Tamagotchi ist out: Diese Holzwickeder möchten etwas anderes wachsen sehen

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Zum zwölften Mal machten sich Holzwickeder mit Schaufeln in der Hand auf zum Bürgerwald am Oelpfad und pflanzten Bäume für den Umweltschutz. Doch nicht nur der Umweltgedanke spielte eine Rolle.

Holzwickede

, 03.11.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ich stehe für die Natur ein“, sagte Manfred Groß-Hohnacker und deutete auf einen Baum, der gerade noch unmittelbar neben ihm lag. Wenige Minuten später hob der Rentner gemeinsam mit seinem Sohn Thomas den Baum in eine der zehn freigeschaufelten Flächen auf dem Bürgerwald in Holzwickede hinein.

Groß-Hohnacker möchte der nächsten Generation etwas hinterlassen, „wenn ich mal irgendwann nicht mehr da bin“, wie er in einem kurzen Gespräch verrät. Das ist eine der vielen Geschichten, die mit jeweils einem dieser neu gepflanzten Bäume fortan eng verknüpft sein werden.

Tamagotchi ist out: Diese Holzwickeder möchten etwas anderes wachsen sehen

Bürgermeisterin Ulrike Drossel (BBL, Vordergrund) eröffnete das 12. Pflanzfest im Bürgerwald am Oelpfad. Anschließend nahmen die Anwesenden die Schaufel zur Hand und schufen sich (hoffentlich) nachhaltiges Erinnerungsstück. © Udo Hennes

Mit Gummistiefeln und wetterfester Kleidung zum Bürgerwald

Bei der zwölften Baumpflanzaktion, zu der knapp 100 Holzwickeder kamen, wurden insgesamt zehn dieser neuen Laubbäume eingebuddelt. Mit Gummistiefeln und wetterfester Kleidung ausgestattet hatten sich zahlreiche Familien und auch eine Schulklasse des CSG zum Bürgerwald aufgemacht, um an dieser symbolträchtigen Prozedur teilzunehmen.

Es war aber nicht nur der Umweltgedanke, der sie zur Teilnahme an der Aktion bewogen hatte. In vielen Fällen waren die Bäume zusätzlich mit einer persönlichen Geschichte verknüpft. Der kleine Niklas etwa hatte seinen Baum zur Taufe geschenkt bekommen. So wie viele weitere Kinder auch.

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Ein nachhaltiges Geschenk für die Jüngsten der Familie

Gemeinsam mit Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel und Cousins und Cousinen packte auch Niklas mit an. Seine Cousins und Cousinen haben bereits einen eigenen Baum im Baby-Wald in Kessebüren eingepflanzt. Für den kleinen Niklas fanden die Kopeckys einen schönen Platz im Bürgerwald Holzwickede, wie Oma Doris Piepke erklärt. Es ist gewissermaßen ein Geschenk für die Jüngsten der Familie, für das sie im besten Fall auch Verantwortung übernehmen sollen.

Tamagotchi ist out: Diese Holzwickeder möchten etwas anderes wachsen sehen

Volle Schaufel voraus: Beim Pflanzfest im Bürgerwald am Oelpfad halfen auch die Nachwuchs-„Buddler“ mit. Der kleine Niklas (rechts im Bild) bekam einen Baum zur Taufe geschenkt, den er am Sonntag gemeinsam mit seiner Familie eingepflanzt hat. © Udo Hennes

Bei der Einpflanzung des Baumes soll es nämlich nicht bleiben: Die Personen beziehungsweise Familien übernehmen für ihren Baum eine Patenschaft. Die Pflege des eigenen Baumes ist dabei eine ebenso ehrenhafte wie anspruchsvolle Aufgabe, der die meisten Baumpaten in der Regel auch nachkommen.

Ein Teil der Bäume hat den Sommer nicht überstanden

In diesem Sommer aber nicht immer erfolgreich: Ein Teil der Bäume hat die heißen Temparaturen nicht überlebt. Trotz regelmäßiger Gießaktionen, die vor allem von den Mitarbeitern des Baubetriebshofes organisiert und umgesetzt wurden, gingen einige Bäume ein. Die restlichen 142 bekamen am Sonntag zehn neue Nachbarn, die dort künftig fest verwurzelt sein sollen.

„Es ist schön den Bäumen beim Wachsen zuzusehen“, sagte Bürgermeisterin Ulrike Drossel (BBL), die gemeinsam mit ihrer Familie auch ein Exemplar für ihre beiden Enkelkinder eingepflanzt hatte.

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Fachgerecht fest gezurrt: Die beiden Mitarbeiter des Baubetriebshofes, Patrick Flessenkämper und Dominik Breitenstein, halfen beim Binden der Bäume. © Udo Hennes

„Es ist als Andenken an ihre Schulzeit gedacht“

Ganz allein mussten die Familien aber nicht Hand anlegen: Mehrere Mitarbeiter des Baubetriebshofes halfen ihnen speziell bei der Befestigung. Gerade dann, wenn viel Muskelkraft von Nöten war. So auch bei einer Schulklasse des Clara-Schumann-Gymnasiums, die zusammen mit Eltern aus der Klassenpflegschaft vor Ort waren: „Es ist als Andenken an ihre Schulzeit gedacht“, sagte Doreen Kremse, aus der Klassenpflegschaft.

Im Anschluss an die Pflanzaktion ging es für sie noch in das Vereinsheim des TuS Elch, wo die Baumpaten noch eine Urkunde überreicht bekamen und bei Bratwürsten und Getränken den Tag ausklingen ließen.

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