaubsguru und Sportmode boomen, Tierbedarf und Kreuzfahrten nicht

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Vieles funktioniert gut, manches nicht: Zum Reifeprozess beim Vorzeige-Start-Up Uniq („Urlaubsguru“) gehört nun die Trennung von nicht rentablen Marken. Für andere Projekte wiederum braucht der Reisevermittler mehr Leute.

Holzwickede

, 11.12.2019, 17:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwölf Entlassungen bisher sind für das Startup-Unternehmen Uniq mit Sitz am Ecoport in Holzwickede die unangenehme Begleiterscheinung eines Entwicklungsprozesses.

„Das war eine schwere Woche für uns“, sagt Mitgründer und Geschäftsführer Daniel Krahn im Rückblick auf die Tage im November, an denen Uniq die Kündigungen aussprach. Im Gespräch mit unserer Redaktion bezieht Krahn nun Stellung zu den Hintergründen.

Kein Erfolg auf dem Haustiermarkt

Die Stellen, die gestrichen wurden, hatten mit Marken zu tun, die Uniq neben seinem Flaggschiff „urlaubsguru.de“ betrieben hatte. Die Internetportale „Mein Haustier“ und „Fashion Fee“ hätten wirtschaftlich betrachtet nicht funktioniert. Das Haustier-Portal wurde verkauft, „Fashion Fee“ geschlossen.

Ähnlich die „Holidayguru“-Portale für Dänemark, Großbritannien, Frankreich und Italien: Auch diese habe Uniq aufgegeben, da sie sich am Markt nicht hätten etablieren können.

Das Reisevermittlungsportal „Captain Kreuzfahrt“ soll Anfang 2020 auslaufen. Krahn kündigt noch neun weitere Entlassungen bis Ende Januar an, bedingt durch den Wandlungsprozess, in dem sich das Unternehmen nun befinde.

Erfolgreiche Urlaubsguru-Ableger im Ausland

Gut hingegen funktionierten andere Urlaubsguru-Ableger im Ausland: Auf Mallorca wurde ein Büro eröffnet, ein weiteres im niederländischen Utrecht, für das ab 2020 noch weitere Mitarbeiter eingestellt werden sollen. Von einem Büro in Österreich aus wird schon länger der Markt in Österreich und der Schweiz bedient.

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Weiter Umsatzwachstum bei Urlaubsguru

Man werde sich nun stärker auf die erfolgreichen Projekte konzentrieren, allen voran Urlaubsguru, dessen Umsätze nach wie vor stiegen, so Krahn.

Und so stünden Entlassungen auf der einen Seite auch Neueinstellungen auf der anderen Seite gegenüber. Uniq habe etwa seine IT-Abteilung von zwölf auf 23 Mitarbeiter aufgestockt, auch soziale Medien würden nun mit mehr Personal bearbeitet.

Uniq zählt insgesamt 170 Mitarbeiter

Insgesamt habe Uniq derzeit rund 170 Mitarbeiter, denen man nach wie vor gute Arbeitsplätze biete. Das 2012 von Krahn und seinem Schulfreund Daniel Marx gegründete und seitdem mehrfach preisgekrönte Startup-Unternehmen legt Wert darauf, eine familiäre Wohlfühlatmosphäre auch nach außen zu kommunizieren. „Da viele Mitarbeiter schon lange dabei sind, fühlen sie sich stark mit dem Unternehmen verbunden“, so Krahn. Er erklärt weiter, dass man bei Kündigungen in dieser Situation auch immer mit sehr emotionalen Reaktionen rechnen müsse.

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Sportartikel-Website erfolgreich ausgegliedert

Nicht mehr mitgerechnet bei diesen 170 übrigens werden Mitarbeiter, die Uniq bei „Prinz Sportlich“ beschäftigt hatte. Die Internetseite, die Angebote für Sneaker und andere Sportkleidung sammelt, wurde in ein eigenständiges Unternehmen ausgegliedert.

Mit gewissem Stolz berichtet Krahn, dass diese GmbH inzwischen 14 Leute beschäftige. „Prinz Sportlich“ nennt Krahn als bestes Beispiel dafür, dass ein Unternehmer den Mut haben müsse, neue Dinge auszuprobieren. Auch wenn andere Portale nun nicht funktionierten, werde Uniq diesen Mut nicht verlieren.

Mietvertrag in Holzwickede soll verlängert werden

Und bleibt die Firma eigentlich mit ihrem Hauptsitz in Holzwickede? Uniq hatte schon vor geraumer Zeit erklärt, mit anderen Standorten zu liebäugeln. Auch Unna war ein Thema gewesen, doch erst einmal soll die Firma am Ecoport in der Gemeinde bleiben. Krahn bestätigt Gespräche über die Verlängerung des Mietvertrags.

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