Sportforum: Vereine suchen Antworten auf zwei zentrale Fragen

dzGeplanter Neubau

Mehr Gesundheitssport für Jung und Alt unter besseren Bedingungen: Das versprechen sich die zwei großen Sportvereine in der Gemeinde von einem eigenen Sportforum. Dafür braucht es die Unterstützung der Gemeinde.

Holzwickede

, 13.11.2019, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem Vorbild des münsterländer TV Jahn Rheine wollen Holzwickeder SC und Turngemeinde Holzwickede einen eigenen Neubau auf die Beine stellen. Nach ersten Gedankenspielen und einem Besuch in Rheine mit Vertretern der politischen Fraktionen im Vorjahr, will man beim mitgliederstärksten Verein der Gemeinde nun auf die die Tube drücken. In der Vorwoche kam der Aufsichtsrat des HSC zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Arbeitstitel „Forum für Bewegung und Gesundheit“

Sportforum: Vereine suchen Antworten auf zwei zentrale Fragen

© Udo Hennes

„Der HSC hat einen starken Aufsichtsrat und entsprechende Ressourcen, um die Federführung für das Projekt zu übernehmen.“
Peter Wehlack, Vorsitzender der TG Holzwickede

Unter dem Arbeitstitel „Forum für Bewegung und Gesundheit“ will der HSC die Pläne für ein Sportforum konkretisieren. Im nächsten Schritt ist ein Gespräch mit der Gemeindeverwaltung Anfang Dezember geplant. Auch hat der HSC einen Planungs- und Lenkungsausschuß etabliert, der in den kommenden Wochen durch Mitstreiter aus der Verwaltung erweitert werden könnte.

„Abstimmungen mit der Kommune bezüglich des Standortes und weiterführender Bedarfe seitens der Kommune werden in den kommenden Wochen zu konkretisierenden Gesprächen führen“, kündigt Reiner Harting aus dem HSC-Aufsichtsrat an.

Orientieren sich HSC und TGH am Vorbild Rheine, brauchen die Vereine die Gemeinde zwingend mit im Boot. Im Rheiner Modell kooperiert der Jahn mit dem Kreis Steinfurt. Der verpachtete einst ein Grundstück per Erbbaurecht und mietete anschließend ein kreiseigenes Berufskolleg für 20 Jahre ein.

Kreis Steinfurt mietete sich beim TV Jahn Rheine ein

„3 Millionen Euro Investitionskosten klingen für einen Verein erstmal viel. Davon übernimmt der Kreis aber auf 20 Jahre durch die Miete rund 1,7 Millionen Euro“, sagt Ralf Kamp, Vorsitzender beim Jahn. Nicht die Investitionskosten seien entscheidend, sondern die jährlichen Kosten, die gedeckt werden müssten.

Das sei in Rheine durch einen Mitgliederzuwachs von rund 5000 Personen im Jahr 2014 auf aktuell rund 8000 Mitglieder gegeben. Das Sportforum habe sich innerhalb des ersten Jahres selbst getragen.

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Zwei zentrale Fragen müssen für ein Sportforum beantwortet werden

Für Holzwickede stellen sich zwei zentrale Fragen: Gibt es einen passenden Standort und sieht die Gemeinde als Schulträger einen Bedarf? Holzwickedes Erster Beigeordneter verweist auf den aktuellen Bericht der Gemeindeprüfungsanstalt NRW. Hier zumindest decken sich die schulischen Bedarfe mit vorhandenen Sportplätzen, Hallen und Räumen. „Den Freizeitbedarf berücksichtigt der Bericht aber nicht. Hier wissen wir, dass es eng ist“, sagt Kasischke.

Sportforum: Vereine suchen Antworten auf zwei zentrale Fragen

Das Sportforum in Rheine bietet eine Einfachturnhalle und vier Gymnastikräume. Laut Jahn-Vorsitzendem Ralf Kamp bietet der Verein seinen Mitgliedern aktuell rund 170 verschiedene Sportkurse an. © TV Jahn Rheine

Bedarfe ermitteln

Zusammenarbeit mit Unnaer Hochschule

  • HSC und TGH stehen auch mit anderen Holzwickeder Vereinen im Austausch zu möglichen Bedarfen.
  • Speziell beim Thema Gesundheitssport arbeitet man zudem mit der Hochschule für angewandtes Management in Unna zusammen, um hier den Bedarf an gewünschten Angeboten zu erfassen.
  • Dazu soll im März 2020 ein Workshop mit Vertretern Holzwickeder Unternehmen, Vereinen, ausgewählten Meinungsführern, der Kommunalverwaltung, politischen Vertretern und Verbänden stattfinden.

Auf den GPA-Bericht will sich der TGH-Vorsitzende Peter Wehlack nicht allein stützen: „Der beruht auf Werten von vor drei Jahren und geht von einer Abdeckung auf dem Stand von vor zwei Jahren aus.“ Die Entwicklung der Schulen durch erhöhten Inklusionsbedarf und Rückkehr zu G9 am Clara-Schumann-Gymnasium lasse erwarten, dass es künftig mehr Platz braucht.

Als Standort haben die Vereine den Parkplatz neben Bibliothek und Schulsportplatz ausgemacht. „Der Bebauungsplan sieht eine Bebauung hier grundsätzlich vor. Schon unter Altbürgermeister Rother gab es hier Pläne für Turnhalle und Aula. Da wurde Weitsicht bewiesen“, so Wehlack.

Dass der HSC das Gespräch mit der Verwaltung sucht, begrüßt der TGH-Vorsitzende. „Der HSC hat einen starken Aufsichtsrat und entsprechende Ressourcen, um die Federführung für das Projekt zu übernehmen“, sagt Wehlack.

Bernd Kasischke ist jedenfalls neugierig, wie genau sich die Vereine ein Engagement der Gemeinde im Projekt vorstellen – die ersten konkreten Gespräche im Dezember dürften die Richtung vorgeben.

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