Hier könnte das geplante Sportforum von HSC und TGH entstehen: Auf einem Parkplatz am Schulzentrum. Neue Details zur Planung gibt es bisher nicht. © Greis
Bauprojekte

Sportforum: Der HSC wird ausgebremst, gibt das Projekt aber noch nicht auf

Der Holzwickeder SC drückt beim Projekt Sportforum weiter aufs Gaspedal, bekommt aber offenbar Gegenwind aus Verwaltung und Politik. Aufgeben will der Sportverein aber nicht.

Viele Gespräche, kein wirklicher Fortschritt: Nach einem Austausch mit Anwohnern von der Opherdicker Straße und dem umliegenden Wohngebiet haben Vertreter des Holzwickeder SC in dieser Woche mit Vertretern der Verwaltungsspitze gesprochen, um die Planung einer neuen Sportstätte voranzutreiben.

Aus HSC-Sicht waren die vergangenen zwei Wochen nicht gerade erfolgreich. Sowohl beim Anwohnertreffen als auch im Austausch mit der Verwaltung gab es insgesamt viel Gegenwind. Zwar gebe es aus politischer und Verwaltungssicht grundsätzlich eine breite Zustimmung für das Projekt, wie HSC-Sprecher Reiner Harting berichtet. So wie es momentan konkret geplant ist, gab es aber vorwiegend kritische Töne, die der HSC nicht wirklich nachvollziehen kann.

Grundsätzliche Zustimmung, aber trotzdem keine positiven Signale aus Politik und Verwaltung

Bezüglich der Standortfrage, so erläutert Harting, habe die Verwaltungsspitze folgende Punkte klar gemacht, die gegen eine Realisierung im bislang angedachten Rahmen sprechen würden:

  • Es liege kein offizielles Verkehrsgutachten vor.
  • Die von den Anwohnern vorgetragenen Argumente, die sich gegen die Errichtung des Sportforums richten, können nicht ignoriert werden.
  • Der bestehende Bebauungsplan müsse für das vom HSC geplante Bauvorhaben geändert und erneut vom Rat beschlossen werden.

Der HSC hält keinen dieser Gründe für wirklich plausibel. Die Einschätzung von Reiner Harting aus HSC-Sicht zusammengefasst:

  • „Der Verwaltung liegt seit August 2020 ein von einem renommierten Hochschulprofessor erstelltes und unterzeichnetes Vorgutachten vor, das alle wesentlichen, von der Verwaltung und vom HSC geforderten Aspekte des Verkehrs im Zusammenhang mit dem Forum beschreibt. Gemäß Aussage des Universitätsprofessors würde ein „offizielles“ Gutachten mit Stempel und Siegel denselben Wortlaut mit den selben Inhalten und Ergebnissen umfassen, jedoch auch einen erheblichen finanziellen Beitrag für den HSC bedeuten.“
  • Die Diskussion über die bereits bestehenden Verkehrsprobleme am geplanten Standort sieht der HSC nicht in seinem Verantwortungsbereich.
  • „Der HSC erfüllt den Zweck des bestehenden Bebauungsplans aus dem Jahr 2006 an dem geplanten Standort, so dass die laut Bebauungsplan geforderten Bedingungen, soweit dem HSC bekannt, erfüllt werden. Inwiefern die Schaffung zusätzlicher öffentlicher und/oder privater Parkplätze den bestehenden Bebauungsplan kippt und somit einen neuen Bebauungsplan erfordert, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgeschätzt werden.“

Mit diesen Erkenntnissen will der HSC jetzt weiter Gespräche führen, sich aber mehr auf den Austausch mit der Politik konzentrieren. An dem Standort möchte der HSC nach Möglichkeit festhalten. Parallel dazu habe sich die Verwaltung auf Hinweis der Politik bereit erklärt, nach einem alternativen Standort für das Sportforum zu suchen.

„Da sich der HSC selbstverständlich weiteren Gesprächen auch zu einem Alternativort nicht verschließen will, ist der HSC mit der Verwaltung überein gekommen, derzeit keinen Antrag zur Beschlussfassung in die Sitzung des Planungs- und Bauausschusses am 17. März 2021 einzubringen“, sagt Harting.

Das bedeutet: Der HSC nimmt gezwungenermaßen ein wenig Tempo aus der Sache Sportforum. Harting macht aber klar: Die Mitglieder des HSC und alle dem Projekt zugewandten Bürger könnten sicher sein, dass dieses Vorhaben im Dialog mit allen Beteiligten forciert wird.

Über den Autor
Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
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Carlo Czichowski
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