Surrealismus in Wort und Bild aus dem Hause Ende

Lesung zur Ausstellung

Vater und Sohn in Texten und Bildern vereint: Das musische Talent liegt in der Familie, wie die Gäste von zwei Veranstaltungen in Opherdicke erleben konnten.

11.11.2018, 17:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Surrealismus in Wort und Bild aus dem Hause Ende

Anne-Kathrin Schlegel bei der Lesung zu „Die unendliche Geschichte“.

Parallel zur Kunstausstellung des Surrealisten Edgar Ende im Haus Opherdicke fanden am Wochenende gleich zwei Lesungen von Werken seines Sohnes Michael Ende statt, darunter eine speziell für Kinder und eine für Erwachsene.

Das musische Talent lag hier offenbar in der Familie: Edgar Ende zählt bis heute zu den wichtigsten deutschen Vertretern des Surrealismus während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, seinen Sohn Michael kennen die meisten von Erzählungen und Romanen wie „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivenführer“, „Momo“ und „Die unendliche Geschichte“. Auszüge aus „Momo“ las Anne-Katrin Schlegel am Samstag im Kaminzimmer des Haus Opherdicke, spannend für Kinder inszeniert, vor. Bei Regenwetter draußen wurde es drinnen dabei umso gemütlicher: Der große Lesetisch war mit Samt-Decken und alten, geheimnisvollen Büchern geschmückt. Vor allem für jene Kinder, die die Geschichte um Bastian Balthasar Bux, dem Drachen Fuchur und der kindlichen Kaiserin noch nicht kannten, war die Lesung wohl besonders fesselnd. Schlegel ist so vertraut mit den Texten, dass sie außerdem immer wieder den direkten Blickkontakt zu ihren Zuhörern suchen, in die verschiedenen Charaktere schlüpfen und sogar mitsingen konnte.

Am Sonntag folgte mit „Der Spiegel im Spiegel“ eine Lesung für Erwachsene. Diese Kurzgeschichten, die inhaltlich miteinander verknüpft sind, hat Ende ursprünglich auch seinem Vater gewidmet. Die zahlreichen Besucher besichtigten die eindrucksvollen Bilder, Skizzen und Relikte aus Endes Atelier für einen Rund-um-Eindruck sowohl vor als auch nach der Lesung.

In der Ausstellung namens „Melancholie und Verheißung“ trifft Surrealismus auf ungeschönte Realität, so wie in den Geschichten für Kinder und Erwachsene von Michael Ende. „Man sagt, dass Michael Ende das künstlerische Vermächtnis seines Vaters oft in Schriftform weitergeführt hat, deswegen lag die Idee nahe, parallel auch Lesungen zu veranstalten“, erklärt Kurator Arne Reimann. „Also habe ich beim westfälischen Literaturbüro angefragt und so kam der Kontakt mit Frau Schlegel zustande. Es ist eine tolle Gelegenheit, Kultur auf verschiedenen Ebenen zu vermitteln und zu erleben.“

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