Ohne Umwege vom Bahnhof zur Arbeit: Shuttle-Bus zum EcoPort startet mit neuem Konzept

dzMitarbeiter-Transport

Kleiner und wendiger, dafür pünktlicher: Das soll der neue Shuttle-Bus vom Bahnhof zum EcoPort sicherstellen. Nur acht Fahrgäste haben in ihm Platz – und genau das soll sein Vorteil sein.

Holzwickede

, 25.10.2019, 14:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Acht Fahrgäste, mehr nicht. In dem weißen Sprinter der DasDies GmbH haben außer dem Fahrer acht Menschen Platz. Sind alle Plätze belegt, fährt der Bus los – auch wenn die eigentliche Abfahrtszeit noch nicht erreicht ist. Denn genau darin liegt einer der Gründe für die größere Flexibilität, die die neue Linie 177 von dem regulären Airport-Shuttle unterscheidet.

Jetzt lesen

Auf einen Blick

Nutzer, Kosten, Fahrtzeiten

  • Die neue Linie 177 verkehrt ohne Zwischenhalte zwischen dem Bahnhof Holzwickede und dem EcoPort. Morgens fährt der Bus ausschließlich in Richtung EcoPort, nachmittags nur Richtung Bahnhof. Dies ist der Orientierung an den Arbeitszeiten im EcoPort sowie den Ankunfts- und Abfahrtszeiten der Züge geschuldet. Nutzbar ist der Shuttle-Bus aber ausdrücklich für alle Bürger, nicht nur für Arbeitnehmer im EcoPort.
  • Es gelten alle Tickets des Westfalen-Tarifs beziehungsweise des VRR-Tarifs.
  • Der erste Shuttle-Bus Richtung EcoPort startet montags bis freitags jeweils um 6.51 Uhr; der letzte Bus fährt von hier um 8.51 Uhr ab. Dazwischen fährt alle 15 Minuten ein Bus.
  • Der erste Bus am Nachmittag Richtung Bahnhof startet am EcoPort West montags bis freitags jeweils um 15.58 Uhr, der letzte Bus fährt hier um 18.13 Uhr ab. Auch hier gilt: In diesem Zeitraum fahren die Busse alle 15 Minuten.
  • Bei hoher Nachfrage werden zusätzliche Fahrten vor der genannten Abfahrtszeit angeboten, dementsprechend verschieben sich die folgenden Fahrten.

„Das musste tatsächlich bis zum NRW-Verkehrsministerium“, schildert Andreas Feld von der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU) den durchaus komplizierten Weg, den das Projekt nehmen musste. Denn dass ein Bus in Deutschland vor der im Fahrplan stehenden Abfahrtszeit losfährt, das geht offenbar nicht so einfach. Doch wenn ein Bus voll ist, ist er nun mal voll. Demjenigen, der noch einsteigen möchte, hilft es wenig, wenn der Bus vor ihm steht, ihn aber nicht mitnehmen darf. Fährt der Bus dagegen einfach los, sobald alle Plätze belegt sind, kann er auch schnell wieder zurückkommen und so diejenigen mitnehmen, die bei der ersten „Fuhre“ keinen Platz mehr bekommen haben.

Start am 28. Oktober

Genauso wird der Shuttle-Bus der neuen Linie 177 ab Montag, 28. Oktober, funktionieren. „Wir haben es geschafft, dass der Bus losfahren darf, wenn alle Plätze belegt sind, selbst wenn das bedeutet, dass er fünf oder zehn Minuten früher als geplant fährt“, sagt Andreas Feld. Hat der Bus seine Fahrgäste im Eco-Port abgesetzt, kann er schnell und ohne Umwege zurück zum Bahnhof fahren und dort die nächsten Fahrgäste aufnehmen. „Flexibler 15-Minuten-Takt“ heißt das Ganze dann offiziell.

Der kleine Bus hat noch einen weiteren Vorteil gegenüber den wesentlich größeren „normalen“ Gelenkbussen: „Er ist wendiger und kann dadurch beispielsweise an einigen Stellen besser wenden als der Airport-Shuttle-Bus. Das spart natürlich Zeit“, erklärt Feld. Bürgermeisterin Ulrike Drossel freut sich, dass die Mitarbeiter im EcoPort nun nahtlos ein Angebot zum Transport haben. „Ich bin dem Flughafen wirklich dankbar, dass wir den Airport-Shuttle testweise nutzen durften, aber ich denke, das jetzt ein wirklich gutes Angebot steht, das eben nicht mehr den Umweg über den Flughafen nimmt, sondern die Menschen direkt vom Bahnhof zum EcoPort bringt.“

Angst vor zu wenigen Fahrgästen hat keiner der Beteiligten, im Gegenteil: „Wir rechnen fast schon damit, dass wir das Angebot ausweiten müssen“, meint VKU-Mann Feld. Sicher geplant ist auf jeden Fall eine Digitalanzeige am Bahnhof, die den Countdown bis zum nächsten Shuttle-Bus anzeigt – per Fernbedienung vom Fahrer des kleinen Busses gesteuert. Diese soll in Kürze noch installiert werden.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger 365-Euro-Ticket

Bus und Bahn für einen Euro am Tag: Billig allein reicht nicht für die Verkehrswende

Hellweger Anzeiger Brückenarbeiten

Bahnstrecke gesperrt: Eurobahn und National Express fahren über zwei Wochen nicht

Hellweger Anzeiger Städtebauliche Planung

Holzwickeder Bahnhof: Das sagt die Bahn zum Konzept für die Umgestaltung

Meistgelesen