Testzentrum auf Coronavirus nimmt Arbeit auf und alle Seiten gewinnen

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Statt das Personal eigenverantwortlich zum Arzt zu schicken, kommt der Arzt zur Belegschaft: Für die Grundschulen und die weiterführenden Schulen hat am Mittwoch erstmals ein Testzentrum die Arbeit aufgenommen.

Holzwickede

, 12.08.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Land NRW bietet vorerst allen Beschäftigten von Schulen und Kindertagesstätten zwischen dem 3. August und 9. Oktober an, sich kostenlos auf das Coronavirus testen zu lassen. Das soll im zweiwöchentlichen Rhythmus passieren und drückte sich am Mittwoch nach Ferienende erstmals in einer eigenen Lösung im Schulzentrum aus.

Die Belegschaften der vier Grundschulen sowie von Clara-Schuman-Gymnasium und Josef-Reding-Hauptschule konnten sich am Mittwoch von Dr. Dirk Westermann und seinem vierköpfigen Team im umfunktionierten Schüler-Café der JRS testen lassen.

Idee zu Reihentests auf Coronavirus kurzfristig umgesetzt

Nachdem die mitgebrachte Technik und das vorhandene Netzwerk zunächst die Zusammenarbeit verweigerten, stand schließlich doch die Verbindung zum Internet und konnten die Tests gegen Mittag anlaufen. Dass zum Start nicht alles reibungslos lief, ist nicht verwunderlich: „Wir haben am Montag entschieden, dass wir das machen wollen“, sagt Dr. Westermann.

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Entscheidungsgrundlage sei eine mögliche Win-Win-Situation für alle Beteiligten gewesen: Für das Schulpersonal sei es laut JR-Schulleiter Klaus Helmig mitunter schwierig gewesen, einen Termin bei ihren Hausärzten für einen Test zu bekommen. Und für die Ärzte sei es ein Mehraufwand, wenn sie im Rahmen ihrer Sprechstunden einzelne Tests durchführen und dabei jedes Mal das Corona-Prozedere mit Schutzkleidung etc. durchziehen müssten.

Für Dr. Dirk Westermann ergibt es Sinn, alle zwei Wochen zentral im Schulzentrum zu Corona-Tests zu laden. So muss sich die Belegschaft nicht um einen Termin beim Hausarzt kümmern und auch der Arzt hat durch die Reihenuntersuchung letztlich weniger Aufwand.

Für Dr. Dirk Westermann ergibt es Sinn, alle zwei Wochen zentral im Schulzentrum zu Corona-Tests zu laden. So muss sich die Belegschaft nicht um einen Termin beim Hausarzt kümmern und auch der Arzt hat durch die Reihenuntersuchung letztlich weniger Aufwand. © Marcel Drawe

„Es ergibt einfach Sinn, das so zu machen“, sagt Dr. Westermann. Für die Gemeinde als Schulträger zeigt sich Fachbereichsleiter Matthias Aufermann dankbar für die Initiative des Allgemeinmediziners. So sei gewährleistet, dass möglichst viel Personal sich auch testen lässt – mögliche Folgen inklusive. „Bei einem positiven Test müssen wir in Absprache mit dem Gesundheitsamt schauen, welche Folgen das haben wird“, so Aufermann.

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Warn-App wird in die Testungen einbezogen

  • Zu den Testungen gehören auch Formulare für die Testpersonen, die einen QR-Code enthalten.
  • Wird eine Person positiv auf das Virus getestet, sollte sie den Code per Smartphone scannen, so dass die App einen entsprechenden Hinweis an Menschen senden kann, die sich zuletzt in der Nähe dieser Person aufgehalten haben.

Der Ablauf vor Ort stellt sich für die freiwilligen Tests dabei folgendermaßen dar: Die Testpersonen geben vor Ort ihre persönlichen Daten an. „Auf freiwilliger Basis fragen wir dabei auch ab, wer zuletzt wo im Urlaub war“, so Westermann. Dann erfolgt ein Rachen- und Nasenabstrich.

Die Abstriche landen in Teströhrchen, die an ein Labor in Dortmund geschickt werden. „Bei negativen Tests bekommen wir in der Regel ein Fax. Bei positiven auch, aber dann wird auch das Gesundheitsamt informiert“, sagt Dr. Westermann.

Das Amt wiederum kontaktiert die betroffene Person, die dann verpflichtet ist, sich an die jeweilige Schulleitung zu wenden. Dann beginnt der Austausch zwischen Schulleitung sowie Gesundheitsamt und Fragen nach Kontaktpersonen, Abständen vor Ort etc. müssen beantwortet werden. Das wiederum wäre dann Grundlage für die Entscheidung, ob etwa einzelne Klassen in Quarantäne geschickt werden oder gar eine Einrichtung komplett den Betrieb einstellen müsste.

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