Ehemaliges Bahnwerk soll zu einem neuen Gewerbegebiet werden

dzGewerbefläche

Seit Anfang des Jahres ist Künstler Bahntechnik in Holzwickede Geschichte: Das Unternehmen ist nach Hamm gezogen. SPD und FDP haben Ideen, um die brach liegende Gewerbefläche zu beleben.

Holzwickede

, 29.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als 100 Jahre lang war das Areal westlich der Schäferkampstraße geprägt von Schwerindustrie: Die Künstler Bahntechnik GmbH hatte hier ihren Standort, produzierte Waggons, Maschinen, Schienen und Weichen.

Das ist vorbei: Das Unternehmen verlagerte seinen Hauptsitz zu Jahresbeginn auf das ehemalige Caterpillar-Gelände in Hamm. Seitdem liegt die Fläche brach. Das Industriegrundstück gehört nicht Künstler, ist in Privatbesitz.

Die Holzwickeder SPD bringt nun die Gemeinde als potenziellen Käufer ins Spiel. Konkret geht Bürgermeisterkandidat Peter Wehlack in die Offensive: „Für die SPD Holzwickede und mich ist ein Schwerpunkt die gezielte und planvolle Förderung unserer Gewerbeflächen im Sinne einer wirtschaftlichen Weiterentwicklung.“

Ein Hauch von Wahlkampf weht bereits mit

Die Entwicklung des Eco Ports, der kaum noch Raum für Neuansiedlungen bietet, und kleinerer Gewerbeflächen zeige deutlich, wie wichtig eine gezielte Wirtschaftsförderung ist. Weht hier bereits ein Hauch von Kommunalwahlkampf mit, dürfte Amtsinhaberin Ulrike Drossel die Aussagen entspannt werten: Das Argument, dass die Nahezu-Auslastung des Eco Ports in ihre Amtszeit fällt, hat sie nun mal für sich.

Mit Blick auf die Wahlen für das Bürgermeisteramt im kommenden Jahr, kann der Vorstoß der SPD durchaus so gewertet werden, das eigene Profil zu schärfen. Die SPD sieht die knappen Flächen im Eco Port als Ausgangspunkt für eine Projektfläche, die sich vor allem auf Kleingewerbe konzentriert.

„Mit einem Erwerb des Künstler-Geländes könnte wegen des bestehenden Baurechts aus dem rechtskräftigen Bebauungsplan adhoc eine Fläche von rund 27.500 Quadratmetern kleinteilig für ansiedelungswillige Unternehmen zur Verfügung gestellt werden.“

Jetzt lesen

Wehlack sieht mehrere Punkte, die für ein kleinteiliges Gewerbegebiet in Gemeindeeigentum sprechen. „Die Gemeinde behält ein Steuerungsinstrument für die Entwicklung der Fläche“, sagt der SPD-Bürgermeisterkandidat. Auf Ansiedelungen von geruchs- und lärmintensiven Betrieben hätte man so einen Einfluss, ebenso auf Quantität und Qualität des Arbeitsplatzzuwachses und der Gewerbesteuern.

Sollte es dereinst zu einer westlichen Tangentenplanung kommen, würde ein entwickeltes Gewerbegebiet das nicht behindern, sondern könnte verkehrliche Maßnahmen direkt berücksichtigen. „Das Künstler-Gelände ist bereits versiegelt. Hier werden keine neuen Bäume gefällt. Dafür könnten ökologische Gesichtspunkte bei der Auswahl von Ansiedelungen eine Rolle spielen“, so Wehlack.

Zuspruch für die Künstler-Pläne der SPD

Zuspruch bekommt die SPD von den Liberalen. „Die FDP hatte bereits vor vielen Jahren auf weiteren Grunderwerb im Bereich der Schäferkampstraße gedrungen, um Vorkehrungen für eine verkehrliche Entlastung westlich Holzwickedes zu treffen“, so der Fraktionsvorsitzende Jochen Hake.

Die FDP blickt mit einer Entwicklung im Bereich Schäferkampstraße auch in die Nachbarschaft: „Wenn in Dortmund-Sölde eine Ausweitung der Bahnunterführung aktuell umgesetzt wird, so muss das auch für Holzwickede möglich sein, um den zusätzlichen Verkehr durch die Wohnbebauung Emscherkaserne abzumildern“, fordert Hake.

Dass die Gemeinde in Flächen an der Schäferkampstraße investiert – davon rät die CDU wiederum ab. Aus den Haushaltsplanberatungen der Christdemokraten geht vielmehr hervor, dass man mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Unna (WFG) Gespräche mit dem Eigentümer führt, damit dieser das Grundstück wieder als Gewerbefläche nutzbar macht.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Papierspenden für gute Zwecke
Papiercontainer des Pater-Beda-Aktionskreises ist kein Ersatz für bisherige Sammelstellen
Hellweger Anzeiger Fördermittel
In prall gefüllte Geldtöpfe greifen: Gemeinde soll mögliche Förderungen fest im Blick haben