Einmal von Wolke zu Wolke segeln wie ein Albatros ist der Traum vieler Kinder. Im Rahmen des Ferienspaß ging er beim Segelfliegen am vergangenen Samstag in Erfüllung.

von Lea Brinkmann

Holzwickede

, 21.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Abheben, Sorgen und Pflichten den Rücken kehren und getrieben von Freiheit durch die Lüfte schweben, während die Welt von oben wie eine Spielzeugstadt aus Legosteinen aussieht. Einen besseren Abschluss gibt es für die erste Woche der Sommerferien, die sechs Wochen Freiheit von Hausaufgaben und frühem Aufstehen bedeuten, sicher nicht. Für Kinder von neun bis zwölf Jahren ging der Traum vom Fliegen im Rahmen des Ferienspaß am 20. Juli in Erfüllung. Der Luftsportverein Unna-Schwerte gab seine Landebahn in Hengsen für Nachwuchspiloten und -pilotinnen frei.

Das Fluggefühl ist vollkommen anders als in einem großen Flugzeug

Doch was ist das Besondere am Segelfliegen? Dominic Aubry, der zweite Vorsitzende des Luftsportvereins, hat es verraten: „Natürlich funktioniert ein Segelflugzeug von der Physik her genauso wie ein großes“, erklärt er. „Aber das Fluggefühl ist ein vollkommen anderes.“ Vor allem dadurch, dass Segelflugzeuge kleiner sind, man eine bessere Sicht hat und nicht so hoch fliegt.

Segelfliegen bezeichnet das motorlose Steigen im Aufwind und Gleiten mit geringem Höhenverlust. Aufwinde sorgen dabei für Höhe und Fluggeschwindigkeit. Neben einer umfangreichen technischen Vorkontrolle muss auch das Wetter überprüft werden, bevor das Abheben in die Lüfte sicher ist. „Leichter Regen ist nicht schlimm“, erklärt Aubry. „Aber Gewitter sind sehr gefährlich“. Damit nichts passiert, ist ein Wetterradar ständiger Begleiter des Vereins.

Optimales Segelflugwetter beim Kinderferienspaß

Zur Ferienspaß-Aktion waren die Wetterbedingungen optimal. Kein Wunder, dass der Tag für die Nachwuchspiloten und -pilotinnen ein voller Erfolg war. Vor jedem Flug wurden die Sicherheitsvorkehrungen durchgesprochen. Angeleitet von Vereinsmitgliedern und erfahrenen Piloten lernten die Kinder vor dem Start die Segelflugzeuge kennen.

Alleine die Kontrolle über eins der aerodynamischen, weißen Segelflugzeuge haben durften sie bei einem ersten Flugerlebnis allerdings nicht. Sicher hinter einem erfahrenen Piloten im Cockpit ging es mit einen Windenstart in die Lüfte. Hierbei wird das Flugzeug wie ein Drache mithilfe eines Stahlseils und einer Winde in die Lüfte katapultiert.

Einige Kinder sind in Hengsen zum ersten Mal geflogen

Oben angekommen durften die Kinder die Landschaft aus der Luft bestaunen. Pauline (10) sagt, sie sei vorher noch nie geflogen und habe sich deshalb beim Ferienspaß angemeldet. Ihr Wunsch, „Freiheit spüren“ zu können, wenn sie in ein Segelflugzeug steigt, hat sie dazu angetrieben, das Segelfliegen auszuprobieren. Hauptberufliche Pilotin möchte sie nicht werden, aber in Zukunft einen Segelflugschein zu machen, fände sie spannend.

Anders sieht das Milu (8), dessen Berufswunsch der des Piloten ist. Bevor er sich auf den Pilotensitz großer Passagiermaschinen wagt, schließt er einen Segelflugschein für sich nicht aus. „Alles von oben sehen“, gefällt Milu beim Fliegen am besten – „weil dann alles ganz klein ist“.

Marlon (10) war anfangs aufgeregt und ein wenig skeptisch, was das Fliegen angeht, obwohl er überzeugt war, dass es sich „unglaublich“ anfühlt. Wenn der erste Flugversuch geglückt ist, würde er wie Milu nicht ausschließen, selbst einen Pilotenschein zu machen.

Den Segelflugschein bekommen Jugendliche frühestens mit 16 Jahren

Mit der eigenen Pilotenausbildung müssen die Kinder allerdings noch ein wenig warten. Dominic Aubry erklärt, dass man ab einem Alter von 13 Jahren mit dem Segelflugschein beginnen kann. Ab 16 Jahren bekommt man frühestens den Schein.

Wie gut, dass es jedes Jahr Aktionen wie den Ferienspaß gibt, in dessen Rahmen sich Kinder Höhenluft schnuppern und die Welt von oben betrachten können bevor es so weit ist.

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