Große Mehrheit: Schöne Flöte bekommt neues Nichtschwimmerbecken aus Edelstahl

dzFreibad Holzwickede

Einstimmig war die Entscheidung für ein Edelstahlbecken nicht, dafür eindeutig. Großer Faktor bei der Entscheidung: die Kosten. Die werden sich auf einen hohen sechsstelligen Betrag belaufen.

Holzwickede

, 01.09.2020, 14:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Holzwickede soll ein neues Nichtschwimmerbecken aus Edelstahl bekommen. Die Entscheidung fiel nicht leicht, war am Ende aber deutlich. Finanzierung und Kosten lagen dem Betriebsausschuss als entscheidendes Gremium am Montagabend als schwere Steine im Magen.

Der Riss im Nichtschwimmerbecken des Freibads Schöne Flöte bedeutete das Aus für das Becken. „An eine Reparatur ist nicht zu denken“, sagte Architekt Ben Borchmann. „Unsere Aufgabe war, festzustellen, wie könnte eine Sanierung aussehen.“ Die Empfehlung: ein neues Becken aus Edelstahl.

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„Das Edelstahlbecken ist der Mercedes unter den Varianten. Es hat viele Vorteile, ist extrem pflegeleicht und ein wartungsarmer Baustoff“, so Borchmann. Eine gute hygienische Grundlage und eine hohe Lebensdauer spielen auch mit rein. „Manche Becken sind auch nach fünfzig Jahren noch im Einsatz.“

825.000 Euro für neues Becken

Wunder Punkt für den Betriebsausschuss sind die Kosten. Rund 40.000 Euro fallen allein für den Abbruch und die Entsorgung der alten Materialien an. Laut Petersmann schaue man noch, wo eventuelle Kosten eingespart werden können. Auf rund 825.000 Euro für das neue Edelstahlbecken müsse man sich dennoch einstellen, so Borchmann.

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Zusätzliche Kosten durch dickere Wände

  • Ein Kostenfaktor, der in die 825.000 Euro hineinspielt: Durch den verstärkten Edelstahl wäre das Becken rund 16 Zentimeter kleiner, würde man es in die aktuelle Passform einsetzen.
  • Um die 25 Meter, die für Abnahmen wie das Sportabzeichen Voraussetzung sind, zu erreichen, müsste der Beton auf einer Seite des Beckens aufgestemmt werden.
  • Die Holzwickeder Politiker empfinden diese Maßnahme jedoch als Voraussetzung für eine Sanierung.

Doch wie zuverlässig sind diese Zahlen? „Es ist schon ein Unterschied, ob wir von 800.000 oder eine Million Euro sprechen“, sagte Rolf Rehling (Grüne). Nicht verwunderlich, dass viele Fragen auf mögliche zusätzliche Kosten abzielten. Sicherheit habe man erst nach den Abrissarbeiten. Dann zeige sich, ob die vorgenommenen Bodenproben repräsentativ sind. „Zu 100 Prozent kann ich nichts versprechen“, so Borchmann.

Kostensenkung durch Förderung und Einsparung

Die Gemeinde hofft indes, mit dem Edelstahlbecken auch Kosten einzusparen zu können. „Die Reinigung wird zum Beispiel deutlich einfacher werden als vorher“, verspricht Petersmann.

Der Riss im Nichtschwimmerbecken war gravierend, das Becken nicht mehr sanierungsfähig.

Der Riss im Nichtschwimmerbecken war gravierend, das Becken nicht mehr sanierungsfähig. © Udo Hennes

Ebenso hofft die Verwaltung, die geplanten Maßnahmen im Rahmen der NRW-Städtebauförderung bis zu 100 Prozent fördern zu können. Vorbehaltlich eines zu erwartenden Ratsbeschlusses kann der Förderantrag Ende September gestellt werden. „Ohne können wir das auch vergessen“, sagte SPD-Ratsherr Friedrich-Wilhelm Schmidt. Bei einer Enthaltung seitens der Grünen war die Empfehlung pro Edelstahlbecken letztlich deutlich.

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Dieter Buckemüller, Ratsherr der CDU, sprach sich zudem für eine kritische Betrachtung des Aktionsbeckens aus. Das sei genauso alt und könne bald ähnliche Schäden aufweisen. Allerdings wurde das Becken im vergangenen Jahr noch umfassend saniert.

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