Regionales Einzelhandelskonzept soll weiterhin Holzwickeder Zentrum stärken

dzEinzelhandel

Eine Reihe von Städten und Gemeinden, darunter auch Holzwickede, beteiligen sich am regionalen Einzelhandelskonzept. Sie wollen gemeinsam gegen Großhandel und Onlinemärkte ankämpfen.

Holzwickede

, 30.03.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Einzelhandel belebt die Zentren von Gemeinden und Städten. Er lockt gastronomische und kulturelle Angebote in die Gemeinden und bietet einen Ansatzpunkt für die Entstehung öffentlichen Lebens. Doch in Zeiten von wachsenden Großhändlern und Onlinemärkten schwindet der Einzelhandel zusehends aus den Innenstädten.

Um dem entgegenzuwirken, haben sich eine Reihe von Städten und Gemeinden im östlichen Ruhrgebiet zusammengetan und ein gemeindeübergreifendes Konzept entwickelt, das die Entwicklung des Einzelhandels regeln soll. Auch Holzwickede befindet sich unter den teilnehmenden Gemeinden.

Nun soll das regionale Einzelhandelskonzept (REHK) zum dritten Mal fortgeschrieben werden. Die Verwaltung legt dem Bauausschuss daher die Vorlage vor, der Fortschreibung zuzustimmen. Das Thema hätte in der ursprünglich am Dienstag, 24. März, stattfindenden Sitzung des Planungs- und Bauausschusses besprochen werden sollen.

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Ziehen die Kinder aus der Awo-Kita Sonnenblume im Laufe des Jahres aus, könnte am alten Standort in Opherdicke eine Dorfladen entstehen. Einkaufsmöglichkeiten in Hengsen und Opherdicke – die gibt es aktuell nicht.

Ziehen die Kinder aus der Awo-Kita Sonnenblume im Laufe des Jahres aus, könnte am alten Standort in Opherdicke eine Dorfladen entstehen. Einkaufsmöglichkeiten in Hengsen und Opherdicke – die gibt es aktuell nicht. © Greis

Zusammenarbeit stärken und Ausspielen verhindern

Ziel des REHK ist es, zu verhindern, dass einzelne Gemeinden gegeneinander ausgespielt werden können. Ansiedlungsinteressenten sollen daran gehindert werden, einen sogenannten Dumping-Wettbewerb zwischen benachbarten Gemeinden hervorzurufen. Mit den gleichen Rahmenbedingungen für alle Kommunen wird die Verhandlungsbasis der Gemeinden gestärkt.

Ein Wettbewerb des Einzelhandels soll dabei nicht verhindert werden. Vielmehr geht es in dem REHK darum, den Wettbewerb an strategisch günstige Standorte zu lenken, welche die Entwicklung der Stadt positiv beeinflussen.

So soll zum Beispiel das Gemeindezentrum Holzwickedes gestärkt werden. Auch Gemeindeteile sollen in ihrer Grundversorgung gestärkt werden und Investitionen an städtebaulich geeignete Standorte gelenkt werden.

Absprachen mit Nachbargemeinden sollen dabei vor allem dann getroffen werden, wenn ein Einzelhandel in die Gemeinde kommen will, der infolge seiner Größe und seines Standortes gemeindeübergreifende Auswirkungen erwarten lässt.

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Rewe, Netto, Edeka, Rossmann – Einkäufe für den täglichen Bedarf lassen sich auch in der Gemeindemitte erledigen. Darüber hinaus haben kleinere Einzelhändler in der Gemeinde aber eher einen schweren Stand.

Rewe, Netto, Edeka, Rossmann – Einkäufe für den täglichen Bedarf lassen sich auch in der Gemeindemitte erledigen. Darüber hinaus haben kleinere Einzelhändler in der Gemeinde aber eher einen schweren Stand. © Marcel Drawe

Erfahrungen der vergangenen Jahre

Die Holzwickeder Verwaltung sieht im REHK ein bewährtes Instrument zur Steuerung des Einzelhandels in der Region. Er habe gleichzeitig eine disziplinierende Wirkung auf die teilnehmenden Kommunen, stärke jedoch auch die eigene Position gegenüber Ansiedlungsinteressenten. Außerdem schärfe das Konzept das Bewusstsein für Regionales und informiere frühzeitig über geplante Projekte in der Region.

Die Vision für eine umgestaltete Nordseite des Bahnhofs sieht auch Erweiterungsmöglichkeiten für den Einzelhandel vor.

Die Vision für eine umgestaltete Nordseite des Bahnhofs sieht auch Erweiterungsmöglichkeiten für den Einzelhandel vor. © REICHER HAASE ASSOZIIERTE RHA

Mit der aktuellen Fortschreibung kommen auch ein paar Neuerungen und Anpassungen. So soll das REHK die demografischen und ökonomischen Rahmenbedingungen sowie die Einzelhandelssituation in der Region besser darstellen können. Zum anderen soll der Umgang mit Ballungszentren praxisorientiert nachjustiert werden.

Laut Verwaltung hätten die vergangenen Jahre gezeigt, dass ein kontinuierlicher Konkretisierungs-, Diskussions- und Qualifizierungsprozess im Arbeitskreis stattgefunden habe. Der Markt sei stetig im Wandel, das REHK habe jedoch gezeigt, dass es sich auf neue Entwicklungen im regionalen Einzelhandel einstellen und neue Spielregeln modifizieren könne.

Die Verwaltung empfiehlt nun, der Fortschreibung zuzustimmen und der Verwaltung aufzutragen, weiterhin auf dieser Grundlage im Arbeitskreis REHK zu arbeiten. Für die Fortschreibung des REHK würden überschaubare Kosten von knapp 450 Euro auf die Gemeinde Holzwickede entfallen.

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