Glasfaserarbeiten an der Nordstraße gibt es bereits seit Ende September. Nun will auch Vodafone in das Geschäft in Holzwickede einsteigen. © Archiv/Marcel Drawe
Glasfaserausbau in Holzwickede

Überraschendes Angebot: Vodafone will Holzwickede fit machen fürs Gigabit-Zeitalter

Vodafone plakatiert es unübersehbar an der Holzwickeder Nordstraße: Der Telekommunikationsriese will sich offenbar verstärkt in der Gemeinde tummeln. Das Ausmaß des Vorhabens überrascht selbst den Wirtschaftsförderer.

Schnelles Internet ist ein Standortfaktor für Kommunen: Jetzt überrascht Vodafone sogar die Verwaltung mit einem verführerischen Angebot. „Fit machen fürs Gigabit-Zeitalter“ will man die Gemeinde.

Das TK-Unternehmen will nach eigener Aussage das Glasfasernetz im Gewerbegebiet entlang der Nordstraße ausbauen. „Insgesamt sollen hier 135 Unternehmen von einem Glasfaseranschluss profitieren und mit bis zu einem Gigabit pro Sekunde an das Internet angeschlossen werden“, vermeldet Vodafone am Montag.

»Die brauchen richtig Power.«

Wirtschaftsförderer Stefan Thiel

Die Gemeindeverwaltung ist bislang über diese erhebliche Infrastrukturmaßnahem von Vodafone nicht ins Bild gesetzt worden. „Ich war selbst verwundert, ob der Anzahl der Plakatierungen“, gab Wirtschaftsförderer Stefan Thiel zu.

DSL für viele Unternehmen keine Option mehr

Auf seinem Weg zur Arbeit war ihm der plakatierte Slogan „Glasfaser: Schnelle Uploads für mehr Business“ am Morgen ebenfalls ins Auge gefallen. Die Reklame klebten die Düsseldorfer übrigens auf Werbeflächen aus dem Kommunalwahlkampf.

„Es hat noch keiner mit uns gesprochen“, versicherte Thiel. Angesichts des Ausmaßes des Vorhabens werde er aber nun sicherlich „aktiv auf Vodafone zugehen“.

Für die Gemeinde sei ein Engagement mehrerer Anbieter beim Breitbandinternet nur zu begrüßen, so Thiel. Unlängst hatte die Firma Muenet aus Rosendahl den Glasfaserausbau für einige Wohnbereiche in Holzwickede begonnen.

Er wisse, dass Unternehmen zum Beispiel im EcoPort längst zur Selbsthilfe gegriffen haben und seither über benötigtes Highspeed-Internet verfügen. Je nach Branche sind DSL-Leitungen keine Option mehr „Die brauchen richtig Power“, so Thiel.

Ein Gigabit pro Sekunde soll möglich werden

Vodafone spricht nun im Reklamesprech davon, „den Industriestandort Holzwickede fit für das Gigabit-Zeitalter“ machen zu wollen.

Anbieten will Vodafone für Kleinstbetriebe und mittelständische Unternehmen wahlweise Bandbreiten zwischen 500 Megabit oder einem Gigabit pro Sekunde, also 1000 Mbit/s. Bei der Wahl eines symmetrischen Anschlusses könne der Kunde gleiche Up- und Download-Geschwindigkeiten nutzen.

Der Ausbau werde „mehrere Millionen Euro“ teuer sein. Wirtschaftlich vertretbar für Vodafone sei das Projekt daher nur, wenn genügend Unternehmen einen Glasfaser-Anschluss von Vodafone wählen.

Diese Vorvermarktung beginne ab sofort und laufe bis zum 4. Januar 2021. Sollte die Nachfrage ausreichen, soll der Ausbau des Glasfasernetzes „schon in den kommenden zwölf Monaten“, so Vodafone, beginnen.

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Redaktion Fröndenberg
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Marcus Land
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