Im Laufe des Jahres sollen zwei neue Kitas in der Gemeinde eröffnen. Eine dritte soll im Wohnpark Emscherquelle entstehen. Den Eltern von 30 Kindern hilft das aktuell nicht: Ihnen fehlt noch ein Kita-Platz.

Holzwickede

, 26.05.2020, 17:40 Uhr / Lesedauer: 3 min

Während am Emscherpark die Kindertagesstätten der Awo und in Opherdicke des Evangelischen Kirchenkreises im Spätsommer und gen Dezember eröffnen sollen, will der Kreis Unna noch im Juni den nächsten Neubau auf den Weg bringen.

Derzeit läuft ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren für potenzielle Träger. Die sollen sich bestenfalls in einer Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses am 24. Juni vorstellen und im Nachgang ein Favorit von den Ausschussmitgliedern erwählt werden.

Das Verfahren hatte Sozialdezernent Torsten Göpfert erst kürzlich im vergangenen Ausschuss angekündigt und zeigt die Dringlichkeit: Es fehlt in Holzwickede trotz zweier Neubauten an Kita-Plätzen für die Betreuung von Kindern bis sechs Jahren.

Kita am Emscherpark schafft keine neuen Kapazitäten

Konkret stehen im Moment die Eltern von 30 Kindern zu Beginn des Kindergartenjahres am 1. August ohne Betreuungsplatz da. Wenn im August die Kita „Sonnenschein“ am Emscherpark öffnen soll, ziehen hier U- und Ü3-Kinder aus der Container-Lösung an der Rausinger Halle sowie der Einrichtung „Sonnenblume“ an der Opherdicker Dorfstraße ein. Mit vier Gruppen und 75 Kindern ist die neue Awo-Betreuungsstätte dann schon ausgelastet.

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Neue Kapazitäten schafft erst der Neubau an der Unnaer Straße in Opherdicke: In der neuen Kita „Schatzkiste“, die den alten Standort an der Schwerter Straße obsolet macht, können bestenfalls vor Jahresfrist 15 weitere Kinder betreut werden.

Dennoch muss sich das Jugendamt im Kreis Unna bemühen, für die verbliebenen 15 Kinder – acht unter drei Jahre und sieben älter als drei Jahre alt – einen Platz zu finden. „Wir sind mit den Eltern im Gespräch und suchen nach Lösungen“, sagt Kreissprecherin Birgit Kalle. Tagesmütter sind eine Option – aber auch hier stößt man in Holzwickede an die Kapazitätsgrenze.

Ohne die Container an der Rausinger Halle geht es weiterhin nicht

Wie hoch die Nachfrage nach Betreuungsplätzen in der Gemeinde ist, zeigt auch der Umstand, dass die Container an der Rausinger Halle nach Bezug der Kita am Emscherpark nicht verschwinden werden: Ein potenzieller Träger für die geplante Einrichtung im Wohnpark Emscherquelle muss sich zunächst verpflichten, sich hier weiterhin um Kinder zu kümmern. Absehbar ist zudem, dass die Container nicht ausreichen werden. Es weitere Räumlichkeiten für zusätzliche Gruppen braucht.

Schnellstmöglich sollte die Kita am Emscherpark entstehen, damit die Container an der Rausinger Halle obsolet werden. Da es trotz zweier Neubauten weiter an Plätzen mangelt, werden die Container wohl noch mindestens zwei Jahre benötigt.

Schnellstmöglich sollte die Kita am Emscherpark entstehen, damit die Container an der Rausinger Halle obsolet werden. Da es trotz zweier Neubauten weiter an Plätzen mangelt, werden die Container wohl noch mindestens zwei Jahre benötigt. © Marcel Drawe

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Beim Jugendamt im Kreis Unna, das den Rechtsanspruch auf Betreuung erfüllen muss und für die Kindergarten-Bedarfsplanung zuständig ist, wird man diesbezüglich nicht konkret. Denkbar wäre, dass Eltern auch weiterhin ihren Nachwuchs in der einstigen Schule an der Dorfstraße abgeben und das Gebäude als Standort unter anderem Träger oder weiterhin unter der Awo – je nach Ablauf des anstehenden Fachausschusses – erhalten bleibt.

„Modul-Kita und Übergangsgruppe können und dürfen keine Dauerlösung werden.“
Katja Schuon, Leiterin Familie und Jugend beim Kreis Unna

Übergangslösungen verbrennen Geld

„Es ist natürlich erfreulich für die Gemeinde Holzwickede, dass sich hier vor allem Familien niederlassen“, so Kalle. Andererseits steht man dadurch unter Druck. Nicht nur zeitlich: Die Container-Module an der Rausinger Halle müssen seit Bezug Ende 2017 angemietet werden. Kosten bislang: rund 133.000 Euro.

Geld, das letztlich über die differenzierte Kreisumlage wieder aus der Kasse der Kommune eingezogen wird. „Modul-Kita und Übergangsgruppe können und dürfen keine Dauerlösung werden, zumal der Bedarf an Kita-Plätzen kein vorübergehender bleiben wird“, erklärt Katja Schuon, Leiterin des Fachbereichs Familie und Jugend beim Kreis Unna.

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Die Ausschreibung für einen weiteren Neubau sieht für das vorläufige Gesamtbudget von 2,37 Millionen Euro eine vierzügige Kindertagesstätte für bis zu 70 Kinder im Alter zwischen 0 und 6 Jahren im Wohnpark Emscherquelle vor. Geht es nach den Verantwortlichen im Kreis, eröffnet die Kita zwischen dem vierten Quartal 2021 und dem ersten 2022.

Bei den Planungen für den Wohnpark Emscherquelle war Vorgabe, dass der Investor eine Fläche für eine Kita vorhält.

Bei den Planungen für den Wohnpark Emscherquelle war Vorgabe, dass der Investor eine Fläche für eine Kita vorhält. © Hans Blossey

Der künftige Träger soll indes bis Fertigstellung 50 Plätze in der modularen Container-Kita sowie in noch zu findenden Räumen vorhalten, um aktuelle und künftige Bedarfe zu decken. In den Containern an der Rausinger Halle wurden zuletzt nur U3-Kinder betreut – und die Einrichtung war mit ihren 30 Plätzen ausgelastet.

Selbst wenn in knapp zwei Jahren ein Kita-Neubau im Wohnpark Emscherquelle entsteht: Der Baustart für die ersten 20 Reihenhäuser soll im Laufe des Sommers erfolgen. 66, mitunter auch für Senioren geplante, Mietwohnungen werden zeitnah in Mehrfamilienhäusern folgen. Laut Wilma sind bereits 95 Prozent dieser 20 Reihenhäuser aus der ersten Bauphase verkauft.

Der Verkaufsstart für 20 weitere Doppelhäuser, drei Einfamilien- sowie drei Reihenhäuser ist aktuell in Vorbereitung. Kinder all dieser potenziellen Hauseigentümer und Mieter werden sich in den nächsten Jahren zusätzlich in den Bedarfszahlen zur Kinderbetreuung finden.

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