Senioren setzen auf Unterstützung beim Müllsammeln und sehen bereits Teilerfolg

dzSauberes Holzwickede

Seit Wochen plant der Seniorenbeirat eine Müllsammelaktion in der Gemeinde. Die letzten organisatorischen Details sind geklärt, nun hoffen die Senioren auf tatkräftige Unterstützung – und gutes Wetter.

Holzwickede

, 02.10.2019, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bloß kein Regen wie zu Wochenbeginn – wenn es schüttet, würde dies das Unterfangen des Seniorenbeirats vermiesen. Am Samstag, 5. Oktober, rufen die Senioren alle Holzwickeder dazu auf, sich ihrer Aktion anzuschließen und gemeinsam Müll in der Gemeindemitte zu sammeln.

Unterstützt wird der Beirat dabei von der Gemeinde, die Container auf den Festplatz stellen wird, in dem später die Müllsäcke landen. Wie viel da am Ende zusammenkommt? Da sind sich die Senioren unschlüssig, denn ihnen ist aufgefallen: „Momentan ist es sauberer als noch im Sommer“, sagt die Beiratsvorsitzende Beate Hahn-Heinrichs.

Holzwickeder diskutieren regelmäßig über Müll im Internet

Ihren Unmut über Unrat in der Gemeinde taten in den vergangenen Wochen vermehrt Holzwickeder im sozialen Netzwerk Facebook kund. In Uwe Calovini hat gar ein Bürger eine eigene Untergruppe im Netz gegründet, deren Mitglieder sich gemeinsam für ein sauberes Holzwickede einsetzen wollen.

Mit engagierten Bürgern wie Calovini rechnen Beate Hahn-Heinrichs und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter am Samstag. Auch die politischen Fraktionen und der Treffpunkt Villa haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. „Wir werden uns über das Natur-erleben-Projekt an der Aktion beteiligen“, sagt Kerstin Dreisbach-Dirb aus der Villa. Neben Mitarbeitern aus der Jugendeinrichtung setzt sie auch auf Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern.

Auf Streuobstwiese

Treffpunkt Villa bekommt neuen Baum

  • Der Treffpunkt Villa beteiligt sich nicht nur an der Müllsammelaktion sondern setzt am Sonntag, 6. Oktober, nach dem Erntedankgottesdienst auf dem Marktplatz noch ein Zeichen.
  • Gegen 13 Uhr wird in Kooperation mit der Klimaschutzgruppe Parents for Future ein Kirchbaum auf der Streuobstwiese an der Villa gepflanzt.

Hildegard Busemann, stellvertretende Vorsitzende im Seniorenbeirat, ist vorab gespannt, wie die Aktion ankommt. „Natürlich sind wir auch ein bisschen nervös, ob genug Leute kommen, aber wir haben zuletzt viele positive Rückmeldungen bekommen.“

Die Senioren sind überzeugt, dass ihre Aktion in Zeiten, in denen junge Menschen auf der ganzen Welt für den Klimaschutz aktiv werden, einen Nerv trifft. „Wir wollen an die Zivilcourage der Menschen vor Ort appellieren“, sagt Busemann. Dazu gehöre dann eben auch, dass man mal den Müll anderer aufhebt und entsorgt, oder einen Müllsünder direkt anspricht und auf sein Vergehen hinweist.

Senioren sehen sich in ihrem Vorhaben bestätigt

„Dabei kommt es ja immer auf die Ansprache an. Und wenn jemand uneinsichtig ist, dann muss ich eben damit leben. Aber man muss es versuchen“, sagt Beate Hahn-Heinrichs.

Die Senioren haben in den vergangenen Wochen viele Plakate in der Gemeinde aufgehängt, die auf die Müllsammelaktion hinweisen. Die wurden von Klaus Pfauter gestaltet und haben nach Meinung der Aktiven möglicherweise bereits eine Wirkung erzielt. „Gefühlt ist es momentan sauberer. Wenn am Samstag weniger Müll als gedacht zusammenkommt, wir aber damit das Bewusstsein der Bürger für eine saubere Gemeinde schärfen, dann sind wir zufrieden“, sagt Hahn-Heinrichs.

Senioren setzen auf Unterstützung beim Müllsammeln und sehen bereits Teilerfolg

Klaus Pfauter hat im Vorfeld der Müllsammelaktion nicht nur das Plakat zum Termin entworfen. Vorab hat er auch den Seniorenbeirat im Postkartenformat verewigt, um auf die Aktion aufmerksam zu machen. © Greis

Die Senioren rufen jede helfende Hand auf, sich am Samstag um 10 Uhr auf dem Platz von Louviers einzufinden. Dann gibt es eine kurze Einführung mit Sicherheitshinweisen und sollen insgesamt acht Gruppen für acht Bezirke eingeteilt werden.

Freiwillige Müllsammler sollen auf acht Bezirke verteilt werden

Gesammelt wird entlang einer Nord-Süd-Achse auf der Nordstraße ab Chaussee bis zur Hauptstraße bis Höhe Lünschermannsweg. Entlang dieser Achse erstrecken sich die Sammelbezirke mitunter in die Mozartstraße, Rausinger Straße, Goethestraße, in den Emscherpark oder rund um den Festplatz selbst. „Sammeln Kinder mit, dann achten wir darauf, dass diese im Park oder auf dem Spielplatz sammeln, fernab vom Verkehr“, kündigt Hahn-Heinrichs an.

Jede Gruppe wird von einem Scout aus dem Seniorenbeirat angeführt. Die einzelnen Bezirke umfassen in der Regel drei bis vier Straßen und haben zudem einen festen Sammelpunkt für volle Müllsäcke. Die werden später vom Baubetriebshof eingesammelt und zum Festplatz gebracht. Mit Hilfe der Gemeinde stellen die Senioren Müllsäcke, Handschuhe und weitere Utensilien. „Wer kann, sollte aber eigene Arbeitshandschuhe und Warnwesten mitbringen“, sagt Beate Hahn-Heinrichs.

Für die Mühen der Teilnehmer wollen sich die Senioren im Nachgang ab circa 12 Uhr mit Grillwürstchen (auch vegan) und Getränken am Festplatz bei allen Helferinnen und Helfern bedanken.

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