Strom vom Dach und neue Duschen: Darauf können sich Mitglieder des TC Holzwickede freuen. Fördergeld für die Maßnahmen hat der Tennisverein bewilligt bekommen – als erster Verein der Gemeinde.

Holzwickede

, 07.04.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die frohe Kunde hätte der Vereinsvorstand des TC Holzwickede um seinen Vorsitzenden Rudolf Helgers seinen Mitgliedern gerne bereits am 13. März bei der jährlichen Mitgliederversammlung verkündet. Dann kam das Coronavirus und die Versammlung fiel aus. Der Spielbetrieb ruht derzeit natürlich ebenfalls.

Finanzielle Planungssicherheit hat der Verein immerhin: 65.196 Euro wurden dem Tennisverein über das NRW-Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“ bewilligt. Damit möchte man zum einen Fotovoltaikanlage realisieren und zudem die Damen- und Herrenduschen sanieren.

Jährliche Sportpauschale lässt keine großen Sprünge zu

„Gerade für einen Verein wie wir es sind, ist die Förderung hilfreich, um in unsere Anlage zu investieren“, so Helgers. Das NRW-Förderprogramm soll den Modernisierungs- und Sanierungsstau da auflösen, wo Vereine und örtliche Verbände eigene Anlagen besitzen beziehungsweise über Pacht oder Miete langfristig betreiben.

300 Millionen Euro stehen hierfür in einem Zeitraum über drei Jahre in NRW zur Verfügung. Statt das Geld über die Kommunen zu verteilen, sind Sportverbände und Vereine seit 2019 aufgerufen, selbst Anträge auf Förderung zu stellen. Für Holzwickede stehen insgesamt 300.000 Euro zur Verfügung.

Die Mittelverteilung orientiert sich dabei am Fünffachen der jährlichen Sportpauschale, die Kommunen an ihre Vereine verteilen können. Die beläuft sich in der Gemeinde auf 60.000 Euro im Jahr.

Das Montanhydraulikstadion mit umliegenden Plätzen von oben: Die Anlage gehört der Gemeinde, wird aber vom HSC betrieben. Der will durch das Sportförderprogramm die sanitären Anlagen im Ballhaus überholen.

Das Montanhydraulikstadion mit umliegenden Plätzen von oben: Die Anlage gehört der Gemeinde, wird aber vom HSC betrieben. Der will durch das Sportförderprogramm die sanitären Anlagen im Ballhaus überholen. © www.blossey.eu

„Das ist eine Rundum-Pauschale. Mit dem jeweiligen Anteil muss ein Verein beispielsweise auch Ehrungen für sportliche Erfolge honorieren“, so Helgers. Für Infrastrukturmaßnahmen bleibe da nichts übrig.

„Moderne Sportstätten 2022“

2500 Anträge in ganz NRW gestellt

  • Die Anträge der Holzwickeder Vereine müssen sich einer Vorprüfung durch den Kreissportbund Unna unterziehen. Bei einem positiven Bescheid geht eine Empfehlung an die NRW-Staatskanzlei. Wird hier der Daumen gehoben, können Vereine ihre Gelder über die NRW-Bank abrufen.
  • Zum 1. April wurden nach Angaben eines Sprechers der Staatskanzlei in NRW 2500 Projektanträge gestellt. Das Programm läuft bis 2022 und umfasst insgesamt 300 Millionen Euro.
  • Die Mittelverteilung in Holzwickede richtet sich nach einer Prioritätenliste, die Vereine und der Ortsverband für Sport untereinander erstellt haben. „Es hilft und man wird sich einig, wenn man miteinander redet“, sagt der OfS-Vorsitzende Udo Wiesemann.
  • In Holzwickede sind die zur Verfügung stehenden 300.000 Euro aufgeteilt. Sollten Maßnahmen letztlich günstiger werden und Geld übrig bleiben, würde es an die Gemeinde gehen, die es zur Sportförderung einsetzen kann.

Vereinsheim, Halle, Freiluftplätze – zwar hat der TCH einst sein Gelände kostenfrei durch die Gemeinde per Erbpacht zur Verfügung gestellt bekommen. Was darauf steht, wurde aber weitgehend in Eigenleistung erbracht. „In Zeiten, als wir noch um die 550 Mitglieder hatten und sogar Bewerbungen für eine Mitgliedschaft eingingen, war da auch mehr möglich“, sagt Helgers. Heute liege man bei rund 225 Mitgliedern, was die Möglichkeiten einschränkt.

Insgesamt möchten sechs Holzwickeder Vereine von der Finanzspritze des Landes profitieren. Neben dem TCH stellt mit dem TuS Elch ein weiterer Tennisverein einen Förderantrag. Auch der Volleyballverein Holzwickede, der Reit- und Fahrverein Hengsen-Opherdicke, der Kanu-Verein und der Holzwickeder SC setzen auf das Programm.

„Wir haben das Programm im Vorjahr allen potenziellen Vereinen mehrmals vorgestellt und uns schließlich mit den Interessenten zusammengesetzt, um den Kuchen aufzuteilen“, sagt Udo Wiesemann, Vorsitzender des Ortsverbands für Sport. Bei der Genehmigung der Anträge wird der örtliche Zusammenschluss der Sportvereine vom Kreissportbund unterstützt. „Das ist eine große Hilfe, für die ich sehr dankbar bin“, sagt Wiesemann. Das Land stellt letztlich nur das Geld zur Verfügung – die Aufteilung und Bewilligung liegt letztlich bei den einzelnen Sportverbänden.

Reitturnier in Opherdicke: Damit die Mitglieder des örtlichen Reit- und Fahrvereins auch in der dunklen Jahreszeit im Sattel sitzen und trainieren können, braucht es eine Beleuchtung für die Außenanlage.

Reitturnier in Opherdicke: Damit die Mitglieder des örtlichen Reit- und Fahrvereins auch in der dunklen Jahreszeit im Sattel sitzen und trainieren können, braucht es eine Beleuchtung für die Außenanlage. © Neumann

Damit die verfügbaren 300.000 Euro für alle reichen, haben sich die Vereine jeweils auf einen Eigenanteil bei ihren Projekten von 20 Prozent geeinigt. Der Rest wird über „Moderne Sportstätten 2022“ finanziert und muss auch nicht zurückgezahlt werden.

So plant der TuS Elch etwa ein Dachsanierung. Der Reit- und Fahrverein wünscht sich eine Außenbeleuchtung, um auf zwei Plätzen auch in der dunklen Jahreszeit trainieren zu können. Die Volleyballer brauchen neue Container für Material und Sportler und wollen auch den Bereich rund um das Beachvolleyballfeld aufhübschen. Der HSC wiederum will die sanitären Anlagen im Ballhaus auf Vordermann bringen.

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Einen Sonderfall stellen die Kanuten dar: Sie haben ihre Vereinsanlage an der Ruhr in Fröndenberg. Als in Holzwickeder gemeldeter Verein greifen aber auch sie nach den Vergaberegularien auf das örtlich verfügbare Budget zurück. Der Kanuverein will seinen Anlegesteg und das Außengelände sanieren.

Rudolf Helgers hofft, dass man auf der Vereinsanlage trotz Corona bald loslegen kann. „Wir stehen bereits in Kontakt zu einem Anlagenbauer für die Fotovoltaikanlage. Wir hoffen, dass das bis Mitte Juni realisiert werden kann.“ Die Duschräume sollen bestenfalls schon einen Monat früher fertig sein.

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