Arbeiten dauern wohl bis Jahresende: Daran hakt es bei der Sanierung der Kleinschwimmhalle

dzSchwimmunterricht

Eigentlich sollte die Kleinschwimmhalle in zwei Wochen betriebsbereit sein. Die Schüler des Schulzentrums müssen aber noch teilweise bis Jahresende auf den Schwimmunterricht verzichten.

Holzwickede

, 04.10.2019, 13:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Momentan betreut Stefan Petersmann, Chef der Wasserversorgung in Holzwickede, in der Gemeinde gleich mehrere größere Bauprojekte. Ganz rund laufen derzeit nicht alle davon: Probleme gab es in der vergangenen Zeit immer wieder rund um die Kleinschwimmhalle am Schulzentrum. Wo bald eigentlich wieder fleißig geschwommen werden sollte, wird derzeit noch fleißig gearbeitet. Bei einem Ortstermin erklärte Petersmann ausführlich, wo es zuletzt gehakt hat.

„Eigentlich wollten wir in zwei Wochen fertig sein“, sagte Petersmann. Es klingt ein Stück weit Ernüchterung mit, als er die Gründe für die Verzögerung der Arbeiten nannte. Momentan befinden sie sich noch im dritten Bauabschnitt. Die Fertigstellung ist nun für Ende des Jahres geplant. Zumindest sofern jetzt alles rund läuft.

Arbeiten dauern wohl bis Jahresende: Daran hakt es bei der Sanierung der Kleinschwimmhalle

Stefan Petersmann, Chef der Wasserversorgung in Holzwickede, zeigt einen der zahlreichen neuen Wasser-Einlässe für das Becken. Das Wasser strömt künftig von allen Seiten ins Becken. © Marcel Drawe

Sanieren am Bestand ist immer schwierig

Der eine Grund für die Verzögerung ist ebenso selbstverständlich wie schlecht kalkulierbar: „Wenn man am Bestand saniert, kommen immer wieder Dinge zum Vorschein, die man nicht auf dem Schirm haben kann. Es gab eigentlich jede Woche eine neue Hiobsbotschaft“, sagte Petersmann.

„Die Halle ist ungefähr so alt wie ich. Mich zwickt es auch manchmal im Rücken, aber ich laufe trotzdem hin und wieder einen Halbmarathon.“
Stefan Petersmann, Chef der Wasserversorgung der Gemeinde

Einer dieser Knackpunkte war etwa der Beckenrand der Schwimmhalle. Bei der sogenannten Wiesbadener Rinne, die Schwimmanfängern im Becken eine Vorrichtung zum Festhalten bietet, fehlten Abdichtungen. Das hatte zur Folge, dass die Fliesen am Beckenrand aufwendig abgeklopft werden mussten, ehe es mit den eigentlichen Abbrucharbeiten weitergehen konnte.

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Baufirmen picken sich die Rosinen unter den Aufträgen heraus

Der andere Grund ist ein weitaus gravierenderes Problem: Wegen der guten Auftragslage können sich Baufirmen seit einiger Zeit immer mehr die Rosinen unter den Aufträgen herauspicken. Zunehmend schleichen sich Unzuverlässigkeiten ein. Auf den einen konkreten Bauauftrag seien die meisten Firmen nicht angewiesen. Den Auftraggebern fehlen dann zunehmend die Druckmittel. „Eine Abbruchfirma hat uns mehr als eine Woche lang hängen lassen.“

Das könne einen Rattenschwanz von Verzögerungen nach sich ziehen: Wenn die eine Firma fertig ist und man dann der nächsten Bescheid gibt, ist diese oft noch auf einer anderen Baustelle beschäftigt. Verlässlichkeit sei momentan in weiten Teilen der Baubranche ein Problem.

„Es gab eigentlich jede Woche eine neue Hiobsbotschaft.“
Stefan Petersmann über die Sanierung der Kleinschwimmhalle

Quantensprung in Sachen Wasserqualität

Weiter als im Beckenbereich der Kleinschwimmhalle ist man aber in Sachen Technik: Das Untergeschoss wurde bereits vollständig entkernt. Dort befinden sich zwei speziell für die Schwimmhalle angefertigte Filteranlagen, die das Wasser künftig effizienter reinigen als zuvor. Mehrere Gucklöcher in den Filtern machen zudem die Wartung der Geräte einfacher. In Sachen Wasserqualität ermögliche die Sanierung einen „Quantensprung“, wie Petersmann befand.

Arbeiten dauern wohl bis Jahresende: Daran hakt es bei der Sanierung der Kleinschwimmhalle

Ein Knackpunkt lag am Beckenrand. Dort musste das Fundament erweitert werden. © Marcel Drawe

Trotz aller Probleme bei der Sanierung freut sich Petersmann auf die Fertigstellung der rund 50 Jahre alten Schwimmhalle: „Hier werde ich in meiner Amtszeit wohl nichts mehr anpacken“, vermutet er. Die Schwimmhalle sei ab Ende des Jahres trotz ihres Alters in einem Top-Zustand: „Sie ist ungefähr so alt wie ich. Mich zwickt es auch manchmal im Rücken, aber ich laufe trotzdem hin und wieder einen Halbmarathon.“

Eine verhältnismäßig gute Nachricht gibt es für die Schüler des Schulzentrums. Der Schwimmunterricht wird zu 50 Prozent stattfinden können. Hierzu dürfen die Schüler auf die Schwimmhalle der Karl-Brauckmann-Schule ausweichen.

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