Die mangelbehafteten Flüchtlingsunterkünfte an der Bahnhofstraße sind ein Reizthema. Die Verwaltung pocht auf eine baldige Entscheidung und bereitet sich auf einen Rechtsstreit vor.

Holzwickede

, 22.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über mehrere Jahre zieht sich nun schon ein bisher außergerichtlicher Zwist zwischen der Gemeinde und der Firma, die die Flüchtlingshäuser an der Bahnhofstraße gebaut hat. Wie die Verwaltung schon im Oktober des vergangenen Jahres mitteilte, schreckt sie auch vor einer juristischen Auseinandersetzung nicht zurück.

Immer wieder hieß es vonseiten der Verwaltung, die Firma aus Polen sei nur schwer zu erreichen. Bauamtsleiter Uwe Nettlenbusch bezeichnet das kommunikative Verhalten der in Polen verwurzelten und in Deutschland ansässigen Firma vorsichtig als „träge“. Zahlreiche Schreiben, in denen die Gemeinde den Betrieb M. P. Bud auf die Mängel in den Holzbauten hingewiesen und die Beseitigung der Schäden eingefordert hatte, blieben unbeantwortet.

Laufendes Verfahren: Gemeinde ist mit Aussagen vorsichtig

Im Gespräch mit unserer Redaktion betont Nettlenbusch noch einmal das, was auch der Erste Beigeordnete Bernd Kasischke schon vor rund vier Monaten mit Blick auf den Sachverhalt klar machte: Weil es sich um ein laufendes Verfahren handele, wolle die Verwaltung nicht alle Informationen, die den Verlauf eines potenziellen Gerichtsverfahrens beeinflussen könnten, preisgeben.

Einen Anwalt habe die Gemeinde schon vor einigen Monaten eingeschaltet. Derzeit stünde er im Austausch mit dem Anwalt der Gegenseite. Zwischen der offenbar kommunikationsträgen Firma und der Gemeindeverwaltung herrscht hingegen Funkstille.

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Ob es wirklich zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt, kann man laut Nettlenbusch nicht wirklich abschätzen: „Das wäre Orakeln“, sagt er. Die Gemeinde, so beteuert er, sei dafür auf jeden Fall gerüstet. Noch im vergangenen Jahr standen als Summe, die für eine vollständige Beseitigung der Mängel an den Holzbauten notwendig wäre, knapp 200.000 Euro im Raum.

„Sind unserer Pflicht nachgekommen“

Wie Nettlenbusch erklärte, hat die Gemeinde schon einige Mängel beseitigen lassen. „Wo arge Schäden waren, sind wir unserer Pflicht nachgekommen“, berichtet der Bauamtsleiter. Bis heute stoße die Verwaltung aber auf immer neue Schäden in den Wohneinheiten. Der Streit geht damit nicht nur in die Verlängerung. Zusätzlich tauchen immer neue Bälle auf dem Spielfeld auf, die es aus Sicht der Gemeinde zu verarbeiten gilt.

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Derzeit wird in Holzwickede über eine Neugestaltung des gesamten Bahnhofsumfelds diskutiert. Auch die Holzbauten könnten dabei eine Rolle spielen. Wie es mit den beiden Gebäuden langfristig weitergehen soll, ist daher noch nicht entschieden.

Ein Abriss eines oder gar beider Gebäude, so einer der Vorschläge aus der Politik, ist jedenfalls aus Sicht der Gemeinde vorläufig keine gute Option. Zumindest solange sich die Gemeinde in einer rechtlichen Auseinandersetzung mit der Baufirma befindet.

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