Tosca ist der Star beim Laternenumzug

Martinsbummel erstmals am Samstagabend

So aufgeregt wie die Kinder mit ihren Laternen, so gelassen steht Tosca mitten im Trubel. Die Stute ist die Ruhe selbst. Kein Wunder: Mit Martinsumzügen hat sie schon jahrelange Erfahrung.

von Gabriele Hoffmann, Lena Zschirpe

Holzwickede

, 11.11.2018, 17:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
Tosca ist der Star beim Laternenumzug

Da leuchteten viele Kinderaugen mit den Laternen um die Wette. Der Martinsumzug war für die Kinder wieder ein tolles Erlebnis.Fotos (3): Hennes. © UDO HENNES

Das Fell glänzt schwarz, die Augen sind wach, die Ohren aufmerksam aufgerichtet. Gleich geht es los. Tosca weiß genau, was jetzt passiert. Noch steht sie auf dem Festplatz von Louviers. Dort hat Klaus Walde den Pferdehänger geparkt und der Stute die rotsamtene Satteldecke und den Sattel aufgelegt. Die Zügel sind passend geschmückt, die Trense glitzert edel auf dem breiten Kopf.

Tosca ist der Star beim Laternenumzug

Ein eingespieltes Paar: Die Stute Tosca und ihr Reiter Klaus Walde. © UDO HENNES

Aus dem Heimatstall in Iserlohn ist das Paar zum Umzug der Kolpingsfamilie angereist. Erst am Tag zuvor war Tosca für den Kindergarten St. Marien gebucht. Sie kennt das alles schon seit Jahren. Als die Kolpingsfamilien per Radioaufruf einen Martin mit Pferd suchte, hat sich Klaus Walde gemeldet. Seine jetzt 13-jährige Stute ist die Idealbesetzung für den Job. Tosca ist ein sächsisches schweres Warmblut im sächsischen Kamenz gezogen. Dort hat Walde sie vor zehn Jahren entdeckt und ihre Stärken auf den ersten Blick erkannt. Schon dem jungen Pferd war anzumerken, dass es ruhig und gelassen ist. Der Kauf war ein Glücksfall für den Reiter. In der Dressur und im Springen ausgebildet, geht Tosca auch vor der Kutsche.

Die Stute ist absolut sicher im Verkehr, schussfest, hat keine Angst vor Feuer oder lauter Musik. Beste Voraussetzung also für ein Martinspferd.

Laternenumzüge führt die stattliche Stute auch anderswo an. Beim katholischen Kindergarten am Freitag gehörte auch die Mantelteilung dazu. Dafür hat Klaus Walde seinen roten Umhang mit Klettband präpariert.

In ein paar Wochen sind die beiden auf Fröndenberger Terrain unterwegs. Dann ziehen sie um Nikolaus herum durch Ostbüren und Warmen.

Tosca hat übrigens berühmte Vorfahren. Das erzählt Walde stolz und gerne. Die Stute geht zurück auf eine alte Oldenburger Zucht. August der Starke hat mit einigen dieser Pferde den Grundstein für die neue sächsische Zucht der schweren Warmblüter gelegt, die später das Landgestüt Moritzburg berühmt gemacht haben.

Der Martinsbummel wurde in diesem Jahr mit Veränderungen und Sonderaktionen für die Kunden begleitet.
Tosca ist der Star beim Laternenumzug

Das gibt es auch nicht alle Tage: Livemusik bei Schuster Meiritz. Die auf Jamaika aufgewachsene Sängerin Andrea Thompson begeisterte die Zuhörer mit einer außergewöhnlichen Powerstimme. © Udo Hennes

Zum ersten Mal fand der Martinsbummel als „langer Samstag“ statt. „In den vergangenen Jahren haben wir immer einen verkaufsoffenen Sonntag veranstaltet, in diesem Jahr wollten wir etwas Neues ausprobieren. Der Samstag ist für Einzelhändler ja sowieso schon ein Arbeitstag und viele Familien sind dann auch mehr in Bummelstimmung“, so Christian van Bremen, der Vorsitzende des AKH (Aktivkreis Holzwickede). „Den Ablauf von den vergangenen Jahren haben wir aber beibehalten.“ Ob der Martinsbummel im nächsten Jahr wieder an einem Samstag stattfindet, soll sich in Kürze klären. Dies sei eine gemeinschaftliche Entscheidung unter den ansässigen Einzelhändlern.

Spaß für die ganze Familie

Während beim Schumacher Meiritz eine Sängerin für eine beeindruckende Musikeinlage sorgte, staunten Kinder und Erwachsene über eine Feuer- und Zaubershow draußen auf der Allee. Außerdem lief parallel eine Stempeljagd für Groß und Klein durch die Geschäfte. Zur Verlosung versammelten sich die Teilnehmer um 17 Uhr am Emscherpark vor Lohenstein. Für Kinder winkten tolle Preise wie Plüschtiere, Fußbälle und weitere Spielsets. Wer kein Glück hatte, durfte in eine große Trostpreis-Tüte greifen. Die Preise der Erwachsenen wurden im Vorfeld von den lokalen Geschäften gestiftet und fielen ebenso vielfältig aus. Dann musste nur noch eine kurze Wartezeit überbrückt werden. Die ersten Kinder hatten schon ihre Laternen angezündet und machten sich auf den Weg zum Marktplatz. Denn dort startete um 18 Uhr der Martinsumzug. Auch für die Kolpingsfamlie war der Samstagabend ein neuer Termin. Die Resonanz war nicht ganz so groß wie in den Vorjahren. Ob es an der Terminverlegung oder am konkurrierenden Bundesliga-Topspiel in Dortmund lag, wird die Analyse ergeben. Dann entscheidet auch die Kolpingsfamilie mit den AKH, wann der Laternenumzug im nächsten Jahr stattfinden wird. Den Mädchen und Jungen dürfte das egal sein. Die Kinder hatten am Samstagabend wieder ein tolles Erlebnis. Bei völliger Dunkelheit leuchteten die teils selbst gebastelten Laternen der Kinder. Die lauten Chorgesänge wurden von einer Kapelle begleitet und allen voran ritt der besungene Sankt Martin mit seinem Pferd. Die Route des Lichtermeers endete bei der Aloysiusschule. Auf dem Schulhof führten die Drittklässler das Martinsspiel auf. Der Abend klang bei Martinsbrezeln, Bratwürstchen und warmen Getränken aus. Maik Reumschüssel von der Kolpingsfamilie war zufrieden. Der große Aufwand, den die Organisation des Umzuges erfordert, hat sich wieder gelohnt.
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