Stehfenstraße wird früher als geplant komplett gesperrt

dzArbeiter finden Relikte aus Kriegszeiten

Zerbombte Stahlträger und eine alte Nähmaschine haben Arbeiter in der Stehfenstraße ausgebuddelt. Die Baustelle birgt Überraschungen und sorgt für eine vorzeitige Komplettsperrung.

Holzwickede

, 19.10.2018, 15:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

Schon seit Wochen ist die Gemeinde in der Stehfenstraße damit beschäftigt, einen defekten Kanal zu sanieren. Nachdem die Arbeiten neben dem Rewe-Supermarkt aufweniger waren, länger dauerten und rund 140.000 Euro teurer als geplant waren, ist die Baustelle nun einige Meter weiter gen Nordstraße gerückt. Und auch hier gibt es Überraschungen: Am Freitag buddelte der Bagger Stahlträger einer Eisenbahnbrücke aus, die einst kurz vor dem Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. „Das war die nördliche Eisenbahnbrücke. Die wurde am 23. März 1945 in den letzten Zügen des Zweiten Weltkriegs zerbombt“, sagt Herbert Reckwitz. Wenige Tage später im April seien dann schon die Amerikaner eingerückt.

Der 84-Jährige Holzwickeder kann sich noch daran erinnern, wie später der Bombenkrater mit den Überresten der Brücke verfüllt wurde. Diese Überreste kamen nun in Form von Stahlträgern und einer alten Nämaschine zum Vorschein – wie auch immer die ihren Weg unter den Straßenbelag gefunden haben mag. An den Stahlträgern waren noch gut die Nieten zu erkennen und „die Nähmaschine braucht nur ein bisschen Öl“, scherzte einer der Bauarbeiter vor Ort. Die überraschenden Funde wurden abstransportiert und landen im Schrott.

Derweil verkündet die Gemeinde, dass die aktuelle Baugrube in der kommenden Woche aufgrund eines Hohlraumes erweitert werden müsse. Das bedeutet, dass die derzeitige einspurige Verkehrsführung ab Montag, 22.Oktober, auf Anordnung der Straßenverkehrsbehörde des Kreises Unna in eine Vollsperrung umgewandelt werden muss. Die Einfahrt in die Stehfenstraße von der Nordstraße aus und umgekehrt die Ausfahrt in die Nordstraße sind dann nicht mehr möglich. Die Zufahrt zu den Lebensmittelmärkten bleibt davon unberührt – die Anfahrt muss allerdings aus Richtung Oelpfad erfolgen. Eigentlich sollte die Vollsperrung erst zum 5. November erfolgen, um eine neue Asphaltdecke aufzutragen.

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