Weil das Wetter den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung machte, steht für die diesjährige RTF mit Volksradfahren des HSC ein Negativrekord. So wenige Teilnehmer wie am Sonntag gab es noch nie.

Holzwickede

, 18.08.2019, 16:25 Uhr / Lesedauer: 3 min

Im Vorjahr radelten bei bestem Wetter noch mehr als 600 Teilnehmer rund um Haus Opherdicke. Dieses Jahr machte Petrus dem Organisationsteam um Hanne Schön einen dicken Strich durch die Rechnung.

Der verregnete Sonntag sorgte für einen Negativrekord: 20 Volksradfahrer über 21 oder 41 Kilometer und 38 Tourenfahrer für die weiteren Strecken bis 151 Kilometer – mehr Teilnehmer konnte die 21. Ausgabe nicht verbuchen.

Immerhin: Diejenigen, die sich bis 11 Uhr auf die Strecken wagten, wurden über weitgehend verkehrsarme und detailliert beschilderte Touren bis ins Sauerland und zurück geführt. Zwei Teilnehmer gingen bei den schwierigen Bedingungen sogar die Distanz über 151 Kilometer an – Radsportler sind mitunter doch positiv verrückte Menschen.

Viele E-Biker unter den wenigen Teilnehmern

Das Gros der wenigen Fahrerinnen und Fahrer konzentrierte sich aber auf die 21, 41 und 71 Kilometer langen Touren. „Darunter waren dieses Jahr sehr viele E-Biker“, sagt Hanne Schön. „Früher bin ich Rennrad gefahren, mittlerweile bin ich eher Golfer. Aber durch mein E-Bike steige ich wieder häufiger aufs Rad“, sagt beispielsweise Jochen Preising.

Der 72-Jährige ist per Rad aus Fröndenberg angereist, um die 41 Kilometer zu fahren. Er hatte auch im Regen seinen Spaß: „Man muss den Organisatoren ein Kompliment machen. Das ist super organisiert, die Strecke war super ausgeschildert und ist einfach schön zu fahren“, so Preising.

Ganz ohne Sattel unterwegs war Friederike von Werne. Sie absolvierte die kürzeste Tour auf einem Tretroller mit großem Vorder- und kleinerem Hinterrad. Begleitet wurde sie dabei von Sohn Felix und Lebensgefährte Enrico Oswald per Rad. „Der Tretroller hat sich aus dem Zughundesport ergeben. Ich bin damit auch schon über 100 Kilometer gefahren. Heute reicht aber die kleine Tour“, sagt von Werne.

Rund um Haus Opherdicke: Nur hartgesottene Fahrer trauten sich im Regen auf ihre Räder

Der Iserlohner Rainer Michael Schmidt, Friederike von Werne, Sohn Felix und Enrico Oswald gehörten zu den letzten Startern, die kurz vor 11 Uhr noch aufbrachen. © Greis

Nach vier Schwüngen mit dem rechten Bein, wechselt sie aufs linke und sorgt so für eine gleichmäßige Belastung. „Ich fahre auch viel Rad, aber der Tretroller fordert definitiv mehr Muskeln“, weiß Friederike von Werne. Als einziges Kind im Fahrerfeld durfte sich Sohn Felix nach Zieleinkunft über einen großen Pokal freuen. „Pokale gibt es immer für alle Kinder, aber heute können wir leider nur einen vergeben“, sagt Hanne Schön.

Große Gruppen sind am Sonntag bei der RTF rar gesät. „Wir können uns aber immer darauf verlassen, dass von befreundeten Vereinen aus dem Umgebung wie dem RSC Unna oder Sturmvogel Dortmund jemand hier ist“, sagt Hanne Schön. Stammfahrer kommen auch jedes Jahr aus dem benachbarten Schwerte: Der Skiclub stellt am Sonntag mit acht Teilnehmern die größte Fahrergruppe.

Und zumindest sorgen die Fahrerinnen und Fahrer auch für etwas Farbe an diesem sonst so trüben Sonntag: Funktionsjacken, Regenponchos, Helm- und Schuhüberzieher leuchten in gelb, rot oder blau und schützen nicht nur vor Regen sondern auch davor, unterwegs von motorisierten Verkehrsteilnehmern übersehen zu werden.

Rund um Haus Opherdicke: Nur hartgesottene Fahrer trauten sich im Regen auf ihre Räder

Die kürzeste Strecke über 21 Kilometer führte am Bismarckturm vorbei. In der Ferne hingen hier die Regenwolken wie Zuckerwatte über dem Sauerland. © Greis

Als am frühen Nachmittag der Großteil des Teilnehmerfeldes zu Musik der „Streetkings“ wieder auf Haus Opherdicke eintrudelt, kann Hanne Schön zumindest vermelden, dass es keinerlei Stürze oder Verletzungen zu vermelden gibt.

Bei Kaffee, Kuchen und Bratwurst hat sich zudem auch der eine oder andere Nicht-Radfahrer eingefunden. „Wenn wir schon ein Wolkentief haben, müssen wir eben selbst für ein Stimmungshoch sorgen“, sagt Schön. Die Enttäuschung über das schlechte Wetter ist ihr anzumerken, ändern lässt es sich freilich nicht.

Immerhin: Aus finanzieller Sicht ist die Veranstaltung so geplant, dass die Radsportabteilung des HSC auch mal ein verregnetes Jahr verkraftet. „Die Kosten für die Band übernimmt der Kreis Unna. Dazu kommen viele Kleinsponsoren aus der Gemeinde, die uns unterstützen“, sagt Schön.

Rund um Haus Opherdicke: Nur hartgesottene Fahrer trauten sich im Regen auf ihre Räder

An den Verpflegungsstationen wie hier in Halingen gab es für die wenigen Teilnehmer mehr als genug Möglichkeiten, die verbrannten Kalorien aufzufüllen. Vom alkoholfreien Bier über Teilchen sowie Obst war für jeden Geschmack etwas dabei. © HSC

Saß er im Vorjahr noch selbst im Sattel, outet sich Landrat Michael Makiolla (SPD) als Schönwetterfahrer: „Ich wollte eigentlich mitfahren, aber bei dem Wetter habe ich dann doch lieber verzichtet.“ Dass das Wetter nicht passe, sei insofern schade, weil man in Opherdicke eine der am besten organisierten RTF der Umgebung vorfinde.

Der Radsportabteilung des HSC und den vielen weiteren ehrenamtlichen Helfern bleibt der Trost, dass die hartgesottenen Teilnehmer ihren Spaß hatten und sich „Rund um Opherdicke“ gut versorgt und geleitet fühlten. Im nächsten Jahr spielt dann ganz sicher auch das Wetter wieder mit.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Jugendeinrichtung

Treffpunkt Villa bietet noch freie Plätze für Geocaching, Mädchen-AG und Lego-Projekt

Hellweger Anzeiger Pflaster auf der Allee

Gestürzte Postbotin: Gemeinde vertraut auf die Einschätzung des eigenen Rechtsbeistandes

Meistgelesen