Sexueller Übergriff in Flüchtlingsunterkunft? Aussage steht gegen Aussage

von Jana Peuckert

Holzwickede

, 23.08.2019, 17:44 Uhr / Lesedauer: 1 min

Hatte ein Mann aus Afghanistan am 6. September vergangenen Jahres in einer Flüchtlingsunterkunft in Holzwickede einer damals Elfjährigen an die Brust gefasst? Oder handelt es sich dabei um eine falsche Behauptung der Familie des Kindes, mit dem Ziel, aus der Unterkunft in eine bessere Wohnsituation zu kommen? Dieser Frage geht derzeit das Schöffengericht im Amtsgericht Unna nach – zum bereits zweiten Mal. Ein erster Anlauf blieb aufgrund von Terminschwierigkeiten urteilslos. Wie bereits beim ersten Mal stritt der Angeklagte auch jetzt den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs ab. Er sei dem Mädchen zwar im Hausflur begegnet, habe ihr aber lediglich sanft in die Wange gegriffen. In Afghanistan ein Zeichen der Sympathie, ohne Hintergedanken. Der landsmännische Dolmetscher bestätigte das. Die mutmaßlich Geschädigte sagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus und widersprach dem Anklagevorwurf offenbar nicht. Die Mutter des Mädchens wich von ihrer Aussage aus dem ersten Prozessanlauf ab und erklärte, eine Nachbarin hätte gehört, wie sich die Elfjährige gegen das Anfassen gewehrt hätte. Tatsächlich berichtete besagte Frau, dass sie nicht nur gehört habe, wie das Kind gesagt habe, der Angeklagte sollte sie in Ruhe lassen. Sie habe sogar gesehen, wie er sie von hinten kommend angefasst hatte.

Warum sie das nicht schon im früheren Prozess erwähnt hatte, wollten Richterin und Vertreterin der Staatsanwaltschaft wissen. Aus Angst vor den Freunden des 26-Jährigen, erklärte die Frau.

Am Ende des ersten Prozesstages, dem voraussichtlich drei weitere folgen werden, stand es also Aussage gegen Aussage.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Festplatz von Louviers

Entsiegelung der Rollschuhbahn: Grünen-Fraktionschef kontert Ansichten des Bürgerblocks

Hellweger Anzeiger 365-Euro-Ticket

Bus und Bahn für einen Euro am Tag: Billig allein reicht nicht für die Verkehrswende

Meistgelesen