Die HSC-Funktionäre Susanne Werbinsky (vorne rechts) sowie Reiner Harting und Rolf Unnerstall haben sich am Sonntag mit Anwohnern auf jenem Gelände getroffen, wo nach ihrem Wunsch ein Holzwickeder Sportforum gebaut werden soll. Sie wollten die Anlieger vom Projekt überzeugen, hatten offenbar aber wenig Erfolg. Die meisten Teilnehmer trugen während der Versammlung eine Maske, hielten außerdem auch den behördlich vorgeschriebenen Abstand ein. © Carlo Czichowski
Projekt Sportforum

„Sonst drehen wir uns im Kreis“: HSC kriegt einen Steilpass, der schwer zu verarbeiten ist

Im Projekt Sportforum Holzwickede spielen sich die Akteure den Ball hin und her. Nach einem wichtigen Treffen liegt er wieder beim HSC. Eins steht fest: Diese Ballannahme wird schwierig.

Viele Monate war es um das Projekt Sportforum sehr ruhig. Der Holzwickeder SC, der federführend die Gespräche mit Anwohnern, Politik und Gemeindeverwaltung in die Hand genommen hat, hat in den vergangenen zwei Wochen versucht, aufs Tempo zu drücken. Die Gespräche laufen zwar weiter, erkennbare Fortschritte gibt es aber seit Tagen nicht.

Zu Beginn dieser Woche gab es ein Treffen, das wichtiger war als die meisten zuvor: Die Gemeindeverwaltung hat den Rahmen eines interfraktionellen Gesprächs dazu genutzt, um bei der Politik in Sachen Sportforum vorzufühlen. Sowohl die Gemeindeverwaltung als auch die im Rat vertretenen Parteien haben sich nämlich bislang öffentlich für keine Seite endgültig entschieden.

Wie es aussieht, hat sich auch durch das interfraktionelle Gespräch kaum etwas daran geändert: „Wir haben uns am Montag mit den Fraktionen über den aktuellen Stand der Dinge ausgetauscht, aber es gibt diesbezüglich keine Tendenzen in die eine oder andere Richtung“, sagte Holzwickedes Erster Beigeordneter Bernd Kasischke auf Nachfrage.

„Der Verein wird sich da bewegen müssen“

Er spielt den Ball gewissermaßen an den HSC zurück: „Fakt ist: Der Verein hat per Beschluss im Vorjahr das Signal bekommen, dass die Gemeinde bereit ist, das Grundstück abzugeben. Das impliziert auch, dass ein entsprechendes Gutachten erstellt wird. Noch amtlicher kann es der HSC nicht bekommen. Der Verein wird sich da bewegen müssen, sonst drehen wir uns im Kreis.“

HSC-Vertreter, darunter auch der Vorsitzende Udo Speer, haben zuletzt allerdings mehrfach betont, dass man für ein offizielles Gutachten Geld in die Hand nehmen müsse. Ohne einen klaren Fahrplan, der deutlich in Richtung Sportforum führt, sei diese Investition vor den HSC-Mitgliedern nicht vertretbar.

Nach Angaben von Speer würde so ein Gutachten wohl einen mittleren vierstelligen Eurobetrag kosten. Würde das Projekt scheitern, so der HSC-Chef, wäre dieses Geld verbrannt. „Keine Privatperson würde so ein Risiko in Kauf nehmen“, findet Speer, „und ein gemeinnütziger Verein erst recht nicht“.

Zur Erinnerung: Umstritten ist der Bau eines Sportforums vor allem bei den Anwohnern, die durch das Projekt eine Verschärfung eines bereits bestehenden Verkehrsproblems befürchten. Der HSC fühlt sich in dieser Sache missverstanden: Für Parkprobleme in der Gemeindemitte trage der Sportverein immerhin keine Verantwortung – und doch ist er jetzt am Zug.

Über den Autor
Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
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Carlo Czichowski
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