Sanierung der Carolinenbrücke bahnt sich an und wird nicht billig

dzBrückenschäden

Es sind nicht nur die Aufzüge, die für Verdruss an der Carolinenbrücke sorgen. Vier Mal sind sie dieses Jahr schon ausgefallen. Wegen Schäden an der Brücke selbst muss die Gemeinde zeitnah aktiv werden.

Holzwickede

, 10.07.2019, 15:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Januar, im April und im Mai funktionierten die Aufzüge der Carolinenbrücke nicht. Auch aktuell sind die beiden Fahrstühle außer Betrieb, weil eine Aufzugsrolle defekt ist. Die Gemeinde arbeitet mittlerweile immerhin mit einem größeren Servicepartner zusammen und erhofft sich eine schnelle Reparatur des Schadens, sobald das Ersatzteil ankommt.

Ob nun technische Defekte oder Vandalismusschäden: Die Probleme mit den Aufzügen sind nicht die einzigen Schwachstellen der 2011 eröffneten Brücke. Mal abgesehen davon, dass das 65 Meter lange Bauwerk über die Bahnschienen mit knapp 3,5 Millionen Euro viel teurer als erwartet wurde, hat es augenscheinlich auch bauliche Mängel.

Bodenbelag der Carolinenbrücke wirft Blasen

Sanierung der Carolinenbrücke bahnt sich an und wird nicht billig

Diese Stolperfallen bilden sich immer wieder auf der Brücke und rühren wohl von eindringender Feuchtigkeit. © Udo Hennes

So wirft der Bodenbelag der Brücke immer wieder Blasen, die ein Ingenieurbüro auf eindringende Feuchtigkeit zurückführt. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte Bauamtsleiter Uwe Nettlenbusch einen Sanierungsplan angekündigt, um diese Stolperfallen zu beseitigen. Am Dienstag war die Brücke dann auch Thema im nicht öffentlichen Teil des Ausschusses. Zuvor sprach Nettlenbusch in der Fragerunde für Bürger auf Anfrage von Thomas Bergermann von zwei möglichen Varianten für die Sanierung.

Von 2,1 auf 3,5 Millionen Euro

Erhebliche Kostensteigerung beim Bau

  • Als der Gemeinderat 2005 die Brücke absegnete, standen Kosten von 833.000 Euro im Raum. Was niemand bedachte: Darin waren Ingenieurs- und Planungskosten nicht enthalten.
  • Drei Jahre später wurde die Brücke für 2,1 Millionen Euro ausgeschrieben. Weil der Stahl-Pylon in der Mitte der Brücke in einen Bombenkrater gesetzt werden musste, kamen alleine hierfür fast ein halbe Millionen Euro an Mehrkosten dazu, um den Pfeiler standfest im Boden zu versenken.
  • Am Ende kostete die Brücke fast 3,5 Millionen Euro – ohne die Folgekosten der vergangenen Jahre.

Genaue Zahlen zu Kosten wurden dabei nicht genannt. „Es wurde erst mal das weitere Vorgehen besprochen und ging nicht um Auftragsvergaben“, sagt Bürgermeisterin Ulrike Drossel im Nachgang auf Anfrage.

Zudem wollte man sich auch darauf verständigen, inwieweit die Schäden auf Baufehler zurückzuführen sind und juristische Schritte acht Jahre nach Eröffnung noch sinnvoll sind. Eine Gewährleistungspflicht besteht nicht mehr.

Erhebliche Kosten sind für die Sanierung zu erwarten

Fakt ist: Die Brücke muss umfangreich saniert werden und auf die Gemeinde kommen erhebliche Kosten zu. Zumindest könnte das Bauwerk in dem Zuge auch modernisiert werden: Angedacht ist laut Drossel eine Vernetzung der beiden Aufzugskörbe. Fällt einer aus, dann könnte im gegenüberliegenden Aufzug eine entsprechende Fehlermeldung eingehen.

Da mit umfangreichen Kosten zu rechnen ist, macht Wilfried Brinkmann als Vorsitzender des Planungs- und Bauausschusses klar: „Sobald es um die genauen Kosten für Sanierung geht, muss das Thema im Ausschuss auch öffentlich behandelt werden.“

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