Richtig trennen – das A und O beim Rückbau eines Gebäudes

dzAbriss an der Hauptstraße 31

Seit knapp einer Woche ist ein Abrissunternehmen damit beschäftigt, an der Hauptstraße 31 die ehemalige Galerie Baltes abzureißen. Mal eben die Abrissbirne schwingen – das reicht nicht.

Holzwickede

, 12.10.2018, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund drei Wochen dauert der Rückbau, weil dabei hohe Auflagen erfüllt werden müssen. Im Hinterhof hat der Bagger schon Garagen und Bungalows dem Erdboden gleichgemacht, das Hauptgebäude an der Straße ist entkernt und steht bereits ohne Dachstuhl da. Die Fenster indes bleiben zunächst drin – eine Vorsichtsmaßnahme, um den Abbruch nicht zu verzögern. „Würden wir die Fenster rausnehmen und sich dann Fledermäuse ansiedeln, hätten wir hier ganz schnell einen Baustopp. Dann müsste erst ein Umweltgutachten erstellt werden. Kostet uns 1000 Euro und viel Zeit“, sagt Bauleiter Andreas Rabe von der Westfälischen Bauservice GmbH.

Das sei durchaus schon vorgekommen. Bei einem Abriss in Selm konnte die Firma nur nachts arbeiten, weil dann die Fledermäuse eines leer stehenden Gebäudes außer Haus waren. „Wir mussten dann in den umliegenden Bäumen Holzkästen als Ersatzunterschlupf aufhängen“, sagt Rabe. Mitunter seien die Auflagen schon fragwürdig. „Da kommen die Fledermäuse dann vor den Anwohnern“, sagt Rabe.

Die meisten Kriterien, die es beim Rückbau von Gebäuden zu erfüllen gilt, kann Rabe aber nachvollziehen. Bei der aktuellen Baustelle komme es nicht zum Tragen, aber dass beispielsweise Asbest gesondert behandelt und entsorgt werden müsse, sei keine Frage.

An der Hauptstraße müsse vor allem der Maschinist im Bagger darauf achten, beim Abreißen der Gebäude verschiedene Materialien zu trennen. Kabel, Metalle, Dämmmaterial, Holz – mit dem Greifer kann der Baggerführer bereits beim Abbruch verschiedene Materialien aus dem Bauschutt ziehen.

Den Rest sortieren Helfer am Boden aus dem Schutt. Geschieht das nicht sorgfältig, weigern sich Entsorger schon mal, den Bauschutt anzunehmen. Aber selbst bei korrekter Trennung: „Baustoffe wie Styropor werden ungern angenommen, oft sind die Deponien damit schon überfüllt“, weiß Rabe. Er würde sich wünschen, dass Auflagen nicht einfach erhoben werden, sondern auch an die Umsetzung gedacht wird: „Die Politik macht es sich zu einfach. Es gibt eine neue Auflage, aber dann denkt niemand an Lösungen, damit wir das auch unkomplizierter entsorgen können.“

Nach dem Abriss der ehemaligen Galerie Baltes will die Holzwickeder Wohnungs- und Baugenossenschaft Reale Werte auf dem freigewordenen Gelände ein Gebäude mit rund 4000 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche bauen.

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