Saatkrähen stören Bürger: Aus ihrer Sicht tun Gemeinde und Kreis noch nicht genug

dzKot und Lärmbelästigung

Nachdem die CDU einen Aktionsplan zur Eindämmung der Krähenplage erstellt hat, gibt es fraktionsübergreifend Rückenwind. Die SPD möchte sogar einen Schritt weitergehen und regt eine Resolution an.

Holzwickede

, 25.06.2019, 13:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Saatkrähen machen den Bürgerinnen und Bürgern der Emschergemeinde wie berichtet das Leben schwer. Zwar werden die Tiere an einzelnen Stellen vergrämt. Das Problem ist für viele, die unter Kot und Lärmbelästigung leiden, allerdings noch nicht aus der Welt geschafft. Mit dem Ziel, der Krähenplage nachhaltig Herr zu werden, haben die Christdemokraten einen Antrag gestellt, mit dem sie die Verwaltung auffordern, einen kommunalen Aktionsplan aufzustellen – wozu Experten herangezogen werden sollten.

Verwaltung nimmt das Problem ernst

Die Gemeindeverwaltung nimmt das Problem ernst, hat mit einer ausführlichen Vorlage die Entwicklung der Krähenplage in Holzwickede sowie Maßnahmen skizziert und Peter Driesch, Leiter des Sachgebiets Natur und Umwelt beim Kreis Unna, eingeladen, im Umweltausschuss über das Thema zu referieren. Dabei machte Driesch deutlich, wo das Grundproblem liegt: Saatkrähen sind eine geschützte Art. In welchem Rahmen Kommunen gegen die Rabenvögel vorgehen dürfen, ist auf Bundesebene gesetzlich geregelt. Dabei wollte auch Driesch das Problem keineswegs kleinreden. Hat sich doch direkt vor seinem Fenster in Unna ebenfalls eine kleine Kolonie niedergelassen.

Er machte aber auch klar, dass Vergrämungsmaßnahmen die Zahl der Krähen nicht verringern. Man könne so lediglich versuchen, sie aus den Ortschaften zu drängen. Wenn man Pech hat, siedeln die Krähen mit ihrer Kolonie in einem anderen Ort an. Auch in der Stadt Soest, die immer wieder als Beispiel für den Kampf gegen die Rabenvögel herangezogen wird, sei es nur stellenweise gelungen, sie zu vertreiben.

Krähengeplagte Bürger melden sich zu Wort

Im Ausschuss meldeten sich Bürger zu Wort. Ein Schüler und seine Mutter von der Aloysiusschule, wo bisher nicht vergrämt werden darf, klagten, dass Kinder bei Nässe auf dem zugekoteten Boden ausrutschen. Eine Anwohnerin der Kirchstraße betonte sichtlich mitgenommen, wie der Lärm, der sich inzwischen über 16 Stunden täglich zieht, an ihren Nerven zehrt.

All das und die Erfahrung der vergangenen Jahre veranlasste die Politik, sich fraktionsübergreifend hinter den Antrag der CDU zu stellen. Die Christdemokraten beklagten lediglich, dass die Verwaltung in ihrer Vorlage auch auf die Kosten der Aktionen gegen die Krähen hinweist. Demnach müsse etwa Geld für einen Hubsteiger ausgegeben werden, wenn Nester entfernt werden. Die Grünen regten zusätzlich noch an, dass das Thema Verunreinigung immer mit bedacht werden muss.

Die Krähen fühlen sich dort wohl, wo sie Futter finden

Auch Peter Driesch bestätigte, dass sich die Krähen vor allem dort wohlfühlen, wo sie einfach Futter finden – etwa weggeworfene Butterbrote. Weil die Gemeinde aus Naturschutzgründen nur beschränkte Möglichkeiten hat, gegen die Rabenvögel vorzugehen, regte der Bürgerblock an, dass diejenigen, Parteipolitiker, die Kollegen auf Landes- und Bundesebene haben, das Problem nach oben tragen. Die SPD ging sogar einen Schritt weiter: Sie forderte eine Resolution zum Thema. Ob das etwas bringt, oder bloß symbolische Wirkung habe, war sich die Politik zwar uneinig, dennoch würden alle Fraktionen eine Resolution unterstützen. Über die geeignete Form einer solchen Erklärung müssen sich Politik und Verwaltung nun noch Gedanken machen.

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