Gefährliche Kreuzung: An der Sölder Straße endet kurz vor dem Wohnpark Emscherquelle der Gehweg. Fußgänger müssen dann die Straßenseite wechseln. Das fällt nicht allen Holzwickedern leicht. © Carlo Czichowski
Verkehr in Holzwickede

Und plötzlich ist Endstation: „Ist eine gefährliche Ecke hier“

Wenn die Bewohner des Perthes-Hauses spazieren gehen, müssen sie an einer Stelle besonders aufpassen. An der Ecke Sölder Straße/Breiter Weg endet nämlich der Gehweg.

Ursula Jüres, Hildegard Pokolm und Erhard Schubert sind Bewohner des Perthes-Hauses in Holzwickede. Wenn sie das Heim regelmäßig verlassen und rund um den Emscherweg spazieren gehen, fühlen sie sich nicht überall sicher.

Hier ist das Problem an der Kreuzung gut erkennbar. Auf der linke Seite der Sölder Straße (linker Bildrand) endet der Bürgersteig. Stattdessen ist der Straßenrand begrünt. Wer weiter Richtung Westen gehen möchte, muss also die Straße überqueren. © Carlo Czichowski © Carlo Czichowski

Vor allem wenn sie Richtung Westen laufen, kommt an der Sölder Straße – kurz vor dem Neubaugebiet Wohnpark Emscherquelle – eine Hürde, die auch kerngesunden Menschen sofort auffallen dürfte: Die Senioren, die im Alltag auf den Rollator angewiesen sind, müssen früher oder später die Straße überqueren. Der Gehweg hört auf der südlichen Seite der Sölder Straße nach der Kreuzung zum Breiten Weg auf.

Was zuletzt in der Politik diskutiert wurde, ist den Senioren schon länger aufgefallen. Dass sie dort die Straße überqueren müssen, ist für sie nicht nur nervig und anstrengend, sondern auch ein Sicherheitsrisiko: „Das ist eine gefährliche Ecke hier“, sagt Ursula Jüres. Nicht nur für Rollator-Nutzer, sondern auch für Rollstuhlfahrer sowie Frauen und Männer mit Kinderwagen, wie sie findet.

Manche Bewohner des Perthes-Hauses in Holzwickede gehen gerne spazieren. Bei einem Ausflug am Sonntag begleitete die Perthes-Mitarbeiterin Susanne Desar (rechts) die drei Senioren Erhard Schubert (dahinter), Ursula Jüres (vorne links) und Hildegard Pokolm (hinten links). © Carlo Czichowski © Carlo Czichowski

„Diese Strecke gehe ich jeden Tag“

Nicht alle Autofahrer halten sich dort an die Geschwindigkeitsbegrenzung mit Tempo 30. Die Einsicht ist nicht gerade perfekt. Wer zu schnell unterwegs ist, der könnte die drei Senioren oder andere Heimbewohner, die dort über die Straße gehen, schnell mal übersehen.

Für Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind, ist das Überqueren einer Straße alles andere als leicht. Selbst wenn kein Auto in Sicht ist, muss man gut Acht geben. Vor allem wenn das Auto zu schnell unterwegs ist. Dieser Autofahrer hat jedenfalls vorsorglich gebremst und einen Teil der Senioren über die Straße gehen lassen. © Carlo Czichowski © Carlo Czichowski

Dabei gehören die Ausflüge, die bis zum Beginn des Umbaus auch gerne mal zum Rewe-Markt an der Hauptstraße führten, bei vielen Heimbewohnern zu den netten Abwechslungen, die es im Alltag gibt. Manche werden gerne von Pflegern oder anderen Heimbewohnern begleitet, andere genießen die Zeit an der frischen Luft lieber alleine.

Erhard Schubert zum Beispiel geht regelmäßig zum Emscherquellhof und wieder zurück. „Diese Strecke gehe ich jeden Tag“, sagt er. Schubert genießt seine Spaziergänge, zu denen er oft direkt nach dem Frühstück aufbricht. Für ihn ist aber nicht nur der endende Bordstein eine Tücke. Gerade bei einem besonders flachen Bürgersteig kann er den Unterschied zur Straße nicht so gut erkennen. „Da muss ich höllisch aufpassen, dass ich mich nicht überschlage“, sagt er.

Hildegard Pokolm (links) und Erhard Schubert sind Bewohner des Perthes-Hauses. Pokolm ist Mitglied im Beirat der Einrichtung und hat schon mehrfach darauf hingewiesen, dass die Kreuzung gefährlich ist. Schubert geht jeden Tag einmal zum Emscherquellhof und wählt meist eine andere Route. © Carlo Czichowski © Carlo Czichowski

Auch Hildegard Pokolm und Ursula Jüres versuchen sich so oft es geht zu bewegen. Alle drei würden sich wünschen, dass sich an der Situation etwas ändert. Nicht nur in ihrem Sinne, sondern auch in dem der jungen Familien, die schon im Wohnpark Emscherquelle wohnen oder bald dort einziehen.

Über den Autor
Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
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Carlo Czichowski

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