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Tat in Videochat dokumentiert: Mutter zündet Wäsche an und verlässt Wohnung

dzFamiliendrama

Nachdem die Holzwickeder Feuerwehr zwei Kinder in der Nacht zu Sonntag nur knapp aus einer brennenden Wohnung retten konnte, gibt die Staatsanwaltschaft jetzt Details der Tragödie bekannt.

Holzwickede

, 20.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Bereits während des Brandes in einer Wohnung am Frankfurter Weg in Holzwickede, der für zwei Kinder (zwei und fünf) fast zur tödlichen Falle wurde, war der Polizei offenbar bekannt, dass es Aufzeichnungen der Tat im Internet gab. Jetzt bestätigt die Staatsanwaltschaft, dass ein Bekannter der 26-jährigen dringend unter Tatverdacht stehenden Mutter der beiden Kinder die Szenerie in einem Videochat dokumentiert hat. Wie berichtet wird nun wegen versuchten Mordes und besonders schwerer Brandstiftung gegen die 26-Jährige ermittelt. Sie wurde am Montag dem Haftrichter des Amtsgerichtes Unna vorgeführt. Dieser erließ antragsgemäß einen Untersuchungshaftbefehl wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit besonders schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung.

Screenshots, die der Bekannte der Frau während des Videochats gemacht hat, dokumentieren laut Staatsanwalt Felix Giesenregen bestens den Hergang der Tat. Während des Bild-Telefonats am Laptop habe der Bekannte beobachten können, wie die 26-Jährige zu einem Streichholz griff und die Wäsche in Brand setzte. Der Bekannte habe geistesgegenwärtig gehandelt und die Tat mit Screenshots festgehalten. Zu sehen sei auch, wie Flammen und Rauch sich ausbreiteten und die Mutter die Wohnung verließ, ohne ihre Kinder mitzunehmen.

Mutter geriet außer sich, weil der Lebensgefährte nicht nach Hause kam

Hintergrund der Tat soll ein Streit mit dem Lebensgefährten und Vater der beiden Söhne gewesen sein. Nach Angaben des Staatsanwalts sei die Frau während des Telefonats außer sich geraten, weil dieser nicht nach Hause gekommen war und sie ihn nicht erreichen konnte.

Der Bekannte teilte die aufgenommenen Bilder sofort mit der Familie. Aus Kreisen der Familie der 26-Jährigen sind dann auch Feuerwehr und Polizei zur Wohnung in Holzwickede gerufen worden. Dort hatten sich Flammen und Rauch bereits so stark ausgebreitet, dass ein Nachbar beim Versuch, die Kinder zu retten, Rauchgasvergiftungen erlitt. Selbst die Feuerwehr hatte mit dem Einsatz körperlich und seelisch zu kämpfen. Einige Kameraden litten unter Kreislaufproblemen. Für die mentale Unterstützung war das sogenannte PSU-Team der Feuerwehr Unna vor Ort.

Die Kinder und der verletzte Nachbar befinden sich nicht in Lebensgefahr

Laut Kenntnisstand der Staatsanwaltschaft sind die beiden Kinder noch im Krankenhaus. Der Fünfjährige habe schwerere Verletzungen davongetragen, als der zweijährige Sohn. Beide Kinder befinden sich aber auf dem Weg der Besserung. Der Nachbar, der sich beim Versuch zu helfen, selbst in Gefahr brachte, sei nicht so stark verletzt, dass er länger im Krankenhaus behandelt werden muss.

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