Trotz Betretungsverbot: „Truppi“ bleibt beliebtes Ziel für den Sonntagsausflug

dzBundeswehr-Übungsplatz

Bis Ende Juli ist das Bundeswehr-Übungsgelände in Hengsen und Opherdicke gesperrt. Wegen des Eichenprozessionsspinners ist Naherholung untersagt. Ein Sonntagsbesuch zeigt: Das Verbot wird umgangen.

Holzwickede

, 12.07.2020, 16:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vom Betretungsverbot wüssten sie nichts. Und als sie den „Truppi“ am Morgen über die Südseite ansteuerten, sei da auch nirgends ein Hinweis gewesen. So schildern es jedenfalls die drei Hobby-Fotografen am frühen Sonntagnachmittag, die auch angeben, dass einige Spaziergänger mit Hunden unterwegs seien.

Beim Besuch dieser Redaktion vor Ort hat das Trio den Standortübungsplatz soeben über die Nordseite gen Unnaer Straße verlassen. Jeder der drei zieht einen Trolley, groß wie ein Reisekoffer, hinter sich her. Neuntöter hätten sie fotografiert, die Naturfotografie sei ihre Passion. In den Trolleys das Equipment – vor allem große Tele-Objektive.

Unsicherheit vor dem abgesperrten Eingang zum „Truppi“

Alles glaubhaft, nur die Aussage, dass man im Süden gestartet sei und die Absperrungen nicht wahrgenommen habe, wird durch den Umstand konterkariert, dass das Trio aus dem Dortmunder Raum nach dem Gespräch zum geparkten Wagen am Haarstrang-Parkplatz weiterzieht...

Vor wenigen Tagen beklagte die Bundeswehr, dass sich nicht an das aktuelle Betretungsverbot gehalten werde, das durch die Verbreitung des Eichenprozessionsspinners nötig wurde. Aufgehängte Warnschilder werden ignoriert, gespannte Flatterbänder an den Zugängen mutwillig zerrissen. Dabei muss damit rechnen, einen Platzverweis und eine Ordnungswidrigkeitenanzeige zu kassieren, wer aktuell beim Spaziergang oder anderen Aktivitäten auf dem „Truppi“ erwischt wird.

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Zuständig für das Bundeswehr-Gelände ist Hauptfeldwebel Walloch aus der Glückauf-Kaserne in Unna-Königsborn. Er betonte gegenüber dieser Redaktion zuletzt, dass man den Standortübungsplatz der Öffentlichkeit weiterhin zur Verfügung stellen will. Aber bis man entlang der Eingänge und Wege alle Nester des Eichenprozessionsspinners auf dem weitläufigen Areal entfernt habe, bleibe der „Truppi“ eben gesperrt. Aktuell gilt das Betretungsverbot bis einschließlich 31. Juli.

Der Hauptfeldwebel hat die Erfahrung gemacht, dass eher die Besucher aus dem Umland für Probleme sorgen würden. Ein Abstecher in die Brauckstraße zeigt denn auch: Es finden sich Naturliebhaber mit Dortmunder Kennzeichen, die ratlos neben ihrem SUV und vor einer Absperrung stehen. Ein älteres Paar steigt dann doch wieder in ihren Wagen und fährt davon.

Sind Wald und Wiesen nicht gerade wegen der Gifthaare einer Raupe gesperrt, dann gelten klare Verhaltensregeln. Kurz gefasst ist auf dem Bundeswehr-Übungsplatz der Spaziergang oder das Wandern auf den Wegen erlaubt. Hunde müssen an der Leine geführt werden. Jede andere Idee der Freizeitgestaltung ist im Prinzip untersagt.

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