Im Keller des Schulzentrums sind Muenet-Vertriebsleiter Andreas Richter (l.) und Jason Kastner (unten) aus der Gemeindeverwaltung zwischen den Kabelsträngen kaum zu erkennen. Hier stehen die Server, die quasi das Drehkreuz für ankommende und abgehende Daten darstellen. © Udo Hennes
Digitale Infrastruktur

Schnelles Internet via Glasfaser an Schulen funktioniert – in der Theorie

Dank eines Förderprogramms kann die Gemeinde nun allen Schulen einen Datenaustausch via Glasfaser bieten. Ein Ortsbesuch zeigt jedoch, dass der Teufel mitunter im Detail steckt.

Seit Mitte des vergangenen Jahres war das Münsterländer Telekommunikationsunternehmen Muenet damit befasst, in den ländlichen Gebieten Holzwickedes Glasfaserleitungen zu legen, um rund 80 abgelegene Adressen mit schnellen Datenraten zu versorgen. In dem Zuge wurden auch die Schulen angeschlossen.

Mittlerweile sind sämtliche Anschlussarbeiten erfolgt. Aktuell ist Muenet damit befasst, all die kleinen Baufelder im Ort, die zunächst provisorisch geschlossen wurden, wieder in den Ursprungszustand zu versetzen. „Nach vielen Hinweisen aus Bürgerschaft und Politik werden wir bei der Abnahme genau hinschauen, dass das alles ordentlich gemacht wird“, sagt Wirtschaftsförderer Stefan Thiel.

Am Beispiel des Schulzentrums zeigt sich indes, dass die Infrastruktur für Datenraten von bis zu 1000 Mbit in der Sekunde im Down- und 500 Mbit im Upload zwar steht. Das heißt aber noch nicht, dass die Datenautobahn auch schon freigegeben ist, wie ein Besuch vor Ort am Freitag zeigt: „Momentan gibt es am Markt enorme Lieferschwierigkeiten“, sagt Jason Kastner, zuständig für die Datenverarbeitung Schulen bei der Gemeinde.

Zwei fehlende Geräte bremsen das Internet aus

Denn am Freitag fehlten noch zwei auf Glasfaser ausgerichtete Router, um mit entsprechenden Endgeräten auch auf das schnelle Netz zuzugreifen. Ein Umstand, der anscheinend vor Ort auch erst beim zuständigen Muenet-Vertriebsleiter und der Verwaltungsspitze so deutlich wurde. Bestellte Geräte würden derzeit nicht geliefert.

„Dann lösen wir das kurzerhand über Geräte von uns, die wir zur Überbrückung zur Verfügung stellen“, versprach denn auch Muenet-Mann Andreas Richter. Sobald die Router angeschlossen seien, müsse nur noch der Zugang eingerichtet werden: Problem gelöst.

Nach Aussage von Josef-Reding-Schulleiter Klaus Helmig ist das auch nötig. Zuletzt lagen die Übertragungsraten im Download in der Theorie bei 100 Mbit in der Sekunde. „In der Praxis waren es eher 70.“

Sobald die Daten mit den versprochenen Datenraten durch die Leitungen geschickt werden können, eröffnen sich an den Schulen neue Möglichkeiten – etwa flächendeckendes Wlan im Schulzentrum. Und auch im Distanzunterricht hilft Glasfaser: So können mehr Lehrkräfte ihren Unterricht gleichzeitig aus dem Schulgebäude heraus in die heimischen Kinderzimmer senden. Und dennoch für Schüler in Notbetreuung vor Ort sein.

Mit Hilfe von Fördermitteln wurden für den Muenet-Ausbau letztlich rund 2,6 Millionen Euro investiert. Zehn Prozent davon muss die Gemeinde aus Eigenmitteln zusteuern.

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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Christian Greis
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