Video: Schafherde zieht durch die Rausinger Straße in Holzwickede

dzEinfach tierisch

Eine Herde Schafe zog am Dienstag durch die Rausinger Straße in Holzwickede. Eine Genehmigung brauchen Hirten dafür nicht. Wir haben das ungewöhnliche Szenario im Video festgehalten.

Holzwickede

, 24.03.2020, 13:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Holzwickede ist es in den vergangenen Tagen still geworden. Über die Emscherquellgemeinde hat sich in Folge der Corona-Krise eine ungewöhnliche Ruhe gelegt. Einen überaus munteren Kontrast dazu boten freilich am Dienstagvormittag gut 100 Schafe.

Die Herde zog gegen 10.30 Uhr durch die Rausinger Straße. Hütehunde sprangen über die Gehwege, scheuchten ausgebüxte oder verirrte Tiere wieder zurück auf die Straße. Vorne und hinten wanderte jeweils ein Hirte.

Das lockte unter anderem einige Einwohner an die Fenster. In Zeiten des Corona-Kontaktverbots war das bunte Treiben vor dem Fenster eine willkommene Abwechslung in einer tristen Zeit.

Weidewechsel war nicht gemeldet werden

Angemeldet werden muss der Umzug einer Herde von einer Weide zur nächsten nicht, wie Michael Arnold vom Bereich Verkehrssicherung des Kreises Unna erzählt. „Der Schäfer darf seine Tiere einfach durch die Straßen treiben“, erklärt er. „Er ist in dieser Zeit ein Verkehrsteilnehmer wie jeder andere auch.“ Ebenso wie seine Schafe.

Dicht aneinandergedrängt trabten die Tiere durch die Straße und blökten dabei lautstark.

Dicht aneinandergedrängt trabten die Tiere durch die Straße und blökten dabei lautstark. © Sebastian Smulka

Im Norden Deutschlands, wo die Tiere auf den Deichen grasen, sei ein Umzug über die Straße nichts Ungewöhnliches. Und auch in Holzwickede sei so eine Wanderung nichts allzu Außergewöhnliches. „Ich bin in den vergangenen Jahren vielleicht vier Mal wegen einer Schafwanderung angerufen worden“, erzählt Arnold.

Unterstützung nur in besonders kniffligen Fällen

Die meisten Tierwanderungen bekommt der Kreis also nicht einmal mit. Es bleibe den Hirten überlassen, ihren Weg durch die Stadt oder Gemeinde zu finden, so Arnold. Der Schäfer müsse sicherstellen, dass er zurecht kommt.

Nur in wenigen Ausnahmen würden die Hirten an die Verkehrssicherung im Kreis Unna herantreten. „Wenn der Schäfer eine knifflige Ecke passieren muss, zum Beispiel.“ Wenn ein Hirte um Hilfe bitte, würde man schauen, wie man ihn unterstützen könne. Mit Pylonen zum Beispiel, um den Autoverkehr zu warnen und zur Vorsicht zu ermahnen.

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Die meiste Zeit aber seien die Hirten frei in ihrer Arbeit. Sie hätten keine Einschränkungen, so Arnold, sondern könnten einfach ihrem Job nachgehen. Ein Überbleibsel aus alten Zeiten, auch wenn heute sicherlich der eine oder andere Autofahrer überrascht sei, sich plötzlich einer Schafherde gegenüber zu sehen.

In diesem Fall ging der Umzug der Herde durch die Rausinger Straße problemlos vonstatten. In Zeiten der Corona-Krise war die Straße eh so gut wie ausgestorben.

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