Unfallopfer in Holzwickede weist auf Lebensgefahr bei abbiegenden Lastwagen hin

dzWilhelmstraße

Nur mit einem beherzten Sprung konnte sich Albert Hoppe retten. Den Schock nach einem Unfall mit einem Lkw nimmt der Fahrradfahrer zum Anlass, auf die Lebensgefahr im toten Winkel hinzuweisen.

Holzwickede

, 22.06.2019, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Unfall ereignete sich am Mittwochvormittag in Holzwickede: Albert Hoppe fuhr mit seinem E-Bike auf der Wilhelmstraße in östlicher Richtung. Er ist 69 Jahre alt und viel mit dem Fahrrad unterwegs. Wahrscheinlich ist es auch dieser Erfahrung zu verdanken, dass Albert Hoppe diesen Tag überlebt hat. Während er an der Straße entlang rollte, fuhr ein Sattelzug in derselben Richtung. An einer Einmündung bog der große Laster plötzlich rechts ab. Offenbar hatte der Fahrer den Radler neben sich überhaupt nicht wahrgenommen. „Ich sah schon die drei Achsen des Aufliegers auf mich zukommen“, erinnert sich Hoppe. Nur durch einen „Hechtsprung“ habe er sich retten können. Als der Lkw an ihm vorbei abbog, ließ Hoppe sich von seinem Rad fallen. Nun ist sein Drahtesel ein wenig verbeult, Hoppe selbst zog sich ein paar Schrammen zu. Er rief die Polizei. Der Lkw samt Fahrer wurde schnell auf dem Parkplatz ausfindig gemacht, auf den er abgebogen war. Die Polizei fertigte eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Unfallopfer in Holzwickede weist auf Lebensgefahr bei abbiegenden Lastwagen hin

Albert Hoppes Fahrrad hat ebenso wie er selbst leichte Blessuren davongetragen. © Marcel Drawe

Risiko Großfahrzeuge

Albert Hoppe ist „heilfroh“, wie er sagt, dass ihm fast gar nichts passiert ist. Als langjähriger Chef einer Speditionsfirma kennt er sich aus mit großen Fahrzeugen und ihren Risiken. Diesen Unfall nimmt er nun zum Anlass, auf die Gefahren des toten Winkels hinzuweisen. Gut möglich ist, dass er als Radfahrer gerade genau in dem Bereich fuhr, den der Lastwagenfahrer beim Rechtsabbiegen in seinem Rückspiegel nicht sehen kann. Brummilenker müssen an solchen Stellen besonders aufmerksam sein. Polizeisprecherin Vera Howanietz bestätigt, dass gerade in Zeiten der E-Bikes und Pedelecs erhöhte Vorsicht geboten sei. Diese fahren mitunter schneller als Fahrräder ohne elektrische Unterstützung. Die Gefahr bestehe darin, dass der Lkw-Fahrer vielleicht sogar den Radler noch im Rückspiegel sieht, aber dessen Tempo unterschätzt.

Tipps vom ADAC

Sicherheitshinweise zum toten Winkel veröffentlicht der ADAC auf seiner Internetseite www.adac.de. Dort erfahren Lkw-Fahrer unter anderem, dass sie ihre Außen- und Rückspiegel stets gut einstellen sollen und vor dem Abbiegen sowie vor jedem Spurwechsel hineinblicken. Die Fahrer sollten Fuß- und Radwege schon vor dem Abbiegen im Blick behalten. Die Verkehrsfachleute des Autoclubs gehen auch auf Assistenzsysteme ein, die das Risiko verringern, die die Aufmerksamkeit des Fahrers aber nicht verzichtbar machten. Lkw können mit Abbiegeassistenten ausgestattet werden, die aber bisher keine Pflicht sind.

Video
Video zum toten Winkel

Aufmerksamkeit sei von allen Verkehrsteilnehmern gefordert, betont Polizeisprecherin Howanietz. So rate sie Radfahrern unbedingt davon ab, ihr Vorfahrtsrecht einzufordern. Auch für diese schwächeren Verkehrsteilnehmer gibt es ADAC-Verhaltenstipps zur Vorbeugung von Unfällen, unter anderem diese: immer möglichst gut sichtbar sein, an Kreuzungen besser mit Abstand stehen bleiben, bis der Lkw ganz abgebogen ist.

Verkehrssituation ungeklärt

Albert Hoppe stimmt nach seinem Unfall aber auch die Verkehrssituation an der Wilhelmstraße nachdenklich. Er fuhr auf dem Gehweg. Dieser wirkt baulich wie die Verlängerung des Wegs entlang der Nordstraße, auf dem das Radfahren erlaubt ist. Gilt das auch noch nach dem Abbiegen auf die Wilhelmstraße? Diese Frage müsse im Interesse der Sicherheit einmal geklärt werden, meint Hoppe. Er will das Thema nun bei der Gemeinde oder einer anderen zuständigen Behörde ansprechen. Wer wo fahren darf, müsse eigentlich besser sichtbar gemacht werden, meint Hoppe.

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