Verwirrung um Kennzeichen Autokäufer flüchtet nach Unfall mit Totalschaden

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Bei einem Unfall erlitt das geparkte Auto eines Holzwickeders einen Totalschaden, der Unfallfahrer flüchtete. (Symbolbild)
Bei einem Unfall erlitt das geparkte Auto eines Holzwickeders einen Totalschaden, der Unfallfahrer flüchtete. (Symbolbild) © picture alliance / Paul Zinken/dpa
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Mit seiner Familie saß ein 50-jähriger Holzwickeder am Spätnachmittag des 27. März im Garten, als er einen lauten Knall hörte. Er rannte zur Straße und entdeckte die Ursache: Ein fremdes Auto war mit seinem Wagen kollidiert. Die Konsequenz: ein Totalschaden.

Der Unfallfahrer stand derweil mit seinem Pkw in einer Einfahrt – das Fenster war geöffnet und es lief laute Musik. Er sprach den Fremden an. Doch der reagierte nicht, blickte stur geradeaus und fuhr dann weg. Der Betroffene merkte sich das Kennzeichen und verständigte die Polizei. Und die stand kurz darauf vor der Tür des Dortmunders, der nach einem Blick ins System Halter des Fahrzeugs sein sollte.

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort wurde dem nun vor dem Amtsgericht Unna zur Last gelegt. Ein Vorwurf, den er nicht hinnehmen wollte. Er habe den Wagen am Vortag verkauft und aus reiner Freundlichkeit die Kennzeichen drangelassen. Am fraglichen Tag sei er mit einem Kollegen zunächst bei einem Fußballspiel in Schwerte und später in einer Pizzeria in Dortmund gewesen. In Holzwickede, genauer gesagt auf der Massener Straße, sei er nicht gewesen.

Dann sei die Polizei gekommen und den Beamten habe er nicht nur den Kaufvertrag gezeigt, sondern auch ein Foto vom Personalausweis des Käufers inklusive Bild des Mannes. Später habe er erfahren, dass das Fahrzeug erst vier oder fünf Wochen später umgemeldet worden sei. Den Käufer habe er nicht mehr gesehen, habe auch sonst keinen Kontakt mehr zu ihm gehabt. Eine Version, die seine Ehefrau kurz darauf bestätigte.

Betroffener konnte Fahrer nicht identifizieren

Auch wurde der geschädigte Holzwickeder Autobesitzer gehört. Er erinnerte sich gut an den Sonntag im März und wie er, als der Unfallfahrer geflüchtet sei, gedacht habe: „Das kann es nicht sein.“ Allerdings gab er auch an, sich in dem Moment mehr auf das Kennzeichen und weniger auf den Fremden hinter dem Steuer konzentriert zu haben. Und den habe er ohnehin nur von der Seite gesehen.

Auch habe er bei der Polizei in der Kartei auf ein Foto von einem anderen Mann getippt und als er dann ein Bild von dem Angeklagten gesehen habe, habe er gedacht, dass der es nicht gewesen sei. Heute könne er ihn natürlich auch nicht mehr erkennen.

Der Anklagevertreter und der Richter hatten genug gehört. Da nicht festgestellt werden konnte, dass der Dortmunder der Unfallfahrer war, wurde er freigesprochen.