Der Wohnpark Emscherquelle an der Schäferkampstraße ist das größte Projekt, bei dem in Holzwickede neuer Wohnraum entsteht. Nach der endgültigen Fertigstellung werden hier fast 150 Familien Platz finden. © Archiv
Wohnungsmarkt

Teurer Traum vom Eigenheim: Preise für Immobilien sind explodiert

In drei Jahren hat sich auf dem Immobilienmarkt in Holzwickede viel getan. Um ungefähr 25 Prozent sind die Preise regelrecht in die Höhe geschossen.

Die Häuserpreise sind schon lange nicht mehr so niedrig, wie sie vor einigen Jahren noch waren. Ein Holzwickeder ist wegen dieser Entwicklung besorgt. Er war bis vor kurzem noch selbst auf der Suche nach einem eigenen Haus, ist mit seiner Frau aber vor allem aus finanziellen Gründen in seiner Eigentumswohnung geblieben.

Im Gespräch mit dieser Redaktion äußert er sich über die schwierige Suche, die er inzwischen bereits aufgegeben hat, möchte aber nicht namentlich zitiert werden. Vor allem wegen des Neubaugebiets, das bald an der Massener Straße entstehen wird, ist er an die Odyssee erinnert worden, die er in den vergangenen Jahren auf dem Holzwickeder Immobilienmarkt erlebt hat.

„Wer kann sich so einen Kaufpreis leisten?“

Für ein Haus mit vier Zimmern und 124 Quadratmetern Wohnfläche zahlt man im künftigen Wohngebiet „Dudenrother Höfe“ zum Beispiel 435.000 Euro. Eine stolze Summe, wie der Holzwickeder findet. Vor einigen Jahren hätte man für ein vergleichbares Objekt mindestens 50.000 Euro weniger bezahlt. Vielleicht sogar noch deutlich weniger.

Er habe sich damit abgefunden, dass er sich in Holzwickede kein Haus leisten könne, hält die Entwicklung aber für schade: „Wer kann sich so einen Kaufpreis überhaupt leisten?“, fragt er sich. Er gehe davon aus, dass in den Neubaugebieten, die derzeit entstehen, vor allem Wohnraum für gutverdienende Neubürger entsteht. „Die meisten Holzwickeder können sich sowas auf jeden Fall nicht leisten“, vermutet er.

An der Massener Straße soll ab kommendem Jahr ein Neubaugebiet mit 35 Wohneinheiten gebaut werden.
An der Massener Straße soll ab kommendem Jahr ein Neubaugebiet mit 35 Wohneinheiten gebaut werden. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Der Erwerb von Eigentum ist in Holzwickede in den vergangenen Jahren tatsächlich teurer geworden. Hierzu gibt es jetzt jedenfalls Zahlen. Im ersten Quartal 2021 liegt der durchschnittliche Quadratmeterschätzwert für Wohnimmobilien in Nordrhein-Westfalen bei 2326 Euro und damit knapp 31 Prozent über den Schätzwerten vom ersten Quartal 2018. Diese Zahlen hat das Immobilienportal Scoperty kürzlich veröffentlicht.

Zu den teuersten Städten des Landes zählen demnach Köln und Düsseldorf mit mehr als 4000 Euro pro Quadratmeter. Günstiger wird es abseits der großstädtischen Ballungsräume und in kleineren Kommunen im Ruhrgebiet. Im Kreis Unna liegt dieser Wert aktuell bei 1808 Euro und damit rund 25 Prozent höher als vor drei Jahren.

Konkrete Werte für Holzwickede hat das Portal nicht herausgegeben. Mit Blick auf die Preise, die momentan für eine Immobilie auf den Plan gerufen werden, kann man aber von einer ähnlichen Preisexplosion ausgehen.

Über den Autor
Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
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Carlo Czichowski

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