„Ohne Einsicht und Verstand“: So teuer kann ein Hunde-Haufen auf dem Friedhof werden

dzKontrollen des Ordnungsamtes

Zahlreiche Trauernde haben sich in den vergangenen Wochen bei der Friedhofsleitung in Holzwickede beschwert. Der Grund: Hundebesitzer nutzen Grabstätten als Toilette für ihre Vierbeiner.

Holzwickede

, 13.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim Thema Hundekot auf Friedhöfen mag es verschiedene Meinungen geben, für das Ordnungsamt ist die rechtliche Einordnung eindeutig: In der Emscherquellgemeinde sind tierische Ausscheidungen zu einem regelrechten Problem geworden. Hundebesitzer halten sich wohl beim Gassigehen nicht immer an die Vorschriften.

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Das Ordnungsamt hat daher am Mittwoch verstärkte Kontrollen angekündigt. Das teilte Torsten Doennges, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes, mit. Wie er auf Nachfrage berichtete, wurde die Dreistigkeit zuletzt gar auf die Spitze getrieben: „Es kam vor, dass eine Frau – während sie das Grab eines Angehörigen pflegte – beobachtet hat, dass ein Hund an die Stele urinierte.“

Friedhofssatzung

Gassigehen auf dem Friedhof

  • Die Friedhofssatzung schreibt verschiedene Regeln vor, an die sich Hundebesitzer halten müssen: Wichtig ist zum einen die Leinenpflicht. Außerdem dürfen ihre Hunde in der Nähe von Gräbern weder urinieren noch einen Haufen legen.
  • Zuwiderhandlungen werden mit einem Bußgeld belegt.

Sicher mag es Menschen geben, die mit Kot oder Urin auf dem Grab eines verstorbenen Angehörigen kein Problem haben. Die Friedhofssatzung der Gemeinde schreibt allerdings Regeln vor, die auch Hundebesitzer einhalten müssen.

Einhaltung der Friedhofssatzung ist ein Gebot des pietätvollen Umgangs

Aus Sicht der Gemeinde ist es ein Gebot des pietätvollen Umgangs, dass Hunde auf Gräbern nicht ihre kleinen und großen „Geschäfte“ erledigen: „Es wird von allen Besuchern ein der Würde des Ortes entsprechendes Verhalten vorausgesetzt“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeindeverwaltung.

Laut Doennges sind Kontrollen notwendig geworden, weil in dieser Sache „weder Einsicht noch Verstand erkennbar sind“. Er wolle zwar nichts verallgemeinern, die Zahl der Hundekot-Sünder habe aber erkennbar zugenommen. Den Beweis dafür lieferten die zahlreichen Meldungen von Friedhofsbesuchern. Hinzu kommt die Wahrnehmung von Mitarbeitern der Friedhofsverwaltung.

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Wer bei einer der Kontrollen erwischt wird, kann sich auf ein saftiges Bußgeld einstellen. Wie Doennges erklärt, kann ein Vergehen bis zu 1500 Euro kosten. Das hänge aber von verschiedenen Faktoren ab und liegt im Ermessen der Ordnungsbeamten.

Das Bußgeld richtet sich nach verschiedenen Kriterien

Dabei entscheidend sind mehrere Kriterien: Das Bußgeld richtet sich etwa nach der Tatsache, ob es sich um ein Erstvergehen oder um einen Wiederholungstäter handelt. Zudem spielt auch das Verhalten des Hundebesitzers eine Rolle. Wer Einsicht zeigt, der kommt mit weniger Geldbuße davon.

In jedem Fall kosten tierische Ausscheidungen auf dem Friedhof den Verursacher einen dreistelligen Betrag. Allein die Bearbeitungs- und Verwaltungsgebühren kosten knapp 70 Euro. Hinzu kommt die Zustellung des Bescheides und das entsprechende Bußgeld.

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