Drei neue Straßen gilt es für den Wohnpark Emscherquelle zu benennen. Vor den Sommerferien konnte sich die Politik nicht mit Vorschlägen der Verwaltung anfreunden und wollte eigene Varianten einbringen.

Holzwickede

, 30.09.2019, 15:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fraktionsübergreifend stießen einst im Juli die Namensvorschläge der Verwaltung auf Ablehnung. „An der Kaserne“, „Quartiersweg“ und „Am Kasino“ – damit sollte an die Vergangenheit des Geländes als Bundeswehrstandort erinnert werden. Nach 20 Jahren Leerstand, ehe im Laufe dieses Jahres der Abriss erfolgte, empfand man das im Planungs- und Bauausschuss als unpassend für ein Wohnbaugebiet – zumal die künftigen Anwohner keinerlei Bezug zum ehemaligen Militär-Standort hätten.

Neue Vorschläge für Straßennamen kommen in den Ausschuss

Die Bündnisgrünen schlugen dereinst bereits vor, dass die drei Straßennamen einen Bezug zur Emscher und ihrer Flora und Fauna haben könnten. Das kam auch bei den anderen Fraktionen an, wobei die CDU durchklingen ließ, dass man sich gerne noch eigenen Gedanken machen wolle. Die Verwaltung verschob die Abstimmung schließlich auf den kommenden Planungs- und Bauausschuss am Dienstag, 8. Oktober.

Dann stehen vier Varianten zur Wahl, darunter weiterhin der Erstvorschlag der Verwaltung, der kaum neue Fans unter den Ausschussmitgliedern finden wird. Zudem sind seitens der SPD Vorschläge eingegangen, die weiterhin einen Bezug zum einstigen Bundeswehrstandort haben.

Neben dem bereits vorgeschlagenen Quartiersweg ist hier auch „Zum Appellplatz“ sowie „Zur Alten Wache“ in der Verlosung. „Ich könnte mir ja auch Spießrutenweg vorstellen – ich war ja lange Jahre Spieß vor Ort“, hat Manfred Matysik als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD gleich noch einen nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag.

Unter den Vorschlägen finden sich zudem der „Bachforellenweg“ , „Stichlingsweg“, „Sommerfliederweg“ – Vorschläge der Grünen, die auf den Ausschuss im Juli zurückgehen.

Mit Umfrage: CDU schlägt Emscherfee und einen Ehrenbürger als Namensgeber für Wohnpark vor

Wo sich Schutt- und Geröllberge türmen, sollen in den kommenden Jahren Wohnhäuser entstehen. © Marcel Drawe

Sagenhafter Vorschlag der CDU

Ins Grübeln gerät man indes bei den Vorschlägen der CDU, die durch „In den Emscherauen“ einen offensichtlichen und durch „Embrizza-Amberhus-Weg“ einen versteckten Bezug zur Emscher herstellen. Hinter Frau Amberhus versteckt sich die kaum bekannte Sage einer Kauffrau. Die häufte Reichtum an, war aber kaltherzig zu den Armen und Bedürftigen.

Kurz vor ihrem Tode hatte sie eine Erscheinung und gab ihr Hab und Gut eilig an die katholische Kirche. Laut Sage erscheint seitdem vor einem Brand eine Fee mit dem Antlitz von Embrizza Amberhus über dem Quellteich.

In Konrad Schmulbach wollen die Christdemokraten zudem einen Holzwickeder Ehrenbürger per Straßennamen ehren, der einst als Verwalter des „Elektrohofes“ der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen sowie als Schützenkönig und -kaiser im Bürgerschützenverein bekannt und zu Lebzeiten ehrenamtlich überaus aktiv in der Gemeinde war.

Vorschläge einreichen

Verwaltung nimmt neue Straßennamen auf

  • Nicht zufrieden mit den Ideen der Politik? Die Verwaltung nimmt bis zum Planungs- und Bauausschuss am 8. Oktober weitere Vorschläge aus der Bevölkerung an.
  • Auch die sollen dann im öffentlichen Teil des Ausschusses diskutiert werden.
  • Wer einen oder mehrere Straßennamen einreichen will, kann das tun unter der Emailadresse: info@holzwickede.de

„In jedem Fall wollen wir uns von den militärischen Bezügen mit unseren Vorschlägen lösen“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Frank Markowski. Im Genossen Matysik wird sich indes kein Fürsprecher finden: „Schmulbach hat ja gar keinen Bezug zu dem Wohngebiet. Und die Straße nach einer Hexe benennen – das geht ja gar nicht“, sagt Matysik.

Keine Auenlandschaft im Bereich der Emscherquelle

Ob die Anwohner des künftigen Wohnparks später mal „In den Emscherauen“ wohnen, auch darüber kann man sich Gedanken machen: „Im Bereich der Quelle gibt es keine Auen. Da bräuchte es breitflächiges, sumpfiges Gelände. Das trifft hier nicht zu“, sagt Emschergenossenschaftssprecherin Anne-Kathrin Lappe. Sie verweist auf künstlich angelegte Auenlandschaften im Verbund mit Regenrückhaltebecken wie in Dortmund-Mengede oder den Phoenix-See, der bei Starkregen ebenfalls viel Wasser aufnehmen kann.

„Grundsätzlich wollen wir keinen Staatsakt aus der Benennung machen“, sagt Manfred Matysik und fügt an: „Wenn der Weg neben dem Wohngebiet künftig ‚An der Emscherkaserne‘ heißt, würde mir das als Erinnerung reichen. Da bin ich auch mit Pflanzen- und Tiernamen einverstanden“, sagt Matysik.

Damit meint er den Fuß- und Radweg, der aktuell noch die Fortsetzung der Schäferkampstraße zwischen Sölder und Margaretenstraße ist. Die Vorlage der Verwaltung sieht die von Matysik angesprochene Umbenennung bereits vor, die von den Ausschussmitgliedern befürwortet werden muss.

Umfrage

Wie sollen die Straßen im künftigen Wohnpark Emscherquelle heißen?

Vier Varianten stehen vorerst zur Auswahl für drei neue Straßen im künftigen Wohnpark Emscherquelle auf dem Gelände der einstigen Emscherkaserne. Über die Vorschläge beraten die politischen Fraktionen in Holzwickede im nächsten Planungs- und Bauausschuss am 8. Oktober.
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